SBK-Test Phillip Island: Toprak bringt BMW auf Rang 1

Von Ivo Schützbach
Toprak Razgatlioglu blieb 0,719 sec unter dem Pole-Rekord

Toprak Razgatlioglu blieb 0,719 sec unter dem Pole-Rekord

BMW-Neuzugang Toprak Razgatlioglu hat während der Wintertests stets betont, dass die M1000RR ein siegfähiges Motorrad sei. Bei den Tests auf Phillip Island war der Türke der Schnellste!

Der neue Asphalt auf dem Phillip Island Grand Prix Circuit ermöglicht durch seinen gesteigerten Grip und größere Ebenheit fantastische Rundenzeiten.

In der ersten vierstündigen Session am Dienstagvormittag blieb Superbike-Rookie Nicolo Bulega (Ducati) mit 1:28,890 min um 0,340 sec unter dem Pole-Rekord von Tom Sykes (1:29,230 min), gefahren 2020 auf einer BMW S1000RR und mit Rennreifen. Auch Andrea Iannone (Ducati), Toprak Razgatlioglu (BMW) und Andrea Locatelli (Yamaha) unterboten die offizielle Bestmarke, die nur an einem Rennwochenende aufgestellt werden kann.

Die schnellste Rennrunde 1:30,075 min, gefahren im Sprintrennen 2019 von Jonathan Rea (Kawasaki), ist kein Maßstab mehr.

Experten können sich vorstellen, dass wir in der Superpole am Samstag sogar 1:27er-Zeiten sehen werden.

Die zweite Session ging von 13.40 bis 17.40 Uhr, Phillip Island ist gegenüber MEZ zehn Stunden voraus. Iker Lecuona musste nach seinem Sturz am Vormittag verzichten. Der Honda-Werksfahrer hat sich das linke Schultergelenk verletzt, will aber beim WM-Auftakt am kommenden Wochenende wieder dabei sein.

Reifen-Alleinausrüster Pirelli hatte sämtliche Teams gebeten, am Nachmittag auch Long-runs zu absolvieren, um eine bessere Vorstellung von der Lebensdauer der Reifen zu bekommen. Schon am Sonntag geisterte das Wort «Boxenstopp» durchs Fahrerlager. Einige Piloten befürchten, dass es der Hinterreifen nicht ohne massiven Performanceverlust über die Renndistanz schaffen wird.

Bis 90 Minuten vor Testende konnten lediglich vier der 23 Fahrer ihre Zeit vom Vormittag verbessern. Das Feld verdichtete sich immer weiter, mit noch 78 min auf der Uhr trennten die Top-7 lediglich 0,111 sec!

In den letzten 45 Minuten verbesserten sich zahlreiche Piloten. Zwölf Minuten vor Schluss stürmte Yamaha-Werksfahrer Andrea Locatelli mit der schnellsten jemals auf dieser Strecke gefahrenen Superbike-Zeit an die Spitze – 1:28,835 min!

Das rüttelte die Konkurrenz wach: Bulega konterte mit 1:28,669 min und steigerte sich in der folgenden Runde auf 1:28,585 min. In der letzten fliegenden Runde katapultierte sich Razgatlioglu mit 1:28,511 min an die Spitze und ließ BMW jubeln. Der Türke unterbot den Pole-Rekord um unfassbare 0,719 sec. Die Fahrer hatten nur die harten Rennreifen SC0 und SC1 zur Verfügung.

Zweiter wurde Bulega, Dritter Locatelli und Vierter Iannone.

Von Weltmeister Alvaro Bautista (7.) war den ganzen Tag über wenig zu sehen. Seine Gegner sind überzeugt, dass er pokert und seine Karten erst am Freitag aufdeckt, wenn die Weltmeisterschaft 2024 beginnt.

Yamaha-Neuzugang Jonathan Rea hatte am Vormittag einen heftigen Abflug und zog sich dabei Prellungen am Knie zu. Der Nordire zog sein Testprogramm zwar bis zum Ende durch, landete aber auf dem unscheinbaren 15. Platz

Der Schweizer Dominique Aegerter (GRT Yamaha) wurde 13., der einzige deutsche Teilnehmer Philipp Öttl (GMT94 Yamaha) 17.

Die neue Honda Fireblade entpuppt sich immer deutlicher als Missgeburt: Xavi Vierge strandete als Bester aus dem Quartett auf dem indiskutablen 16. Platz, 1,466 sec hinter der Bestzeit.

Kombinierte Zeiten Superbike-WM-Test Phillip Island, 20. Februar
Pos Fahrer Motorrad Zeit Diff
1. Toprak Razgatlioglu (TR) BMW 1:28,511 min
2. Nicolo Bulega (I) Ducati 1:28,585 + 0,074 sec
3. Andrea Locatelli (I) Yamaha 1:28,835 + 0,324
4. Andrea Iannone (I) Ducati 1:29,001 + 0,490
5. Alex Lowes (GB) Kawasaki 1:29,211 + 0,700
6. Michael Rinaldi (I) Ducati 1:29,213 + 0,702
7. Alvaro Bautista (E) Ducati 1:29,278 + 0,767
8. Scott Redding (GB) BMW 1:29,370 + 0,859
9. Remy Gardner (AUS) Yamaha 1:29,399 + 0,888
10. Axel Bassani (I) Kawasaki 1:29,406 + 0,895
11. Sam Lowes (GB) Ducati 1:29,432 + 0,921
12. Danilo Petrucci (I) Ducati 1:29,468 + 0,957
13. Dominique Aegerter (CH) Yamaha 1:29,648 + 1,137
14. Michael vd Mark (NL) BMW 1:29,716 + 1,205
15. Jonathan Rea (GB) Yamaha 1:29,966 + 1,455
16. Xavi Vierge (E) Honda 1:29,977 + 1,466
17. Philipp Öttl (D) Yamaha 1:29,986 + 1,475
18. Garrett Gerloff (USA) BMW 1:30,381 + 1,870
19. Iker Lecuona (E) Honda 1:30,468 + 1,957
20. Bradley Ray (GB) Yamaha 1:30,559 + 2,048
21. Tito Rabat (E) Kawasaki 1:31,029 + 2,518
22. Tarran Mackenzie (GB) Honda 1:31,580 + 3,069
23. Adam Norrodin (MAL) Honda 1:32,088 + 3,577

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