Formel 1: Ein selten kurioser Unfall

Maverick Viñales begriff: Die Warnung hat gestimmt

Von Friedemann Kirn
Maverick Vinales holte das Maximum aus der Aprilia

Maverick Vinales holte das Maximum aus der Aprilia

Für Aprilia war der 5. Platz von Maverick Viñales im MotoGP-Rennen in Frankreich das höchste der Gefühle. «Wir sind am Limit, mehr ging nicht», betonte der Spanier – und hofft auf weitere Entwicklungsschritte.

Le Mans ist eine Stop-and-Go-Piste, auf der die Ducati-Piloten mit den bärenstarken Desmodromik-Motoren und der überlegenen Traktion der Desmosedici-Prototypen nicht ohne Grund die ersten vier Plätze abräumten.

Die Aprilia-Ingenieure hatten Maverick Viñales denn auch gewarnt, mit nicht allzu hohen Erwartungen ins Rennen zu gehen. «Ich dachte, wir würden richtig gut aussehen, doch die Jungs haben mir erklärt, dass das Frankreich-Wochenende nicht unbedingt optimal für unser Bike sein würde. Sie hatten recht», verriet der 29-jährige Katalane nach seinem 5. Platz am Sonntag.

Nach seinem Start vom dritten Platz hatte er eine kleine Schrecksekunde, weil er vor der ersten Kurve nicht rechtzeitig den Anker geworfen hatte und aus der Spur geriet, bevor er sich wieder ins Feld einfädeln konnte. «Ich hatte die Startvorrichtungen abgeschaltet, wollte bremsen, doch das Bike schüttelte sich so heftig, dass ich es nicht auf der Linie halten konnte», schilderte Viñales.

Der Zwischenfall bedeutete kaum Zeitverlust, Viñales kam als Vierter aus der ersten Runde zurück und kämpfte für die meiste Zeit des Rennens um die Podestplätze. Erst in der Schlussphase konnte er nicht mehr ganz vorne mithalten, musste sich zwei Runden vor Ende Fabio Di Giannantonio geschlagen geben und querte schließlich mit vier Sekunden Rückstand auf Sieger Jorge Martin (Pramac Ducati) als Fünfter die Ziellinie.

«Mein größtes Problem war ein Mangel an Grip beim Bremsen. Das machte es schwierig, die Pace an der Spitze mitzugehen. Vor allem zum Ende hin, wo sich der Hinterreifen immer mehr aufheizte», erklärte Viñales. «Zu diesem Zeitpunkt hatte das Bike auch zu vibrieren begonnen und wurde immer schwieriger zu kontrollieren.»

Er selbst habe sich perfekt unter Kontrolle gehabt, fügte er hinzu. «Ich fuhr konservativ, im Bewusstsein, dass die nächsten Verfolger weit entfernt waren, und dass ich keine Fehler riskieren wollte, um nicht wichtige Punkte zu verspielen. Das ist mir gelungen, wir haben das Beste aus der Situation gemacht. Ich bin zufrieden, weil wir das Maximum des Möglichen herausgeholt haben.»

Für die Zukunft gehe es darum, dieses Limit weiter hinauszuschieben. «Mit meinem Startplatz in der ersten Reihe war ich in einer guten Position zu attackieren. Doch wir hatten nichts mehr in der Tasche, wir hatten keine Reserven».

Deshalb bemüht er sich schon vorab, die Erwartungen der Fans beim nächsten Rennen in Barcelona zu dämpfen. «Ein Aprilia-Doppelsieg von Aleix Espargaró und mir, auf unserer Heimstrecke, das wäre natürlich ein Traum», lächelte Maverick. «Doch wir müssen smart sein und dürfen die Erwartungen nicht in den Himmel wachsen lassen. Es gibt viele Unbekannte für Montmeló, vor allem, wie die neuen Michelin-Reifen dort funktionieren. Vorhersagen sind in dieser Meisterschaft nur schwer zu treffen.»

