Jorge Martin (Ducati/1.): «Heute ging ich Risiko ein»
Trotz souveränem Start-Ziel-Sieg im Sprint von Buriram gab sich Pramac-Ducati-Ass Jorge Martin eher analytisch als euphorisch. Im Thailand-GP am Sonntag erwartet er ein anderes Rennen.
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Besonders auf einer Qualifying-Runde und über die kurze Distanz ist Jorge Martin im Moment in überragender Form: In Buriram sicherte er sich am Samstag seine vierte Pole-Position aus den jüngsten sechs Grands Prix und ließ darauf im 13-Runden-Rennen am Nachmittag seinen fünften Sprintsieg in Serie folgen.
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Der Madrilene selbst räumte danach ein, dass er seine Chancen im Vorfeld gar nicht richtig hatte einordnen können: "Es war für mich schwierig zu verstehen, wie der Sprint laufen würde, weil ich immer mit abgenutzten Reifen gefahren bin. Ich habe die Pace von Fabio, Bezzecchi und auch Pecco gesehen, die auf frischen Reifen schnell waren. Ich wusste also nicht genau, welche meine Position sein würde. Ich habe schon gedacht, dass ich konkurrenzfähig sein würde – und das war ich am Ende auch. Ich hätte in den letzten fünf bis sechs Runden aber besseren Grip erwartet. Ich habe den Reifen zu Beginn ein bisschen zu sehr abgenutzt, aber das ist im Sprint ja okay, da können wir das machen. Am Sonntag müssen wir in den ersten Runden ruhiger sein und versuchen, den Reifen für das Rennende zu schonen."
Einen Einbruch wie am vergangenen Wochenende in der letzten Runde des Australien-GP will der Pramac-Star tunlichst vermeiden. Ob er auch für das 26-Runden-Rennen auf dem Chang International Circuit auf den Medium-Hinterreifen (die weichere der zwei an diesem Wochenende verfügbaren Mischungen) setzen wird, weiß Martin eigenen Aussagen zufolge noch nicht. "Ich war sehr konkurrenzfähig, es ist aber schwierig zu verstehen", gab er sich zurückhaltend. "Ich glaube, dass es mit dem Medium schwierig wird, weil der Reifen doch recht weich ist. Wir müssen das im Warm-up verstehen."
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Wird der WM-Zweite für seine Reifenwahl die Entscheidung seines Titelrivalen Pecco Bagnaia abwarten? "Ich weiß es nicht. Ich glaube, dass er den harten Reifen nehmen wird. Denn im FP2 war er damit schneller als mit dem Medium. Ich glaube, dass für alle von uns der Hard der Reifen sein wird, endgültig werden wir es aber erst im Warm-up sehen", bekräftigte Martin.
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Weil Bagnaia nach schwachem Start im Sprint nicht über Rang 7 hinauskam, verkürzte der "Martinator" seinen Rückstand in der WM-Tabelle wieder auf 18 Punkte. "Mit Sicherheit ist es immer großartig, wenn man Punkte gutmacht", meinte er dazu. "Ich bin in einer Position, in der ich Risiko eingehen muss, und das habe ich heute getan. Als Brad Platz 2 übernommen hat, musste ich ein bisschen mehr pushen. Vielleicht hätte ich stürzen können, vielleicht nicht, ich habe aber einfach versucht, auf der Strecke zu bleiben."
Die Konkurrenz hielt der 25-jährige Spanier so souverän auf Abstand. Traut er sich aber auch zu, über die volle Distanz vorne weg zu fahren? "Wenn du von Beginn an pusht, verbrauchst du den ganzen Reifen. Die ersten Runden werde ich mit Sicherheit ruhig bleiben", betonte Martin. "Es müssen aber alle ruhig bleiben – und vielleicht bin ich im ruhigen Modus noch schneller als sie. Ich hoffe, dass ich entspannt bleiben und dennoch einen Vorsprung herausfahren kann. Und wenn nicht, dann muss ich mich vielleicht mit Platz 2 oder Platz 3 zufriedengeben. Das wissen wir jetzt noch nicht." Besonders Red Bull-KTM-Werksfahrer Brad Binder hat Martin nach dessem zweiten Platz im Sprint auf der Rechnung. "Brad war schnell, er wird der Hauptgegner sein, und auch Bezzecchi war stark. Ich weiß nicht, was dann bei Bezzecchi passiert ist, am Vormittag war er aber super-schnell. Und ich glaube, dass sich auch Pecco verbessern wird, wie in Mandalika. Es wird also ein anderes Rennen", mahnte der Pramac-Ducati-Pilot mit Blick auf das Hauptrennen am Sonntag. "Vielleicht kann ich mich auch verbessern und aus meinen Fehlern aus der Vergangenheit lernen."
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