Auf Rat der Ärzte: Van der Mark verschiebt Rückkehr

Von Ivo Schützbach
Michael van der Mark (li.) mit BMW-Teamchef Shaun Muir

Michael van der Mark (li.) mit BMW-Teamchef Shaun Muir

«Ich kann laufen und ein Motorrad fahren und mache stete Fortschritte», sagt Superbike-WM-Pilot Michael van der Mark (BMW). «Aber die Anweisungen der Ärzte sind eindeutig.»

Als der Vertrag zwischen BMW und Tom Sykes nach drei gemeinsamen Jahren nach der Saison 2021 nicht verlängert wurde, avancierte Michael van der Mark automatisch zum Teamleader und Maßstab. Denn mit Loris Baz und Scott Redding kamen zwei neue Fahrer zum deutschen Hersteller.

Doch dann lief für van der Mark alles schief. Zuerst brach sich der Niederländer wenige Tage vor Testbeginn im März bei einem unglücklichen Sturz mit dem Mountainbike den rechten Unterschenkel und verpasste den Saisonauftakt in Aragón. Nach seiner Rückkehr in Assen stürzte der 29-Jährige in Estoril im FP1 und brach sich am 20. Mai am bereits lädierten Bein den Oberschenkelhals.

Am 8. Juli kehrte van der Mark aufs Motorrad zurück und nahm auf seiner Heimstrecke in Assen an einem Track-Day teil, bei dem er mit einer BMW M1000RR fünf Stints á 20 Minuten fuhr.

«Ich kann gehen und ein Motorrad fahren», erzählte der WM-Dritte von 2018 beim Treffen mit SPEEDWEEK.com. «Ich kann auch Fahrrad fahren – ich kann alles, außer joggen. Ich habe keine Schmerzen, mir fehlt es nur noch etwas an Bewegung. Davon abgesehen bin ich glücklich und mache stete Fortschritte. Es geht halt langsam, aber das war zu erwarten.»

An seinen Abflug in Portugal kann sich van der Mark genau erinnern: «Das war ein kleiner Fehler mit einem großen Effekt. Die ersten zwei Runden fuhr ich sehr ruhig, dann pushte ich viel zu stark. Am Montag davor hatten wir einen Test in Portimao und ich fühlte mich soo gut auf dem Motorrad – deshalb war ich so eifrig. Das hätte auch ein ganz harmloser Sturz werden können. Dann bekam das Bike aber auf einmal Grip und ich hatte einen Highsider. Ich konnte es nicht glauben, dass ich mir dabei etwas brach. Zuerst landete ich auf dem Rücken, dann schlug mein Bein auf dem Boden auf. Auch ohne meine vorangegangene Verletzung in diesem Bein wäre die neue dieselbe gewesen.»

Michael besuchte sein Team am vergangenen Wochenende in Donington Park, leistete moralische Unterstützung und überzeugte sich von den Fortschritten mit der M1000RR – Scott Redding sorgte für den ersten Podestplatz von BMW in dieser Saison. «Wäre es nach mir gegangen, wäre ich in Donington gefahren», grinste der 5-fache Laufsieger. «Aber die Aussagen der Ärzte sind eindeutig, das ist keine gewöhnliche Fraktur. Sollte mir in Most etwas passieren, könne das ein größeres Problem verursachen. Für mich ist das schwierig, weil ich mich gut fühle und das Fahren auf dem Motorrad bereits wieder gut geht.»

«BMW macht mir keinen Druck», betont van der Mark. «Als Rennfahrer will ich aber Rennen fahren. Vor allem, wenn ich das Gefühl habe, dass ich fahren kann. Dann ist es besonders hart, wenn es nicht möglich ist. Solange die Ärzte nein sagen, werde ich nicht fahren. Sollte ich noch einmal stürzen, weiß ich zumindest, dass an den reparierten Stellen nichts mehr bricht. Ich habe ja auch noch die Platten und Schrauben im Knöchel. Das ist nicht ideal, weil man an diesen Stellen immer sensibler ist.»

Für die Rennen in Most (zu deutsch Brüx) in Nordböhmen am letzten Juli-Wochenende wird BMW erneut den Ukrainer Ilya Mikhalchik aufbieten. Van der Mark kehrt am 9.–11. September zurück, wenn SBK in Magny-Cours/Frankreich gastiert.


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