Ergebnisse MotoGP-Rennen Le Mans/F (12. Mai):

1. Jorge Martín (E), Ducati, 27 Runden in 41:23,709 min
2. Marc Márquez (E), Ducati, +0,446 sec
3. Francesco Bagnaia (I), Ducati, +0,585
4. Enea Bastianini (I), Ducati, +2,206
5. Maverick Viñales (E), Aprilia, +4,053
6. Fabio Di Giannantonio (I), Ducati, +9,480
7. Franco Morbidelli (I), Ducati, +9,868
8. Brad Binder (ZA), KTM, +10,353
9. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +11,392
10. Alex Márquez (E), Ducati, +13,442
11. Raúl Fernández (E), Aprilia, +24,201
12. Johann Zarco (F), Honda, +26,809
13. Augusto Fernández (E), KTM, +27,426
14. Takaaki Nakagami (J), Honda, +30,026
15. Alex Rins (E), Yamaha, +30,936
16. Luca Marini (I), Honda, +40,000
– Jack Miller (AUS), KTM, 11 Runden zurück
– Fabio Quartararo (F), Yamaha, 11 Runden zurück
– Miguel Oliveira (P), Aprilia, 11 Runden zurück
– Joan Mir (E), Honda, 13 Runden zurück
– Marco Bezzecchi (I), Ducati, 24 Runden zurück
– Pedro Acosta (E), KTM, 25 Runden zurück

Ergebnisse MotoGP-Sprint Le Mans/F (11. Mai):

1. Jorge Martín (E), Ducati, 13 Runden in 19:49,694 min
2. Marc Márquez (E), Ducati, +2,280 sec
3. Maverick Viñales (E), Aprilia, +4,174
4. Enea Bastianini (I), Ducati, +4,798
5. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +7,698
6. Pedro Acosta (E), KTM, +9,185
7. Fabio Di Giannantonio (I), Ducati, +11,190
8. Jack Miller (AUS), KTM, +11,516
9. Raúl Fernández (E), Aprilia, +12,257
10. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +12,699
11. Miguel Oliveira (P), Aprilia, +13,492
12. Franco Morbidelli (I), Ducati, +15,578
13. Johann Zarco (F), Honda, +16,439
14. Alex Márquez (E), Ducati, +16,816
15. Brad Binder (ZA), KTM, +16,969
16. Takaaki Nakagami (J), Honda, +19,123
17. Augusto Fernández (E), KTM, +23,618
18. Luca Marini (I), Honda, +27,854
– Marco Bezzecchi (I), Ducati, 4 Runden zurück
– Alex Rins (E), Yamaha, 7 Runden zurück
– Joan Mir (E), Honda, 9 Runden zurück
– Francesco Bagnaia (I), Ducati, 10 Runden zurück

WM-Stand nach 10 von 42 Rennen:

1. Martin, 129 Punkte. 2. Bagnaia 91. 3. Marc Marquez 89. 4. Bastianini 89. 5. Viñales 81. 6. Acosta 73. 7. Binder 67. 8. Aleix Espargaró 51. 9. Di Giannantonio 47. 10. Bezzecchi 36. 11. Alex Márquez 33. 12. Quartararo 25. 13. Miller 24. 14. Oliveira 23. 15. R. Fernández 18. 16. Morbidelli 15. 17. Mir 12. 18. A. Fernández 13. 19. Zarco 9. 20. Rins 7. 21. Pedrosa 7. 22. Nakagami 6. 23. Marini 0.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati, 170 Punkte. 2. KTM 107. 3. Aprilia 100. 4. Yamaha 28. 5. Honda 17.

Team-WM:
1. Ducati Lenovo Team, 180 Punkte. 2. Prima Pramac Racing 144. 3. Aprilia Racing 132. 4. Gresini Racing 122. 5. Red Bull KTM Factory Racing 91. 6. Red Bull GASGAS Tech3 86. 7. Pertamina Enduro VR46 Racing Team 83. 8. Trackhouse Racing 41. 9. Monster Energy Yamaha 32. 10. LCR Honda 15. 11. Repsol Honda Team 12.

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