Philipp Öttl (Ducati) heldenhaft: Das war grenzwertig
Gute drei Wochen nach seinem Schlüsselbeinbruch kehrte Philipp Öttl bei der Superbike-WM in Misano auf seine Ducati zurück. Der 26-Jährige musste seine letzten Kraftreserven mobilisieren – und wurde beachtlicher Elfter.
Völlig erschöpft und sichtlich mitgenommen kauerte Philipp Öttl in der Box seines Teams Go Eleven Ducati im Stuhl, als SPEEDWEEK.com bei ihm vorbeischaute. Gute drei Wochen nach seinem mehrfachen Schlüsselbeinbruch in Estoril hatte der Bayer im ersten Rennen am Samstag einen Ausrutscher und ging leer aus. Im Superpole-Race am Sonntagvormittag musste er mit defekter Schaltgabel aufgeben.
"Das gehört zu den anstrengendsten Rennen in meinem Leben", erzählte der Superbike-Rookie. "Mein Körper hat sich am Samstag nach dem Qualifying ein bisschen verabschiedet. Das erste Rennen wäre gut gewesen, aber okay, ein Sturz passiert halt mal. Nach dem Warm-up am Sonntagmorgen dachte ich mir, dass ich unmöglich zwei Rennen fahren kann, das geht nicht. Ich hatte keine Kraft, woher auch? Ich konnte kein Krafttraining machen und schaffe nicht eine Liegestütze."
Öttl wurde in der Clinica Mobile zwar gut versorgt, eine Paracetamol 400 als Schmerzmittel bewirkt bei einem nicht verheilten Knochen und extremen Belastungen wie auf einem Superbike aber keine Wunder.
"Der Körper hält solche Belastungen nach einer OP eigentlich nicht aus", schilderte Philipp. "Ich hatte zwar das Gefühl, dass ich mein körperliches Level nach der OP gut gehalten habe, was die Ausdauer betrifft, aber Kraft ist halt etwas anderes. In der Nacht muss ich mit einem Kissen kuscheln, weil es mir sonst beim Liegen zu weh tut. Am Freitag dachte ich mir noch, das ginge alles ganz leicht, mich hat es nicht mal gezwickt. Ich hatte gehofft, dass es so weitergeht, weil ich mich gut gefühlt habe. So fit war ich noch nie nach einer Verletzung. Am Samstag ist die Kraft dann aber komplett weggebrochen, mein Arm ist fertig. Über den elften Platz kann ich nicht jammern, aber der Rückstand… Wobei der ist auch relativ, wenn Bautista dem Rea 15 sec aufbrummt – der fährt in einer anderen Liga."
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