Wir haben in Misano alle mehr erwartet

Kolumne von Stefan Bradl
MotoGP
Stefan Bradl vor dem Start in Misano

Stefan Bradl vor dem Start in Misano

Beim San-Marino-GP habe ich nach drei Runden gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Nach dem Rennen stellte sich heraus, dass der Reifendruck vorne zu niedrig war.

Nach dem vierten Startplatz waren die Hoffnungen natürlich gross. Und ehrlich gesagt: Ohne die Probleme mit dem Vorderreifen hätte ich Zweiter werden können. Es hat mich am Anfang gefreut, als nur Valentino Rossi zwischen mir und Jorge Lorenzo war, weil ich überzeugt war, ich kann schneller fahren als er. Aber ab der dritten Runde habe ich bemerkt, dass wir vorne ein arges Problem haben. Eine Stunde nach dem Rennen kam die Ursache zu Tage: Wir hatten vorne zu wenig Reifendruck.

Nach dem dritten freien Training hat unser LCR-Teamkoordinator Oscar Haro im Spass gesagt, an diesem Wochenende sollte man dem Fahrer keine Gage bezahlen. Ich konnte ihm nicht richtig widersprechen, denn ich hatte in den drei Trainings erst fünf fliegende Runden gedreht!

Freitag früh habe ich die Box gar nicht verlassen, weil es weder nass noch trocken war, wir hätten also wirklich nichts gelernt. Am Freitagnachmittag bin ich nur zwei «installation laps» gefahren. Dieser Begriff kommt aus der Formel 1 und bedeutet, dass wir einfach mit jedem Motorrad eine Runde zurückgelegt und geschaut haben, ob alle Systeme wie Bremsen, Getriebe und Elektronik ordentlich funktionieren.

Samstag früh kamen immerhin fünf Runden zustande. Ich war nach drei Runden Dritter, das heisst, ich habe mich schnell an die feuchten Bedingungen angepasst. Wir wollten aber im Gegensatz zu Alvaro Bautista keine Slicks mehr montieren, seine Bestzeit war nicht so bedeutsam. Crew-Chief Beefy Bourguignon hätte gerne überprüft, ob sich die Modifikationen vom Aragón-Test auch in Misano bewähren. Das liess sich aber erst im trockenen Qualifying checken.

Am Freitagabend hat mich Kevin Schwantz erstmals im Motorhome besucht. Er hat früher mit Beefy zusammengearbeitet und mich gelobt. Er sagte, es sei im Rookie-Jahr wichtig, möglichst viel zu fahren, wenig zu stürzen und dadurch dem Team möglichst viele Infos zu liefern. Kevin hat mir ein paar sehr wertvolle Tipps gegeben, die ich mir sicher zu Herzen nehme. Ausserdem hat er mich für den Winter zum Dirt-Track-Fahren und Radtraining nach Texas eingeladen.

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