MotoGP: Marco Bezzecchi fix bei Aprilia

Massimo Rivola: Leistet das Kundenteam 2024 mehr?

Von Simon Patterson
Massimo Rivola und Romano Albesiano im Gespräch mit Miguel Oliveira

Massimo Rivola und Romano Albesiano im Gespräch mit Miguel Oliveira

Aprilia belieferte in der MotoGP-Saison 2023 erstmals ein Kundenteam, der durchschlagende Erfolg blieb aber aus. 2024 traut Massimo Rivola Miguel Oliveira und Raúl Fernández – dann in Trackhouse-Farben – mehr zu.

Aprilia blieb 2023 trotz zwei Siegen auch hinter den eigenen Erwartungen zurück, dennoch lässt Massimo Rivola eine Kritik nicht gelten: «Mir wurde vorgeworfen, dass uns die guten Fahrer fehlen würden. Damit bin ich nicht einverstanden. Ich glaube, dass wir über einen Mix aus sehr unterschiedlichen Talenten verfügen, inklusive Miguel und Raúl, von denen ich erwarte, dass sie nächstes Jahr stärker sind», verwies der Rennchef in Noale neben seinen Werksfahrern Aleix Espagaró und Maverick Viñales auch auf die Kundenteam-Fahrer.

«Okay, Raúl hatte kaum Erfahrung, aber Miguel verfügt über die Erfahrung von MotoGP-Siegen. Er ist noch immer der siegreichste KTM-Pilot und das kommt nicht von ungefähr. Das kommt von Arbeit und Talent und dem Gefühl, das Motorrad auszuquetschen, um das Beste herauszuholen», schob Rivola im Gespräch mit SPEEDWEEK.com nach.

Das erste Jahr auf der RS-GP verlief für den fünffachen MotoGP-Sieger Oliveira sehr durchwachsen, mitverantwortlich dafür waren die Vorjahresmaschinen und Verschleißerscheinungen im inzwischen von Trackhouse abgelösten CryptoDATA RNF MotoGP Team. Der Portugiese musste zudem gleich dreimal eine Verletzungspause einlegen, das schlug sich im 16. WM-Rang nieder.

«Miguel bog als Erster in die erste Kurve des ersten Rennens ein, in Portimão», erinnerte Rivola an den Saisonauftakt. «Danach war es schwierig. Wir haben es auch bei Enea gesehen und ich habe mich so gefreut, ihn wieder siegen zu sehen, weil das bedeutet, dass man das Selbstvertrauen zurückgewinnen kann», verwies der Italiener auf Ducati-Werksfahrer Enea Bastianini, der sich zu Beginn der Saison verletzte, eine mühsame Rückkehr erlebte und beim Malaysia-GP auf die Siegerstraße zurückkehrte. «Das war eine Message auch an Miguel. Es wird kommen. Er hat alle Möglichkeiten und es wird kommen.»

«2023 war unser erstes Jahr mit einem Satellitenteam und ich würde sagen, es war auch ein bisschen Pech dabei», fasste Rivola zusammen. «Man kann sagen, dass wir von Miguel etwas mehr erwartet hätten, aber zu viele Dinge sind passiert. Er ist auch kürzlich erneut Vater geworden, und wir freuen uns für ihn, aber das sind Dinge, bei denen man nicht weiß, ob ihn etwas bedrückt und ein paar Zehntel verlieren lässt, obwohl er sagt, dass es ihm gut gehe. Und wenn du zwei Zehntel einbüßt, sind das zwei Startreihen.»

«Mit Raúl bin ich glücklich, ganz ehrlich», fuhr der CEO von Aprilia Racing mit Blick auf den WM-20. fort. «Es liegt jetzt an uns, das Motorrad zuverlässiger zu machen und ihm zu helfen, die Performance zu finden. Aber ich erwarte, dass er die anderen Aprilia-Piloten im nächsten Jahr ärgern wird – und das war das Ziel.»

«Es liegt auch an uns, dem Kundenteam mehr zu helfen. Man muss bedenken, dass RNF das Motorrad nicht kannte und Raúls Crew-Chief die Klasse nicht kannte. Es geht immer um die Erfahrung. Man wird von einem Jahr auf das nächste keine Sekunden finden, aber selbst ohne etwas am Motorrad zu verändern, mit den gleichen Leuten und derselben Crew, wirst du aufgrund der Erfahrung schneller sein.»

«Ich hoffe, dass wir das Satellitenteam in Zukunft mehr für die Entwicklung nutzen werden», ergänzte Rivola. Und auch er weiß: Je geringer der Unterschied zwischen den Bikes, umso einfacher wird der Informationsaustausch und umso größer der Nutzen.

Allerdings ist noch nicht endgültig klar, welche genaue Bike-Spezifikation das neue Trackhouse-Kundenteam mit der kurzen Vorlaufzeit bekommen wird. Teambesitzer Justin Marks macht Druck, um 2024er-Material zu bekommen, wie er im Interview mit SPEEDWEEK.com verriet.

MotoGP-WM-Endstand 2023 nach 39 Rennen:

1. Bagnaia, 467 Punkte. 2. Martin 428. 3. Bezzecchi 329. 4. Binder 293. 5. Zarco 225. 6. Aleix Espargaró 206. 7. Viñales 204. 8. Marini 201. 9. Alex Márquez 177. 10. Quartararo 172. 11. Miller 163. 12. Di Giannantonio 151. 13. Morbidelli 102. 14. Marc Márquez 96. 15. Bastianini 84. 16. Oliveira 76. 17. Augusto Fernández 71. 18. Nakagami 56. 19. Rins 54. 20. Raúl Fernández 51. 21. Pedrosa 32. 22. Mir 26. 23. Pol Espargaró 15. 24. Savadori 12. 25. Folger 9. 26. Bradl 8. 27. Pirro 5. 28. Petrucci 5. 29. Crutchlow 3.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati, 700 Punkte. 2. KTM 373. 3. Aprilia 326. 4. Yamaha 196. 5. Honda 185.

Team-WM:
1. Prima Pramac Racing, 653 Punkte. 2. Ducati Lenovo Team 561. 3. Mooney VR46 Racing 530. 4. Red Bull KTM Factory Racing 456 5. Aprilia Racing 410. 6. Gresini Racing 328. 7. Monster Energy Yamaha 274. 8. CryptoDATA RNF 134. 9. Repsol Honda 122. 10. LCR Honda 116. 11. GASGAS Factory Racing Tech3, 95.

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