Locatelli und Gerloff – Yamahas zweite Garde versagte
Während Toprak Razgatlioglu beim Meeting der Superbike-WM 2022 in Donington Park einen lupenreinen Dreifach-Sieg feierte, war von seinen Yamaha-Markenkollegen Andrea Locatelli und Garrett Gerloff nicht viel zu sehen.
Die meisten Experten erwarteten in Donington einen Durchmarsch von Kawasaki-Star Jonathan Rea, doch am Ende wurde das fünfte Meeting der Superbike-WM 2022
Der Yamaha-Star gewann erstmals an einem Rennwochenende alle drei Rennen und brachte sich damit auch in der Gesamtwertung wieder ins Spiel – seinen Rückstand auf WM-Leader Álvaro Bautista (Ducati) reduzierte der Türke von ursprünglich 79 auf 43 Punkte!
Der Yamaha-Triumph ist der fahrerischen Sonderklasse von Razgatlioglu zu verdanken, keineswegs funktionierte die R1 auf der britischen Piste sonderlich gut. Denn während der aktuelle Weltmeister an der Spitze fuhr, war von seinen Markenkollegen Andrea Locatelli und Garrett Gerloff in den Top-6 nichts zu sehen.
Für Werkspilot Locatelli war Donington mit den Plätzen 10, 8 und 8 sogar das schlechteste Wochenende in diesem Jahr überhaupt. Im ersten Lauf kam der 25-Jährige über 30 sec hinter seinem Teamkollegen ins Ziel.
"Das Gefühl war nicht da. Es ist keine einfache Strecke, aber ich verstehe noch nicht, wie das passieren konnte. Es ist etwas traurig, denn ich habe Vertrauen in mich, ich habe Vertrauen in das Team, ich habe Vertrauen in alle, denn wir arbeiten jedes Wochenende hervorragend. Aber hier haben wir etwas verloren. 30 Sekunden hinter Toprak ins Ziel zu kommen, ist für mich nicht normal", wunderte sich der Italiener, der am Sonntag zumindest eine kleine Steigerung zeigen konnte. "Wir haben uns im Vergleich zu Samstag und zu Freitag verbessert – aber leider ein wenig zu spät. Zumindest war mein Rückstand nicht mehr so groß. Am Ende war es nicht das beste Wochenende für uns, aber wir konnten einige Punkte für die Meisterschaft holen, also ist es nicht ganz so schlimm. Um ehrlich zu sein, bin ich nicht glücklich. Wir werden Donington vergessen und einige gute Punkte finden, um in Most neu zu starten."
Mit Platz 7 erreichte Garrett Gerloffvom Yamaha-Junior-Team GRT im ersten Lauf das beste Einzelergebnis eines Yamaha-Piloten, von Razgatlioglu einmal abgesehen. Am Sonntag brachte der 26-Jährige aber nur die Plätze 10 und 11 zustande. Dabei erstaunlich: Im dritten Training am Samstagvormittag fuhr der US-Amerikaner die schnellste Zeit.
"Aber bedauerlicherweise waren wir nicht in der Lage, dieses Tempo in der Superpole zu halten. Es war keine Katastrophe, aber nicht so gut, wie ich erwartet hatte", grübelte Gerloff. "Mein Start in den ersten Lauf war super, aber ich blieb nach ein paar Kurven hängen und verlor etwas Zeit. Von da an habe ich versucht, mit den Jungs an der Spitze mitzuhalten, aber ich konnte nicht so viele Überholmanöver machen, wie ich wollte. Auch am Sonntag hatte ich gute Starts, aber die ersten Runden waren nicht einfach. Ich habe versucht, mich wieder heranzukämpfen, aber wir haben mit der Stabilität zu kämpfen. Wir müssen verstehen, was hier passiert ist. Wir haben gute Daten gesammelt, die uns in Most helfen werden."
Schlusslicht im Yamaha-Lager einmal mehr Kohta Nozane. Der Japaner verpasste als 19., 17. und 18. in allen drei Rennen die Punkteränge.
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