Neue Kawasaki ZX-10RR: Viel Arbeit für Cheftechniker

Von Kay Hettich
Superbike-WM
Die neue Kawasaki ZX10-RR debütierte beim Jerez-Test

Die neue Kawasaki ZX10-RR debütierte beim Jerez-Test

Auf die neuen Motorräder von Ducati und Honda reagierte Kawasaki mit einer in vielen Details verbesserten Ninja ZX-10RR. «Mission erfüllt» lautet das Fazit von Cheftechniker Marcel Duinker.

Auch wenn Jonathan Rea weiter ungeschlagen ist und 2020 zum sechsten Mal in Folge die Superbike-Weltmeisterschaft gewann, wird die Luft von Kawasaki dünner. Gleich drei Ducati-Piloten konnten in der abgelaufenen Saison mit der Panigale V4R Rennen gewinnen, Yamaha machte durch konsequente Weiterentwicklung Boden gut und auch Honda sollte in der zweiten Saison mit der CBR1000RR-R deutlich konkurrenzfähiger sein. Außerdem bringt BMW für 2021 die neue M1000RR, mit der das bisherige Top-Speed-Manko Vergangenheit sein soll. 

Schon lange fordert Jonathan Rea von Kawasaki eine Reaktion, beim zweitägigen Jerez-Test war es soweit. Weil sich die Rennmaschine in vielen Bereichen vom Serienbike unterscheidet, sahen wir einen Hybrid aus dies- und nächstjährigem Bike auf der Rennstrecke. Optisch war die markante Verkleidung die größte Veränderung, unter dem Carbon werkelt ein verbesserter Reihenverzylinder.

«Alle Änderungen an der neuen ZX-10RR sind dem Rennsport geschuldet und für die Superbike-WM gemacht», erklärte Alex Lowes’ Crew-Chief Marcel Duinker im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.

Vor Lowes arbeitete Duinker viele Jahre mit Tom Sykes und 2018 mit Leon Haslam. Beim zweitägigen Test überzeugte Lowes mit konstanten Rundenzeiten und einer persönlichen Bestzeit von 1:38,887 min.

«Es war ein sehr guter Test. Nach dieser Saison war es für uns sehr einfach zu verstehen, wo wir uns verbessern mussten – und genau das haben wir getan», urteilte der Niederländer. «Wir gingen sehr entspannt vor, weil wir einen engen Testplan mit fünf Hauptelementen hatten: Fahrwerk und Motor. Wir haben diese Punkte durchgearbeitet und konnten schnell und konstant sein. Alex ist sehr glücklich, er hatte an beiden Tagen ein Lächeln im Gesicht. Ich kann nur sagen, dass die Mission bisher erfüllt wurde.»

Für die Test-Bestzeit sorgte einmal mehr Jonathan Rea, der mit einem Qualifyer in 1:38,324 min seinen eigenen Pole-Rekord aus dem Jahr 2019 mit der neuen Kawasaki ZX-10RR nur um winzige 0,077 sec verfehlte, dabei aber 0,015 sec schneller fuhr als Hondas MotoGP-Test- und Ersatzfahrer Stefan Bradl.

Pere Riba, der seit 2015 Cheftechniker des Nordiren ist, sieht noch Verbesserungsbedarf. «Wir haben das neue Bike getestet und alte und neue Teile miteinander verglichen, um Informationen zu sammeln», sagte der Spanier. «Der Motor hat einen anderen Charakter, der sich bemerkbar macht. Die Aerodynamik der neuen Verkleidung scheint sehr gut zu funktionieren und hilft in verschiedenen Bereichen, aber dadurch ändert sich die Balance. Wir brauchen mehr Zeit, um das beste Paket zu finden.»

Zeiten Superbike-Test Jerez, 18. November:

1. Jonathan Rea (GB), Kawasaki, 1:38,324 min
2. Toprak Razgatlioglu (TR), Yamaha, 1:38,855
3. Alex Lowes (GB), Kawasaki, 1:38,887
4. Garrett Gerloff (USA), Yamaha, 1:39,172
5. Leon Haslam (GB), Honda, 1:39,852
6. Andrea Locatelli (I), Yamaha, 1:39,878
7. Lucas Mahias (F), Kawasaki, 1:40,195
8. Alvaro Bautista (E), Honda, 1:40,232
9. Kohta Nozane (J), Yamaha, 1:40,670
10. Isaac Vinales (E), Kawasaki, 1:40,893
11. Loris Cresson (B), Kawasaki, 1:43,187

Zeiten Superbike-Test Jerez, 17. November:

1. Garrett Gerloff (USA), Yamaha, 1:39,571 min
2. Jonathan Rea (GB), Kawasaki, 1:39,955
3. Toprak Razgatlioglu (TR), Yamaha, 1:40,055
4. Alex Lowes (GB), Kawasaki, 1:40,116
5. Leon Haslam (GB), Honda, 1:40,294
6. Alvaro Bautista (E), Honda, 1:40,342
7. Andrea Locatelli (I), Yamaha, 1:40,579
8. Lucas Mahias (F), Kawasaki, 1:40,852
9. Isaac Vinales (E), Kawasaki, 1:41,916
10. Kohta Nozane (J), Yamaha, 1:41,946
11. Loris Cresson (B), Kawasaki, 1:44,808

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