Jubel: Sandro Cortese fährt 2020 doch Superbike-WM

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Kurz vor dem Saisonstart der Superbike-WM in Australien hat Sandro Cortese noch ein Team gefunden. Der Schwabe wird bei Pedercini eine Kawasaki ZX-10RR pilotieren, die der Werksmaschine von Johnny Rea kaum nachsteht.

Ende Januar durfte Sandro Cortese knapp vier Tage für das Team Barni Ducati statt des verletzten Leon Camier in Jerez und Portimao testen.

Der zweifache Weltmeister wollte sich für 2020 empfehlen, nachdem alle Verhandlungen mit den Superbike-Teams GRT Yamaha, Ten Kate Yamaha, Puccetti Kawasaki, Barni Ducati und MIE Honda sowie Marc VDS für die Moto2-WM aus verschiedenen Gründen gescheitert waren.

Während des Tests für Barni Ducati kristallisierte sich heraus, dass Cortese zwar schnell Fortschritte mit der Panigale V4R erzielte, es aber keine Möglichkeit gibt, für ihn ein zweites Motorrad zu finanzieren.

Der dauerverletzte Camier setzte sich am letzten Tag der Europa-Tests wieder auf die Maschine, war aber alles andere als fit. Trotzdem will der Britische Meister von 2009 beim Saisonstart am letzten Februar-Wochenende auf Phillip Island unbedingt dabei sein.

Dafür ging für Cortese eine andere Türe auf. Kawasaki-Teamchef Lucio Pedercini nahm in Jerez Kontakt mit ihm auf, die beiden waren schnell auf einer Wellenlänge.

Nach der Trennung vom ehemaligen Hauptsponsor Global Service Solutions vor Weihnachten musste sich Pedercini neu aufstellen, auch die Fahrerverträge waren hinfällig.

Jordi Torres wechselte zu Honda in die Spanische Meisterschaft, Lorenzo Savadori fungierte zuletzt als MotoGP-Testfahrer von Aprilia.

Das Pedercini-Team ist für 2020 gut gewappnet: Cortese bekommt einen 2020-ZX-10RR-Motor von Tuner Akira, die Elektronik, Schwinge, Umlenkung sowie die Federelemente von Showa sind identisch mit jenen des Kawasaki-Werksteams von Jonathan Rea und Alex Lowes.

Lucio Pedercini hat einen Elektroniker von Provec engagiert, der spanischen Firma hinter dem Kawasaki-Werksteam. Der einzige Unterschied zu den Werksmaschinen wird bei den ersten beiden Übersee-Events in Australien und Katar der Rahmen sein, das aktuelle Modell bekommt Cortese zum Europa-Auftakt in Jerez am letzten März-Wochenende.

Ende letzter Woche erhielt Cortese von Pedercini den Vertrag und ließ diesen anschließend von seinen Rechtsberatern prüfen; Samstagnachmittag unterschrieben die beiden Parteien. Wie groß das gegenseitige Vertrauen ist beweist die Tatsache, dass der Berkheimer bereits letzten Mittwoch bei Ausrüster Dainese seine Lederkombi im Pedercini-Design bestellte, um auf Phillip Island auch optisch zu glänzen.

Kommenden Mittwoch fliegt Cortese von München nach Melbourne, «bevor ich zum ersten Mal auf dem Motorrad sitze, will ich zwei Tage für mich haben, mich entspannen und trainieren», erzählte der 30-Jährige SPEEDWEEK.com.

Am 24./25. Februar hat Sandro zwei Testtage mit der ZX-10RR, bevor am Wochenende darauf die Weltmeisterschaft 2020 beginnt. Nach der Yamaha R1 und der Ducati V4R ist die Kawasaki sein drittes Superbike innerhalb fünf Monaten.

Corteses Team startet unter dem Namen Outdo Kawasaki TPR.

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