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Red Bull KTM: Muss Jack Miller um den Platz zittern?

Von Günther Wiesinger
Brad Binder und Jack Miller sind auch für 2024 als Red Bull-KTM-Piloten vorgesehen. Aber Ausnahmekönner Pedro Acosta darf bei GASGAS-Tech3 nicht vergrämt werden. Ist das letzte Wort noch nicht gesprochen?

Jack Miller hat in diesem Jahr schon vier GP-Schauplätze punktlos verlassen, in Texas hat er nur einen Punkt (Platz 9 im Sprint) eingesammelt. Dadurch ist der Red Bull-KTM-Werkspilot, der mit großen Hoffnungen von Lenovo-Ducati zur Mannschaft aus Österreich kam, in der Fahrer-WM auf Platz 10 zurückgefallen. Bisherige Ausbeute: 144 Punkte. Teamkollege Brad Binder hat 249 Punkte eingesammelt.

«Thriller Miller» startete stark in die Saison, in Jerez glänzte er mit zwei dritten Plätzen im Sprint und im Sonntags-Rennen. Seither hat er zwar manchmal starke Trainingsleistungen gezeigt, aber im Rennen fiel er oft zurück. Nicht selten stimmte die Reifenwahl nicht.

Miller hat seit dem Jerez-GP Ende April zwei sechste Plätze im Volldistanz-Rennen als beste Ergebnisse vorzuweisen. Es besteht kein Zweifel, dass sich der vierfache MotoGP-Sieger (1x bei Marc VDS Honda, 3x bei Ducati Lenovo) diese Saison anders vorgestellt hat. Das gilt auch für die Verantwortlichen der Pierer Mobility AG.

Und da gleichzeitig Moto2-WM-Spitzenreiter Pedro Acosta (19) bereits sieben Saisonsiege sichergestellt und die WM-Führung (Marc VDS-Kalex-Pilot Tony Arbolino liegt an zweiter Stelle) auf 63 Punkte ausgebaut hat, drängt sich längst die Frage auf: Wird die Pierer-Gruppe am Plan festhalten und bei Red Bull-KTM mit Binder und Miller weiterfahren? Oder könnte Pedro Acosta statt Miller ins KTM Factory Team transferiert werden? Bisher ist Acosta als Teamkollege von Augusto Fernández im GASGAS Factory Racing Tech3-Rennstall vorgesehen. Pol Espargaró wird sich dort auf den Posten eines Test- und Ersatzfahrers zurückziehen.

KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer (51) drückt sich momentan um eine klare Antwort. «Miller ist bei KTM geplant und Acosta bei GASGAS», stellte Beirer heute auf Anfrage von SPEEDWEEK.com fest.

Ein glasklares Dementi hört sich anders an.

Und wir erinnern uns: Auch Brad Binder, Moto3-Weltmeister 2016 auf KTM und Moto2-Vizeweltmeister 2019 auf KTM, wurde für 2020 als direkt ins Red Bull KTM Factory Team befördert – neben Teamleader Pol Espargaró.

Denn damals wurde der Platz von Zarco frei, der auf sein zweites Jahr bei KTM verzichtete, weil er mit der RC16 nicht klarkam.

Die Pierer-Mannschaft ist sich bewusst, dass sie mit Pedro Acosta ein Juwel erster Güte unter Vertrag haben. Und es soll nicht noch einmal ein Ausnahmekönner entwischen wie Jorge Martin nach dem vierten Moto2-WM-Rang 2020 im Red Bull-Ajo-KTM-Team. 

«Wir brauchen Marc Márquez nicht, denn wir haben mit Pedro Acosta den neuen Márquez unter Vertrag», erklärte KTM-Vorstand Hubert Trunkenpolz im August im Interview mit SPEEDWEEK.com.

Deshalb ist damit zu rechnen, dass es im Innviertel bei den Personalentscheidungen für die Teams von KTM und GASGAS noch zu einer Rochade kommen könnte. 

Auch wenn Aki Ajo, der persönliche Manager von Miller und gleichzeitig Besitzer der Moto3- und Moto2-Teams von Red Bull-KTM, damit wenige Freude haben würde.

Man kann sich ausmalen, dass Acosta zumindest auf das neue Karbon-Chassis pocht, wenn er seine Rookie-Saison – wie bisher vorgesehen – bei GASGAS-Tech3 bestreiten wird.


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