Uwe Nittel: Erfolg auf italienischem Schotter

Von Toni Hoffmann
Uwe Nittel

Uwe Nittel

Der schwäbische Motorsport-Profi erneut siegreich in Italien, offensichtlich immer dann, wenn ein italienischer Tuner die Leistungsstärke seines Rallye-Fahrzeuges präsentieren will, ist das ein Fall für Uwe Nittel.

So auch am vergangenen Wochenende bei der Prealpi Rally Show in den Bergen nördlich von Venedig. Das Team Rally Project aus Rom brachte einen neuen Mitsubishi Lancer Evo X in den gleichnamigen Markenpokal, am Steuer saß der Inhaber der Rallye-Schule «drift&drive» zusammen mit Co-Pilot Thomas Herbst. Die ungewohnt hohe Startnummer 37 machte Nittel stutzig, doch ein Blick in die Nennliste brachte erste Klarheit.

Die italienische Rallye-Liga war mit fünf WRC-Boliden, 15 Super 2000-Fahrzeugen und weiteren 5 R4-Geräten bestens aufgestellt. Dann folgte eine scheinbar nicht enden wollende Liste von Lancer-Cup-Teilnehmern. Insgesamt fanden 139 Teams den Weg zu dieser Schotter-Veranstaltung. Kurz, Knackig aber extrem anspruchsvoll, so lautete die einhellige Beschreibung der knapp neun Kilometer langen Schotter-Wertungsprüfung, die viermal zu durchfahren war. Zum Eingewöhnen auf das neue Sportgerät blieb dem ehemaligen Rallye-Profi kaum Zeit. Knappe fünf Kilometer auf dem Shakedown, einem letzten Test unter Wettbewerbsbedingungen, mussten ausreichen. «Eigentlich viel zu wenig, denn ich bin 2009 meine letzte Schotter-Rallye gefahren. Aber das Gefühl für das neue Auto ist gut», so Nittel anschließend.  

Vor dem Start am frühen Morgen war die Stimmung bestens, «minus vier Grad, strahlender Sonnenschein, im Hintergrund die schneebedeckten Berge und ich sitze im Rallye-Auto, das ist hier ein Gefühl wie bei der Rallye Monte-Carlo», strahlte Nittel. Nach dem ersten Durchgang wurden die Gesichter im Team extrem lang, die Stoppuhren belegten für Nittel / Herbst nur die 23. Zeit in der Gesamtwertung und weit weg von den schnellsten Lancer-Piloten. «Der Motor hat plötzlich bei 4.000 Umdrehungen abgeriegelt, da ging nichts vorwärts», erklärte der Schwabe. Der technische Fehler war schnell behoben und die Stimmung bei Nittel stieg schlagartig als er erfuhr, dass für die Endwertung nur die besten drei der insgesamt vier Wertungsprüfungen herangezogen werden.  

«Dann müssen wir jetzt halt etwas zügiger unterwegs sein», lautete die klare Ansage. Das Gefühl, ein Auto auf Schotter am absoluten Limit zu bewegen kam immer mehr zurück. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Hinter fünf WRC-Boliden, einem Skoda Fabia Super 2000 und einem verbesserten R4-Lancer fuhren Nittel / Herbst auf den achten Gesamtrang. Sie gewannen ihre Wertungsklasse und wurden damit auch schnellstes Team im Lancer-Cup.  

«Während der gesamten Veranstaltung ist mir so richtig bewusst geworden, dass ich aus der Rallye-Szene komme und wo ich hingehöre», so Nittel anschließend. «Rundstreckenrennen wie bei den 24-Stunden am Nürburgring oder Einsätze im Porsche Cup, die machen richtig Spaß, aber am Rallye-Sport, da hängt mein Herz dran.»  

Derweil laufen bei dem Schwaben die Vorbereitungen für sein Snow & Ice WinterTraining in Finnland auf Hochtouren. Von Januar bis Anfang März erlernen die Teilnehmer dort auf Eis und Schnee den gepflegten Drift in einem Allrad-Lancer. «Die Resonanz ist wieder beeindruckend, fast alle Lehrgänge sind schon ausgebucht.»

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