Supersport-WM: FIM stuft Ducati neu ein

Zerstörte Reifen: Es gibt nicht nur einen Schuldigen

Von Ivo Schützbach
Das Wesen des Rennfahrers besteht darin, so schnell wie möglich zu sein. Müssen die Superbike-WM-Piloten mit ihren Reifen haushalten, um über die Renndistanz zu kommen, ist Murren vorprogrammiert.

Mit Phillip Island und Barcelona stehen zwei Rennstrecken am Anfang des Superbike-WM-Kalenders, welche Reifen-Monopolist Pirelli sowie die Teams und Fahrer vor enorme Herausforderungen stellt.

Der neue Asphalt auf Phillip Island bietet so viel Grip, dass Pirelli Ende Februar nur die harten Gummimischungen für den Hinterreifen anbot und einen Boxenstopp mit Reifenwechsel zur Rennhälfte vorschrieb, weil die Verantwortlichen Angst hatten, dass es sonst Reifenschäden gibt.

Barcelona ist das Gegenteil: Der Circuit de Catalunya hat null Grip, dort werden beim Europa-Auftakt am kommenden Wochenende die weichsten Hinterreifen zum Einsatz kommen.

Für die Fahrer läuft es immer auf das Gleiche hinaus: Sie müssen schauen, im bestmöglichen Tempo über die Renndistanz zu kommen, ohne die Reifen vorzeitig zu ruinieren. Auf keiner anderen Strecke im SBK-Kalender sind die Bedingungen so kritisch wie in Australien und Katalonien.

Hinzu kommt, dass die WM-Piloten erwarten, Reifen für Rundenzeiten auf höchstem Niveau zu bekommen – für Pirelli eine Gratwanderung. Denn «Holzreifen» sind keine Option.

«Jedes Motorrad hat einen anderen Charakter, was den mechanischen Grip und Reifenverschleiß betrifft», erklärte Kawasaki-Teamchef Guim Roda SPEEDWEEK.com. «Man kann viel herumspielen, um die Lebensdauer des Hinterreifens zu verlängern. Daraus folgt, dass man mehr oder weniger Grip hat und so oder so fahren muss. Wir können das Bike so einstellen, dass unglaubliche erste acht Runden möglich sind und der Reifen in der neunten Runde deutlich nachlässt. Um die Lebensdauer auf 20 Runden zu erhöhen, musst du Speed opfern. Es gehört zu unseren Aufgaben, damit umzugehen.»

Der Katalane wurde noch deutlicher: «Letztes Jahr hatte Bautista einen Vorteil, weil das Gewicht auf den Verschleiß der Pirelli-Reifen große Auswirkungen hat. Für uns unterteilen sich die Rennen in drei Abschnitte: Von Runde 1 bis 10, von 10 bis 15 und von 15 bis ins Ziel. In den ersten zehn Runden konnte Johnny Rea vorne mithalten. Bis Runde 15 konnte Toprak mitmischen. Aber in den letzten Runden fuhr Alvaro davon. Manchmal konnte Toprak an ihm dranbleiben, weil er immer am Limit war, weil er Toprak ist. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Reifenverschleiß an einem Superbike ein sehr komplexes Thema ist.»

Deshalb hat laut Roda jedes Team seine Meinung, wenn es um die Auswahl der Reifentypen von Pirelli geht. Oder, im schlimmsten Fall, wenn eine Verkürzung der Renndistanz oder ein vorgeschriebener Boxenstopp wie in Australien diskutiert wird. Der Teamchef weiß: Wie schnell ein Reifen kaputt geht, liegt nicht nur an den technischen Gegebenheiten von Pirelli, sondern auch an der Abstimmung des Motorrads und dem Fahrstil des Piloten.


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