Race of Champions: Bassani gab Gas, Bautista Letzter

Von Kay Hettich
Das Race of Champions war das Highlight der World Ducati Week 2022. Während die MotoGP-Piloten das Sprintrennen sehr ernst nahmen, bummelte Superbike-Star Álvaro Bautista über den Misano World Circuit.

Beim «Lenovo Race of Champions» traten die Ducati-Stars aus der MotoGP- und Superbike-WM auf Panigale V4S-Maschinen an, die in den aus der WM bekannten Farben lackiert waren. Dazu gesellte sich Danilo Petrucci aus der MotoAmerica und Testfahrer Michele Pirro.

Das Rennen, das zur Unterhaltung nach Misano gereisten Ducati-Fans gedacht ist, war viel mehr als das, dafür sorgte auch die mediale Präsenz. Denn auf YouTube wurde das Rennen live gestreamt, dazu lieferte Sky Sport in Italien sogar eine Live-Übertragung mit dem gewohnten MotoGP-Team samt Pitlane-Reporter.

Gerade die italienischen Piloten wollten sich keine Blöße geben und legten im Vorfeld mehrere Trainingseinheiten mit der V4S ein. «Wir wollen Spaß haben, aber keiner von uns will verlieren», hatte es MotoGP-Vizeweltmeister Pecco Bagnaia auf den Punkt gebracht.

Das Ergebnis der Qualifyings und des Rennens war Wasser auf die Mühlen derjenigen, die an übermenschliche Fähigkeiten der MotoGP-Piloten glauben. Denn die schnellste Zeit brannte Bagnaia in 1:36,0 min in den Asphalt, gefolgt von sieben weiteren MotoGP-Piloten. Erst auf Startplatz 9 folgte mit Michael Rinaldi der beste Superbike-Pilot.

Dagegen war Álvaro Bautista (15.) der langsamste Teilnehmer mit der V4S – sogar Luca Bernardi (12.), in der Superbike-WM 2022 ein Hinterbänkler, war schneller als der WM-Leader. Philipp Öttl erreichte Startplatz 14. Dass dieses Ergebnis den wahren Kräfteverhältnissen entspricht, werden die wenigsten glauben.

Auch im Rennen ließen es die Superbike-Piloten gemütlicher angehen. Wegen der hohen Temperaturen, die am späten Nachmittag an der 35-Grad-Marke kratzten, wurde die Distanz auf nur acht Runden verkürzt. Den Start entschied Bagnaia für sich, dahinter reihten sich Marini, Miller, Bezzecchi und Rinaldi ein. Bezzecchi schob sich noch in der ersten Runde an Miller vorbei. Martin und Bastianini waren ebenfalls auf dem Vormarsch. Bautista nahm offenbar gerne die rote Laterne an.

Vorn setzte sich Bagnaia mit niedrigen 1:36er-Zeiten und sogar einer 1:35,886 min rasch ab. Rinaldi fiel zurück, nachdem er in Kurve 1 weitgegangen war. Pirro, der 2018 die erste Ausgabe des RoC gewonnen hatte, stürzte nach einem vermasselten Start in der zehnten Kurve der dritten Runde.

Um Platz 2 gab es in der Anfangsphase ein Duell zwischen Marini und Bezzecchi, aber «Maro» schüttelte seinen VR46-Teamkollegen im weiteren Verlauf erfolgreich ab. Hinter dem viertplatzierten Miller klaffte eine Lücke, im Kampf um Platz 5 setzte sich Bastianini drei Runden vor Schluss gegen Martin durch.

Bester Superbike-Pilot im Ziel war Motocorsa-Ass Axel Bassani, der Bastianini und Martin lange dicht auf den Fersen blieb und mit 9 sec Rückstand Siebter wurde. Go Eleven-Pilot Philipp Öttl (+19 sec) wurde Zwölfter. Die Aruba-Werkspiloten Bautista (18.) und Rinaldi (19.) kamen mit 48 sec Rückstand auf den letzten Plätzen ins Ziel, noch hinter den Teilnehmer mit der Supersport-Ducati.

Das Feld der 955 V2 war geschrumpft, denn Nicolò Bulega war wegen Krankheit zu Hause geblieben und Raffaele De Rosa – zuletzt in Donington Park als Dritter auf dem Podium, verzichtete auf eine Rennteilnahme nach einem Sturz.

Die übrigen V2-Piloten lieferten sich ein enges Rennen. Althea-Ass Federico Caricasulo entschied diese Wertung mit 32 sec. Rückstand auf Bagnaia für sich, nur minimal langsamer CIV-Pilot Nicholas Spinelli und Max Kofler (CM Racing), der somit das Podium der Supersport-Kategorie eroberte.

Race of Champions 2022 – Startaufstellung:

Bagnaia, Bezzecchi, Pirro in Reihe 1;
Marini, Bastianini, Zarco in Reihe 2;
Miller, Martin, Rinaldi in Reihe 3;
Bassani, Di Giannantonio, Bernardi in Reihe 4;
Petrucci, Philipp Öttl, Bautista in Reihe 5.

Race of Champions 2022, Rennergebnis:

1. Pecco Bagnaia, 12:57,901 min
2. Luca Marini, + 0,696 sec
3. Marco Bezzecchi, + 1,722
4. Jack Miller, + 4,182
5. Enea Bastianini, + 7,051
6. Jorge Martin, + 7,873
7. Axel Bassani, + 9,167
8. Johann Zarco, + 10,331
9. Fabio Di Giannantonio, + 13,826
10. Luca Bernardi, + 16,261
11. Danilo Petrucci, + 19,572
12. Philipp Öttl, + 21,199
13. Federico Caricasulo*, + 32,062
14. Nicholas Spinelli*, + 32,123
15. Maximilian Kofler*, + 32,817
16. Oliver Bayliss*, + 39,345
17. Federico Fuligni*, + 43,286
18. Alvaro Bautista, + 48,287
19. Michael Rinaldi, + 48,291
20. Michele Pirro, + 5 Runden

*= mit Panigale V2

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