Rossi-Besuch beflügelte Misano-Sieger Razgatlioglu
Am Samstag sprach Toprak Razgatlioglu noch davon, dass er beim Superbike-Meeting in Misano unbedingt seinen ersten Saisonsieg einfahren will. Im zweiten Lauf macht der Yamaha-Werkspilot seine Ankündigung wahr.
Das Meeting in Estoril verlief für Toprak Razgatlioglu mit drei Podestplätze (2-2-3) bereits sehr gut, aber beim dritten Saison-Event in Misano lief es für den Yamaha-Werkspiloten noch besser: Nach zwei zweiten Plätzen holte der 25-Jährige im zweiten Lauf seinen ersten Saisonsieg und ist in der Gesamtwertung nun erster Verfolger von Rekordweltmeister Jonathan Rea (Kawasaki).
Für den Sieg musste sich Razgatlioglu mächtig ins Zeug legen. Zunächst sah alles nach einem weiteren Sieg von Lokalmatador Michael Rinaldi (Ducati) aus, doch mit Hartnäckigkeit und Können verdrängte er den Italiener in Runde 8 von der Spitze und lag im Ziel 1,3 sec vor dem Ducati-Piloten.
"Wir haben an diesem Wochenende wirklich gut gearbeitet. Ich bin nur der Fahrer, das Motorrad und das Team sind genauso wichtig", betonte Razgatlioglu gegenüber SPEEDWEEK.com. "Im Warm-up hatten wir ein anderes Set-up probiert, womit ich aber nicht zurecht kam. Also haben wir für das Superpole-Race eine weitere Änderung vorgenommen, und das brachte eine deutliche Verbesserung. Ich fühlte mich damit viel wohler und konnte auch härter bremsen. Als ich im Sprintrennen hinter Rinaldi fuhr, hielt ich den Sieg im zweiten Lauf für möglich. Also habe ich nie aufgegeben und habe immer attackiert, um zu gewinnen – denn dafür mache ich diesen Job, nicht für zweite Plätze. Jetzt habe ich es geschafft und bin glücklich."
Weil WM-Leader Jonathan Rea (Kawasaki) nur dritte Plätze einfuhr, machte Razgatlioglu in der Gesamtwertung 15 Punkte auf den sechsfachen Weltmeister gut.
"Darauf schaue ich nicht, das macht mich nur nervös. Außerdem sind es noch so viele Rennen, und ich nehme es wie es kommt", meinte der WM-Zweite. "Natürlich motiviert mich dieses Ergebnis für Donington Park zusätzlich, zumal ich dort immer schnell war. Allerdings war ich dort noch nie mit der Yamaha R1. Johnny fuhr hier immer am Limit, das konnte ich von außen sehen. Er hatte in Misano kein gutes Wochenende, trotzdem ist er immer stark. Jetzt kam ich ihm zum ersten Mal etwas näher."
Am Freitag fuhr Razgatlioglu nach den freien Trainings auf die Ranch von Valentino Rossi.
"Wir hatten eine gute Unterhaltung, er ist ein großartiger Typ. Er verfolgt immer, wie ich mich an den Rennwochenenden schlage. Darüber freue ich mich besonders, denn Valle ist eine Legende", erzählte Razgatlioglu mit leuchtenden Augen. "Ich habe auch sein Training beobachtet, bin aber selbst nicht gefahren. Er lud mich ein, das irgendwann nachzuholen. Wenn wir in Misano einen Test haben, werde ich bei ihm vorbeischauen."
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