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Can Öncü (Yamaha): «Zu gefährlich, habe mich mit Platz 2 abgefunden»
Yamaha hat lange gebraucht, um aus der R1 ein siegfähiges Motorrad zu machen. Das für die Superbike-WM 2021 geschnürte Gesamtpaket ist so gut, dass man erstmals seit 14 Jahren wieder um den Herstellertitel kämpfen kann.
In den Statistiken der Superbike-WM spielt Yamaha keine große Rolle. Den einzigen Fahrer-WM-Titel fuhr der großartige Ben Spies 2009 für den Hersteller mit den gekreuzten Stimmgabeln im Logo ein, 2007 sorgten Noriyuki Haga und Troy Corser für den einzigen Gewinn der Herstellerwertung.
Mit der werksseitigen Rückkehr und einer neuen R1 sollte sich das ändern, doch erst 2018 fuhr Michael van der Mark in Donington Park den ersten Sieg ein. Gegen Kawasaki und Ducati war kein Ankommen.
In der Superbike-WM 2021 hat Yamaha beste Chancen, ein neues Kapitel in der seriennahen Meisterschaft zu schreiben – in Fahrer- und Marken-WM!
Denn mit Toprak Razgatlioglu, der nur drei Punkte hinter WM-Leader Jonathan Rea liegt, hat Yamaha ein sehr heißes Eisen im Kampf um die Superbike-Krone im Feuer. Und sorgte Jonathan Rea seit 2015 quasi im Alleingang für den Gewinn der Herstellerwertung durch Kawasaki, hat Yamaha neben dem Türken auch noch Superbike-Rookie Andrea Locatelli und Garrett Gerloff in der Hinterhand, die starke Ergebnisse einfahren.
Die aktuelle Herstellerwertung spiegelt das wider: Yamaha führt mit 283 Punkten vor Kawasaki mit 280. Als Razgatlioglu im zweiten Lauf in Assen stürzte, sprang Locatelli als Dritter ein. Als Rea im ersten Superbike-Lauf in Most stürzte, steuerte Alex Lowes nur Platz 13 bei – er war ebenfalls gestürzt!
Wenig verwunderlich ist Yamaha-Rennchef Andrea Dosoli hochzufrieden mit dieser Entwicklung.
"Toprak wollte unbedingt die in Assen verlorenen Punkte zurückholen und hat nicht nur mit seinem Speed überzeugt, sondern auch mit der erforderlichen Reife. Er griff zu, als im ersten Rennen und im Superpole-Race Siege möglich waren, aber er war klug genug, um Platz 2 im zweiten Lauf zu akzeptieren", lobte der Italiener. "Und nicht nur Toprak konnte gute Ergebnisse erreichen, sondern auch unsere anderen Fahrer. Deshalb führt Yamaha jetzt die Marken-Meisterschaft an."
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