Alvaro Bautista (Honda): «Mein Gehirn neu gestartet»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Alvaro Bautista

Alvaro Bautista

Seit dem Neustart der Superbike-WM nach der Coronapause kommt Alvaro Bautista mit der Honda CBR1000RR-R deutlich besser zurecht. «Aber Siege liegen derzeit außer Reichweite», meinte er nach seinem ersten Podestplatz.

Seine gesamte MotoGP-Karriere von 2010 bis 2018 war Alvaro Bautista mit V-Motoren unterwegs. Als er 2019 in die Superbike-WM kam, hatte er bei Ducati erneut einen V4, gewann auf Anhieb 16 Rennen und wurde hinter Jonathan Rea (Kawasaki) Vizeweltmeister.

Dieses Jahr pilotiert der Spanier für Honda die neue CBR1000RR-R und damit erstmals einen Reihenvierzylinder. Die Umstellung fiel ihm nicht einfach, anfänglich war ihm Teamkollege Leon Haslam mit seiner Erfahrung auf solchen Maschinen einen Schritt voraus.

Dann kam die fünfmonatige Coronapause. Als es im Juli bei den Testfahrten in Barcelona weiterging, hatte sich das Kräfteverhältnis aus dem Nichts geändert.

«Ich habe während dieser ganzen Zeit nie über Motorräder nachgedacht, null», erzählte Bautista SPEEDWEEK.com in Aragon. «Ich blieb zu Hause und habe die Zeit mit meiner Familie und meinem Baby genossen. Das tat mir gut. Als ich zum Test nach Barcelona kam, lagen meine ganzen Eindrücke über das Motorrad weit zurück. Auf einmal fühlte ich mich auf dem Bike wohler, zuvor war mir alles fremd. Das Bike war anders, der Motor war anders, ich kämpfte mehr mit dem Motorrad, als es zu fahren. Dann testete ich und dachte mir, dass das Bike gar nicht so schlecht ist. Viel besser, als ich es in Erinnerung hatte. Dann wurden die Rückmeldungen immer besser und wir konnten Fortschritte erzielen. Es war, als hätte ich mein Gehirn neu gestartet.»

Am vergangenen Sonntag war es dann soweit: Bautista sorgte mit Rang 3 im zweiten Hauptrennen in Aragon für den ersten Podestplatz von Honda in der Superbike-WM seit fast vier Jahren.

«Es ist nach wie vor so, dass ich eher daran arbeite mein Gefühl auf dem Motorrad zu verbessern, statt meine Ergebnisse», unterstrich der 35-Jährige. «Es ist jetzt aber nicht so, dass dieser Podestplatz überraschend kam. Ich gebe immer mein Bestes und die Honda ist eine gute Maschine. Wir müssen nur alles noch ein bisschen besser hinbekommen. Wir gingen davon aus, dass wir es dieses Jahr aufs Podium schaffen, nur nicht so früh. Aber wenn es möglich ist – warum nicht?»

Bereits am kommenden Wochenende findet in Aragon der nächste SBK-Event statt. «Wir müssen abwarten, welche Bedingungen wir dann haben», meinte der Vizeweltmeister. «Es sieht so aus, als würde es deutlich wärmer, dadurch verändert sich die Strecke. Wir können an einigen Details des Bikes arbeiten, für einen Sieg sind wir aber noch nicht bereit. Dafür braucht es größere Schritte. Ich fahre das ganze Rennen am Maximum. Wenn du gewinnen willst, musst du immer noch ein oder zwei Prozent in der Hinterhand haben. Damit du im entscheidenden Moment pushen oder mit dem Reifen haushalten kannst. Was ich am Sonntag gezeigt habe, war unser Maximum. Ich glaube nicht, dass wir innerhalb einer Woche etwas extra finden. Der Schritt zum ersten Sieg scheint klein, er ist aber zu groß, um ihn auf die Schnelle zu machen.»

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