Servus TV: «Betriebsratsidee nicht gerade dienlich»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Texas-GP: Alex Hofmann, Andrea Schlager und Gustl Auinger von Servus TV

Texas-GP: Alex Hofmann, Andrea Schlager und Gustl Auinger von Servus TV

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz stellt den Sendebetrieb bei Servus TV nicht in erster Linie aus wirtschaftlichen Gründen ein. Eine geplante Betriebsratsgründung habe die Unabhängigkeit des Senders gefährdet, heisst es.

Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz hat inzwischen den Bericht von SPEEDWEEK.com bestätigt, wonach die Entscheidung zur Schließung des österreichischen Privatsenders Servus TV mit einer anonymen Initiative zur Gründung eines Betriebsrats in Zusammenhang stehe.

Der Betriebsrat habe sich «anonym, unterstützt von Gewerkschaft und Arbeiterkammer» gebildet, bestätigte Dietrich Mateschitz am Dienstag gegenüber der österreichischen Presseagentur APA.

«Dass diese Vorgehensweise bei der Entscheidung in der aktuellen Situation nicht gerade dienlich war, ist evident», erklärte Mateschitz in einer Stellungnahme gegenüber der Austria Presse Agentur.

Von welchen der 246 Mitarbeitenden die Gründung des Betriebsrats ausging, ist bisher unklar. Bei Servus TV ist von einem Rund-Mail die Rede, in dem eine anonyme Online-Abstimmung über die geplante Betriebsratsgründung vorgeschlagen wurde. Als Absender sei eine externe E-Mail-Adresse verwendet worden, wird berichtet. Das habe Mateschitz empört.

Dietrch Mateschitz vermutet, dass der Betriebsrat «anonym, unterstützt von Gewerkschaft und Arbeiterkammer» zustande gekommen wäre. «Doch Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und Unbeeinflussbarkeit besonders durch politische Parteien, egal welcher Ausrichtung, waren von Anfang an ein tragender Pfeiler von Servus TV», stellte Mateschitz klar. Eine Betriebsratsgründung hätte die Unabhängigkeit des Privatsenders nachhaltig «beschädigt», ergänzte der Energy-Drink-Hersteller.

Servus TV hatte am heutigen Dienstag die baldige Einstellung des Sendebetriebs kundgetan. 246 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.

Vom Red Bull Media House wurden schon vor wenigen Wochen im Zuge personeller Änderungen die Pläne für den weltweiten Kanal «Global TV» vorläufg auf Eis gelegt.

Servus TV hatte für die nächsten drei Jahre die terrestrischen MotoGP-Liverechte gekauft, auch im Hinblick auf die Rückkehr des Motorrad-GP von Österreich auf den Red Bull Ring in Spielberg (14. August), der erstmals seit 19 Jahren in der Steiermark ausgetragen wird.

Dass der Sendebetrieb per Ende Juni eingestellt wird, wurde von den Servus-TV-Verantwortlichen bisher nicht bestätigt.

Vom Le-Mans-MotoGP-Event am kommenden Wochenende werden – wie geplant – Andrea Schlager, Walter Zipser und Alex Hofmann vor Ort berichten. Kommentator Christian Brugger fehlt, weil er am Sonntag vom «Wings for Life World Run» berichtet und am Montag die Sendung «Sport & Talk im Hangar-7» moderiert.

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