Sandro Cortese: «Ein harter Winter ohne Perspektive»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

«Ich suche einen Teamplatz, für den ich kein Geld aus meiner Tasche bezahlen muss», sagt Sandro Cortese, der jetzt für die Superbike-WM 2020 auf einen Vertrag mit Pedercini Kawasaki hofft.

Weil Leon Camier nach seiner Schulter-Operation am 24. Dezember körperlich noch nicht auf der Höhe ist, setzte das Barni-Team bei den Tests in Jerez und Portimao Sandro Cortese auf die Ducati Panigale V4R.

Pech für den Schwaben: In Jerez waren die Bedingungen sehr wechselhaft und die Strecke war nie komplett trocken. Und in Portimao musste er am zweiten und letzten Testtag in Europa nach der Mittagszeit für Camier Platz machen, der es doch probieren wollte.

Unter diesen Voraussetzungen war er schwer für Cortese, auf seine fahrerische Klasse aufmerksam zu machen – der zweifache Champion hat für 2020 nach wie vor keinen Arbeitgeber.

Für die komplette Superbike-WM bietet sich Cortese derzeit nur noch eine Möglichkeit: Bei Pedercini Kawasaki. Mit Teamchef Lucio Pedercini wird es diese Woche weitere Gespräche geben.

«Ich suche einen Teamplatz, für den ich kein Geld aus meiner Tasche bezahlen muss», unterstrich der 30-Jährige gegenüber SPEEDWEEK.com. «Ich möchte ein Gehalt und meine Spesen bezahlt bekommen, das ist das Mindeste, was man als Arbeitnehmer verlangen kann. Und idealerweise ein gutes Motorrad. Aber so eine Kombination heutzutage zu finden, ist sehr rar. Alles was ich jetzt tun kann, ist mich fit zu halten und auf meine Chance zu warten.»

Kommt es dir nicht seltsam vor, dass du als zweifacher Weltmeister und mit 20 Top-10-Platzierungen letzte Saison kein Team findest? «Ich verstehe es auch nicht, aber im Moment ist es leider so», stellte Cortese fest. «Ich hatte einen harten Winter mit der Operation an der Schulter. Danach stehst du ohne Perspektive da. Ich hatte keinen Vertrag, sollte aber trotzdem bis Mitte Januar fit sein, falls etwas passiert. Dank meiner Familie und Freundin habe ich diese Situation gemeistert, sie standen jeden Tag hinter mir und sagten, dass alles seinen Grund hat. In solchen Situationen hilft es, positiv zu denken. Wenn du da negative Gedanken ins Spiel bringst, dann kannst du es sein lassen. In Jerez hatte ich nicht gedacht, dass ich die Barni-Ducati in Portimao noch einmal fahren darf. Im Moment lebe ich von Tag zu Tag.»

«Ich wünsche ja auch niemandem, dass er sich verletzt», ergänzte Cortese. «Aber im Sport ist es leider so. Neben der Superbike-WM gäbe es auch noch Moto2. Aber ich muss zugeben, dass ich von der Ducati sehr begeistert bin, das ist ein beeindruckendes Motorrad. Mich hat jedes MotoE-Team angerufen und ich habe abgelehnt – weil ich nicht nur vier Rennen im Jahren fahren möchte. Das wäre mein Abgang vom Motorrad-Rennsport und ich könnte normal zum Arbeiten gehen. Ich bekam auch Angebote aus der Endurance-WM, habe mich aber nicht ernsthaft damit beschäftigt. Weil es mein Traum ist, Superbike-WM zu fahren. Positiv ist, dass ich wieder topfit bin. Trotzdem gehe ich noch mal zurück in die Reha nach Ulm, um auf diesem Level weiterzuarbeiten.»

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