Garrett Gerloff in der Krise: Jonathan Rea weiß warum

Von Kay Hettich
Garrett Gerloff und Jonathan Rea

Garrett Gerloff und Jonathan Rea

Zu Beginn der Superbike-WM 2021 kämpfte Garrett Gerloff regelmäßig in den Top-5, doch seit Assen befindet sich der Yamaha-Pilot in einer Krise. Beim Meeting in Jerez erreichte er nur noch zweistellige Ergebnisse.

Es ist auffällig: Seit Garrett Gerloff im zweiten Superbike-Lauf in Assen Yamaha-Aushängeschild Toprak Razgatlioglu zu Sturz brachte, ist der US-Amerikaner nicht mehr dasselbe. Das mag zum Teil an deutlichen Worten seitens seines Arbeitgebers liegen, aber der US-Amerikaner ist seitdem quasi unsichtbar. In keinem Training, keiner Superpole und keinem Rennen machte der sonst so draufgängerische Gerloff auf sich aufmerksam.

Mit Startplatz 10 sowie zwei zehnten Plätzen in Jerez ist der 26-Jährige im breiten Mittelfeld verschwunden!

«Es ist ein schwieriges Jahr. Ich habe mehr von mir erwartet und bin nur enttäuscht, wie die Dinge laufen», grübelte Gerloff. «Mein Team tut mir einfach so leid, ich habe es in diesem Jahr durch die Hölle geschickt. Ich habe das Gefühl, dass wir ein paar gute Momente hatten, aber sie wurden von anderen Ereignissen überschattet. Ich arbeite wirklich daran, die Dinge umzukehren, weil ich weiß, dass ich das kann. Es ist mental schwierig. Ich war noch nie in dieser Situation. Ich versuche, das hinter mir zu lassen.»

Dass Gerloff Probleme hat,fiel auch der Konkurrenz auf. Kawasaki-Star Jonathan Rea glaubt zu wissen, was den Texaner einbremst.

«Ich kann das ein wenig nachvollziehen. Gerade heutzutage durch die sozialen Medien äußern alle möglichen Menschen ihre Meinung. Ich spreche aus eigener Erfahrung, als ich vor zwei Wochen nach Magny-Cours unter Beschuss war, als die FIM das Ergebnis vom Superpole-Race korrigiert hatte», erzählte Rea am Jerez-Wochenende. «Es war schrecklich, was da in den sozialen Netzwerken abging. Drei Tage später postete ich ein Bild von meinem Motocross-Bike und bekam als Reaktion immer noch negative Kommentare. Man braucht breite Schultern, um das zu verdauen. Leute schrieben, dass sie mir Stürze wünschen und andere schlimme Sachen. Solche Kommentare sah ich seinerzeit auch bei Garrett.»

«Er machte ein paar Fehler, aber das Problem war, dass er in Assen einen der wichtigsten Fahrer erwischt hatte – Toprak. Das mental zu verarbeiten, ist nicht leicht. Die sozialen Medien und die Menschen an den Tastaturen sind dafür verantwortlich», appellierte der Nordire für einen gemäßigten Umgangston. «Wenn wir Fahrer unsere Lederkombi und Helm anziehen, sind wir vor gewissen Dingen geschützt. Aber wir sind auch nur Menschen und haben Gefühle. Mit tut Garrett leid, weil er zu Saisonbeginn für uns im Team zu den Titelkandidaten gehörte. Ich bin mir sicher, dass er die Ruhe um seine Person nutzen wird, um sich aus diesem Loch zu ziehen. Er ist ein starker und sehr talentierter Pilot.»

Nach Jerez ist Gerloff WM-Achter, hat aber nur einen Punkt Vorsprung auf Álvaro Bautista (Honda) und drei Punkte auf Tom Sykes (BMW), der in Andalusien fehlte. Selbst der auf Rang 11 platzierte Axel Bassani könnte dem Yamaha-Piloten noch gefährlich werden.

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