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Lucy Michel (19): Abenteuer in Frauen-WM geht los

Von Esther Babel
Lucy Michel

Lucy Michel

Die 1,50 Meter große Lucy Michel hat den Sprung in das Aufgebot der ersten Motorrad-Frauen-WM geschafft. Neben ihrem Vollzeit-Job hat sie sich auf die neue Saison vorbereitet. Der Adrenalinpegel steigt vor Cremona-Test.

Bevor Lucy Michel die Reise ins italienische Cremona antrat, wo Donnerstag und Freitag dieser Woche im Rahmen der Women’s Circuit Racing World Championship die ersten gemeinsamen Testfahrten stattfinden, fand sie noch Zeit für ein flottes Interview mit SPEEDWEEK.com.

Es war gar nicht so einfach, die Rennfahrerin zu erwischen, denn neben ihren Saison-Vorbereitungen, den Testfahrten und dem Fitness-Programm hat die 19-Jährige noch einen 40-Stunden-Job. Aktuell hat sie gerade Halbzeit bei ihrer dreijährigen Ausbildung zur Röntgen-Assistentin. «Mein Chef unterstützt mich bei meinen Rennsport-Aktivitäten, zum Glück», erklärte Michel. «Sie haben sogar den Artikel über meine WM-Nominierung auf ihrer Seite geteilt.»

Wenn Lucy Michel bei den offiziellen Testfahrten erstmals auf ihre Konkurrentinnen trifft, hat sie zumindest schon eine leise Ahnung, wo es in Cremona langgeht. Viele Trainingskilometer konnte die Yamaha-Pilotin mit ihrer Test-R7 noch nicht absolvieren, aber neben Most und Misano standen auch ein paar Runden Cremona auf dem Programm. «Eine coole Strecke», urteilt sie. «Die Kurven sind relativ rund, nicht so eckig. Man kann gut den Schwung mitnehmen. Zum Lernen ist die Strecke so ein Mittelding, aber gut schaffbar.»

Das Team TSL um ihren Teamchef Stefan Laux bleibt wie in den vergangenen Jahren überschaubar. Als Mechaniker neben Laux fungiert Michels Papa Heiko, Mama Jeanette kümmert sich um den Rest. Beide opfern für den WM-Job der Tochter ihren Jahresurlaub.

Für Lucy Michel mit ihrer Größe von 1,50 Meter und dem Gewicht von 46 Kilo galt es erst einmal, das neue Motorrad in den Griff zu bekommen. Denn durch den größeren und vor allem breiteren Tank der R7 hatte Michel schlicht Probleme, vernünftig an den Lenker zu kommen. «Ich kam echt schwer dran», berichtet sie. «Vor allem in den Kurven hatte ich anfangs Probleme, da ich immer mit den Armen am Tank hängengeblieben bin, es war wie ein Widerstand. Die Höhe des Motorrads ist kein Problem für mich. Das ist ähnlich wie bei einer R3. Aber für die Sache mit dem Tank habe ich echt eine neue Fahr-Technik und viele Kilometer gebraucht, um damit klarzukommen.»

Wenn sich Lucy Michel bei ihrer Konkurrenz umschaut, steigt schon ein wenig der Adrenalinspiegel. Denn mit Ana Carrasco trifft sie auf eine Supersport-300-Weltmeisterin, die als Teil des Teams Evan Bros. Racing, welches mit Valentin Debise in der Supersport-WM am Start ist, mit Top-Unterstützung aus der WM-Szene anreist. Die Französin Emily Bondi kann als Trainings-Partner keinen Geringeren als MotoGP-Pilot Johann Zarco aufbieten. «Wirklich arbeiten gehen die ja alle nicht, oder», fragt sich Michel, «es kommt mir vor, als würden die fahren, fahren und noch mal fahren. Das wird für uns schon eine Herausforderung.»

Das Training ihrer körperlichen Fitness hat Michel im Winter gemeinsam mit ihrem Trainer Maik Thies, der sie seit Jahren unterstützt, auf die neue Aufgabe angepasst. «Ich habe mehr Krafttraining gemacht», berichtet die WM-Pilotin, «und wir haben nach der Ausdauer geschaut. Zusammen mit den Testfahrten fühle ich mich im Rahmen unserer Möglichkeiten gut vorbereitet. Die meisten Strecken werden auch neu für mich sein. Außer Cremona und Misano kenne ich keine aus dem diesjährigen WM-Kalender. Nebenher sind wir nach wie vor noch auf der Suche nach Sponsoren. Denn wir haben nach wie vor eine Lücke, die es zu schließen gilt. Das regeln wir nach gemeinsamer Absprache.»

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