Formel 1: Ein selten kurioser Unfall

Franco Morbidelli wundert sich: Aleix forderte Strafe

Von Toni Schmidt
Franco Morbidelli (li.) ist sich keiner Schuld bewusst

Franco Morbidelli (li.) ist sich keiner Schuld bewusst

Franco Morbidelli bleibt seit seinem Wechsel zu Prima Pramac Ducati einiges schuldig. Im MotoGP-Rennen von Le Mans gelang es ihm, als Siebter ein solides Ergebnis zu erreichen.

Die bisherige Saison von Franco Morbidelli lief nicht nach Plan. Die Vorsaisontests verpasste er nach einem schweren Unfall bei einem Training in Portimao. Erst zum Saisonauftakt saß er auf der für ihn neuen Ducati Desmosedici GP24. In Le Mans landete er am Sonntag 9,868 sec hinter Sieger und Pramac-Teamkollege Jorge Martin auf Position 7.

Im Qualifying konnte er sich mit der neunten Startposition eine gute Ausgangslage schaffen. Im Samstags-Sprint hatte «Morbido» allerdings große Probleme, nach der ersten Runde kam er als Drittletzter auf die Start-Ziel-Gerade. Den Sprint beendete er trotz einer Aufholjagd außerhalb der Punkte als Zwölfter.

Besser lief es am Sonntag.

«Endlich konnten wir ein Rennen beenden», freute sich der Ducati-Pilot über das Endresultat. «In Austin hatten wir guten Speed, konnten das Rennen aber nicht beenden. In Jerez waren wir auch schnell, hatten aber einen schlechten Start. Hier war der Start ähnlich schwach und ich hatte Probleme, mich durchs Feld zu kämpfen.»

Erneut nahm der 30-Jährige auf der neunten Startposition Platz. Doch die Startsituation bleibt weiterhin sein Schwachpunkt, er verlor einige Plätze und kam als 14. aus der ersten Runde zurück. Es gelang Morbidelli, im Gegensatz zu einigen Konkurrenten, auf seinem Motorrad sitzen zu bleiben und Gegner im Rennverlauf zu überholen.

Für Diskussion sorgte ein Manöver von ihm in der letzten Kurve, als er Aprilia-Pilot Aleix Espargaro überholte. Der Spanier beschwerte sich anschließend und forderte eine Strafe. Franco hat seine eigene Meinung: «Die Lücke war da und ich habe das Manöver bei Aleix versucht. Er sah unglücklich aus, aber wir haben uns nicht berührt.»

Morbidelli weiß, auf die Besten fehlt ihm noch etwas: «Die Top-Ducati-Jungs machen einen unglaublichen Job. Sie kennen das Motorrad sehr gut, wenn man Marc Marquez außenvorlässt. Marc hat einen hervorragenden Grundspeed. Ich will so früh wie möglich mit ihnen mithalten.»

Die Gesamtwertung sieht für den MotoGP-Vizeweltmeister von 2020 nach fünf Rennen trist aus: Auf Rang 16 ist er mit 15 Punkten der schwächste Ducati-Pilot. In der frühen Phase dieser Saison fehlen ihm allerdings nur 21 Zähler auf die Top-10. Sein Teamkollege Martin enteilt unterdessen der Konkurrenz an der Spitze und hat bereits 129 Punkte.

Ergebnisse MotoGP-Rennen Le Mans/F (12. Mai):

1. Jorge Martín (E), Ducati, 27 Runden in 41:23,709 min
2. Marc Márquez (E), Ducati, +0,446 sec
3. Francesco Bagnaia (I), Ducati, +0,585
4. Enea Bastianini (I), Ducati, +2,206
5. Maverick Viñales (E), Aprilia, +4,053
6. Fabio Di Giannantonio (I), Ducati, +9,480
7. Franco Morbidelli (I), Ducati, +9,868
8. Brad Binder (ZA), KTM, +10,353
9. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +11,392
10. Alex Márquez (E), Ducati, +13,442
11. Raúl Fernández (E), Aprilia, +24,201
12. Johann Zarco (F), Honda, +26,809
13. Augusto Fernández (E), KTM, +27,426
14. Takaaki Nakagami (J), Honda, +30,026
15. Alex Rins (E), Yamaha, +30,936
16. Luca Marini (I), Honda, +40,000
– Jack Miller (AUS), KTM, 11 Runden zurück
– Fabio Quartararo (F), Yamaha, 11 Runden zurück
– Miguel Oliveira (P), Aprilia, 11 Runden zurück
– Joan Mir (E), Honda, 13 Runden zurück
– Marco Bezzecchi (I), Ducati, 24 Runden zurück
– Pedro Acosta (E), KTM, 25 Runden zurück

Ergebnisse MotoGP-Sprint Le Mans/F (11. Mai):

1. Jorge Martín (E), Ducati, 13 Runden in 19:49,694 min
2. Marc Márquez (E), Ducati, +2,280 sec
3. Maverick Viñales (E), Aprilia, +4,174
4. Enea Bastianini (I), Ducati, +4,798
5. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +7,698
6. Pedro Acosta (E), KTM, +9,185
7. Fabio Di Giannantonio (I), Ducati, +11,190
8. Jack Miller (AUS), KTM, +11,516
9. Raúl Fernández (E), Aprilia, +12,257
10. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +12,699
11. Miguel Oliveira (P), Aprilia, +13,492
12. Franco Morbidelli (I), Ducati, +15,578
13. Johann Zarco (F), Honda, +16,439
14. Alex Márquez (E), Ducati, +16,816
15. Brad Binder (ZA), KTM, +16,969
16. Takaaki Nakagami (J), Honda, +19,123
17. Augusto Fernández (E), KTM, +23,618
18. Luca Marini (I), Honda, +27,854
– Marco Bezzecchi (I), Ducati, 4 Runden zurück
– Alex Rins (E), Yamaha, 7 Runden zurück
– Joan Mir (E), Honda, 9 Runden zurück
– Francesco Bagnaia (I), Ducati, 10 Runden zurück

WM-Stand nach 10 von 42 Rennen:

1. Martin, 129 Punkte. 2. Bagnaia 91. 3. Marc Marquez 89. 4. Bastianini 89. 5. Viñales 81. 6. Acosta 73. 7. Binder 67. 8. Aleix Espargaró 51. 9. Di Giannantonio 47. 10. Bezzecchi 36. 11. Alex Márquez 33. 12. Quartararo 25. 13. Miller 24. 14. Oliveira 23. 15. R. Fernández 18. 16. Morbidelli 15. 17. Mir 12. 18. A. Fernández 13. 19. Zarco 9. 20. Rins 7. 21. Pedrosa 7. 22. Nakagami 6. 23. Marini 0.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati, 170 Punkte. 2. KTM 107. 3. Aprilia 100. 4. Yamaha 28. 5. Honda 17.

Team-WM:
1. Ducati Lenovo Team, 180 Punkte. 2. Prima Pramac Racing 144. 3. Aprilia Racing 132. 4. Gresini Racing 122. 5. Red Bull KTM Factory Racing 91. 6. Red Bull GASGAS Tech3 86. 7. Pertamina Enduro VR46 Racing Team 83. 8. Trackhouse Racing 41. 9. Monster Energy Yamaha 32. 10. LCR Honda 15. 11. Repsol Honda Team 12.

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