Alex Lowes: Keine Gnade gegenüber Bruder Sam

Von Tim Althof
Superbike-WM
Kawasaki-Werksfahrer Alex Lowes fuhr beim Meeting der Superbike-WM am Freitag auf den zweiten Rang, obwohl er im Winter dort nicht testete. Bruder Sam gestattete ihm hingegen einen Besuch ab.

Nach einem durchwachsenen Wochenende im portugiesischen Estoril, wo Alex Lowes als bestes Ergebnis einen vierten Rang zustande brachte, fühlte sich der Engländer am Trainingstag in Misano Adriatico deutlich wohler. Nach den beiden Trainingseinheiten am Freitag steht der Kawasaki-Pilot auf der zweiten Position, knappe drei Zehntelsekunden hinter Ducati-Werksfahrer Michael Ruben Rinaldi, der die Bestzeit fuhr.

«Es ist gut, endlich einmal wieder in Italien Rennen zu fahren. Nichts gegen Spanien oder Portugal, aber Italien ist wirklich schön, lächelte der 30-Jährige im Interview mit SPEEDWEEK.com. «Der Asphalt hat ein paar Wellen zwischen Kurve 2 und 3, außerdem am Eingang der letzten Kurve beim Bremsen, aber grundsätzlich ist der neue Asphalt großartig. Der Grip auf der Piste ist besser, als ich es mir erhofft hatte.»

Im ersten Training landete Lowes nur auf Platz 11, Teamkollege Jonathan Rea war ebenfalls nicht unter den Top-6, wie kommt die große Steigerung am Nachmittag zustande? «Wir hatten keinen Test in diesem Winter in Misano, sehr viele unserer Gegner jedoch schon. Am Morgen haben wir den SC0-Reifen genutzt, denn in Aragon und Estoril waren wir mit dieser Reifenmischung sehr schnell. Wir hatten es in diesem Jahr noch nicht geschafft, den weicheren SCX zum Arbeiten zu bringen. Ich habe außerdem auf vielen Strecken noch keine Erfahrung mit dem Bike, es ist immer noch eine Lehrstunde für mich», sagte der Engländer am Freitagabend.

Lowes weiter: «Am Nachmittag machten wir einen guten Schritt mit dem SCX-Reifen und wir haben uns im Vergleich zum ersten Training, ohne etwas Großartiges am Motorrad zu verändern, deutlich gesteigert», betonte der Kawasaki-Star. «In Estoril haben wir den weichen Riefen ausprobiert und waren am Ende langsamer als mit dem SC0, aber hier hat er in FP2 gut funktioniert.»

Moto2-Pilot und Zwillingsbruder Sam ist in Misano zu Gast in der Box. Ist das ein Vorteil für dich? «Es ist super, dass mein Bruder auch hier ist. Ich mag es, zu seinen Rennen zu kommen, er genießt es ebenso zu mir zu Besuch zu sein», erklärte er und fügte mit einem Lächeln an: «Er war draußen an der Strecke, aber als ich ihn da sah, war er ständig in Gesprächen, ich bin mir nicht sicher, ob er mir wirklich zugesehen hat.»

«Persönlich ist es fantastisch mit ihm», setzte er fort. «Wir lieben es, gemeinsam Zeit zu verbringen. Da der Rennkalender unserer Serien so vollgepackt ist, sehen wir uns nicht so oft, wie wir es gerne hätten, deswegen ist jede Minute zusammen mit ihm schön. Wenn ich ein paar Probleme beim Fahren habe, kann ich ihm einige Fragen stellen und wir sprechen dann darüber.»

«Im Golfcar hat er keine Chance gegen mich, doch auf der Strecke weiß ich es nicht, denn wir haben zuletzt vor 15 Jahren gegeneinander Rennen gefahren. Würden wir zusammen in die letzte Kurve einbiegen, würde ich keine Gnade walten lassen, ich würde natürlich angreifen», betonte er selbstbewusst.

Ergebnis Superbike-WM, Misano, kombiniert FP1/FP2
Pos Fahrer Motorrad FP1 FP2
1. Michael Rinaldi Ducati 1:34,902 1:34,334 min
2. Alex Lowes Kawasaki 1:35,914 1:34,628
3. Toprak Razgatlioglu Yamaha 1:34,848 1:34,909
4. Jonathan Rea Kawasaki 1:35,789 1:34,848
5. Garrett Gerloff Yamaha 1:34,923 1:35,396
6. Scott Redding Ducati 1:35,985 1:35,076
7. Alvaro Bautista Honda 1:35,809 1:35,202
8. Tom Sykes BMW 1:36,231 1:35,232
9. Axel Bassani Ducati 1:35,549 1:35,287
10. Leon Haslam Honda 1:35,733 1:35,328
11. Lucas Mahias Kawasaki 1:36,168 1:35,383
12. Chaz Davies Ducati 1:35,391 1:35,531
13. Tito Rabat Ducati 1:35,651 1:35,614
14. Michael vd Mark BMW 1:35,831 1:35,896
15. Eugene Laverty BMW 1:36,883 1:35,927
16. Jonas Folger BMW 1:36,409 1:36,010
17. Kohta Nozane Yamaha 1:36,288 1:36,044
18. Andrea Locatelli Yamaha 1:36,418 1:36,182
19. Isaac Vinales Kawasaki 1:36,914 1:36,340
20. Christophe Ponsson Yamaha 1:37,305 1:36,966
21. Samuele Cavalieri Kawasaki 1:38,411 1:37,211
22. Loris Cresson Kawasaki 1:39,881 1:39,235

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