BMW: Applaus für entlassenen Eugene Laverty

Von Kay Hettich
Superbike-WM
Eugene Laverty und Rennchef Marc Bongers

Eugene Laverty und Rennchef Marc Bongers

Nach nur einer Saison endete mit dem Superbike-Meeting in Estoril die Zusammenarbeit von BMW und Eugene Laverty. Der Nordire blickt in eine unsichere Zukunft.

Eugene Laverty hatte während seiner Karriere selten ein glückliches Händchen bei seinen Team-Entscheidungen. Yamaha zog sich 2011 nach seinem Debüt-Jahr mit dem Werksteam aus der Superbike-WM zurück, dasselbe Schicksal widerfuhr ihm 2013 mit dem Aprilia-Werksteam.

Die Crescent Suzuki war 2014 nicht konkurrenzfähig. Anschließend fuhr Laverty auf minderwertigem Material zwei Jahre MotoGP, kehrte 2017 in die Superbike-WM zurück und eroberte 2018 auf der Milwaukee-Aprilia zweimal Rang 3, als Aprilia endgültig aus der seriennahen Weltmeisterschaft verschwand.

Im Go Eleven Team pilotierte der Nordire zwar 2019 eine starke Ducati Panigale V4R, aber erst seit dem Wechsel von Bitubo zu Öhlins für die Saison 2020 fährt das italienische Team starke Ergebnisse ein – da saß aber Michael Rinaldi auf der Ducati, während Laverty im BMW-Werksteam schon damit Mühe hatte, die Punkteränge zu erreichen. In der Gesamtwertung landete er mit nur 55 Punkten auf einem wenig schmeichelnden 15. Rang.

Nach nur einer Saison muss Laverty dem sieben Jahre jüngeren Michael van der Mark Platz machen. Wie es 2021 für ihn weitergeht, weiß der 34-Jährige nicht. Mit den Plätzen 12, 16 und 12 beim Saisonfinale in Estoril konnte er auch nicht viel Werbung in eigener Sache machen.

«Das gesamte Wochenende in Estoril war schwierig. Vom ersten Training an war klar, dass die vielen langsamen Kurven unserem Bike nicht entgegengekommen sind», erklärte der BMW-Pilot. «Aber wir haben nie aufgegeben und hart gearbeitet. Das Gute war, dass wir im zweiten Rennen einen Schritt nach vorn gemacht haben, da unsere Pace stärker war als am Samstag.»

«Wir haben im Lauf der Saison Fortschritte gemacht, vor allem in der zweiten Hälfte», meinte Laverty weiter. «Das Highlight war Magny-Cours mit unserer Poleposition, aber leider war die Saison mit nur acht Rennwochenenden recht kurz. Ich hätte gern mehr Zeit auf dem Bike verbracht. Die Saison ist nun vorbei, und für mich ist es an der Zeit, mir Gedanken über 2021 zu machen.»

BMW-Rennchef Marc Bongers attestierte Laverty Entwicklerqualitäten, für die der Routinier sich auch bei anderen Herstellern einen Namen gemacht hat.

«Ich möchte mich herzlich bei Eugene bedanken. Es war auch für ihn eine schwierige Saison, doch wir konnten trotzdem von seiner Arbeit profitieren. Unter anderem haben wir im Bereich Elektronik mit ihm Fortschritte gemacht», sagte der Niederländer zum Abschied.

Auch Teamchef Shaun Muir dankte Laverty.

«Es war ein hartes Jahr für ihn, und da die Saison verkürzt war, wurde sein Job noch schwieriger», weiß der Brite. «Wir danken ihm für alle seine Anstrengungen und für das, was er ins Team eingebracht hat, und wünschen ihm alles Gute für das nächste Jahr, wo auch immer ihn sein Weg hinführen wird.»

Ergebnis Superbike-WM, Estoril, Lauf 2
Pos Fahrer Motorrad Zeit/Diff
1. Chaz Davies Ducati 34:07,368 min
2. Scott Redding Ducati + 1,951 sec
3. Toprak Razgatlioglu Yamaha + 2,556
4. Michael van der Mark Yamaha + 10,423
5. Alvaro Bautista Honda + 15,473
6. Michael Rinaldi Ducati + 20,277
7. Leon Haslam Honda + 21,074
8. Xavi Fores Kawasaki + 21,291
9. Federico Caricasulo Yamaha + 22,427
10. Tom Sykes BMW + 25,168
11. Jonas Folger Yamaha + 26,945
12. Eugene Laverty BMW + 28,511
13. Leandro Mercado Ducati + 32,281
14. Jonathan Rea Kawasaki + 38,800
15. Matteo Ferrari Ducati + 46,083
16. Eric Granado Honda + 47,000
17. Takumi Takahashi Honda + 47,295
18. Sheridan Morais Kawasaki > 1 min
19. Loris Cresson Kawasaki > 1 min
Out Alex Lowes Kawasaki  
Out Loris Baz Yamaha  
Out Garrett Gerloff Yamaha  

 

Stand Superbike-WM nach Estoril
Pos Fahrer Motorrad Punkte
1. Jonathan Rea Kawasaki 360
2. Scott Redding Ducati 305
3. Chaz Davies Ducati 273
4. Toprak Razgatlioglu Yamaha 228
5. Michael van der Mark Yamaha 223
6. Alex Lowes Kawasaki 189
7. Michael Rinaldi Ducati 186
8. Loris Baz Yamaha 142
9. Leon Haslam Honda 113
10. Álvaro Bautista Honda 113
11. Garrett Gerloff Yamaha 103
12. Tom Sykes BMW 88
13. Xavi Fores Kawasaki 61
14. Federico Caricasulo Yamaha 58
15. Eugene Laverty BMW 55
16. Leandro Mercado Ducati 24
17. Marco Melandri Ducati 23
18. Jonas Folger Yamaha 19
19. Sandro Cortese Kawasaki 14
20. Sylvain Barrier Ducati 12
21. Maximilian Scheib Kawasaki 11
22. Takumi Takahashi Honda 6
23. Matteo Ferrari Ducati 5
24. Christophe Ponsson Aprilia 4
25. Roman Ramos Kawasaki 4
26. Lorenzo Zanetti Ducati 3
27. Valentin Debise Kawasaki 2
28. Eric Granado Honda 1
29. Xavier Pinsach Kawasaki 1

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