Warum Neukirchner nicht für BMW fährt

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Hauser: «Wir stehen mit Neukirchner in Kontakt»

Hauser: «Wir stehen mit Neukirchner in Kontakt»

Ein deutscher Fahrer auf einem deutschen Motorrad ist der Traum vieler Fans hierzulande. Wir erklären, warum daraus 2009 nichts wurde.

«Max Neukirchner hat uns gesagt, dass er das BMW-Projekt sehr interessant findet», erklärt BMW Motorrad Rennsportchef Berthold Hauser. «Er braucht auf seinem Level aber ein Team, das ein Schritt weiter ist als wir. BMW jetzt wäre für ihn ein Schritt zurück gewesen. Wir stehen aber nach wie vor in Kontakt mit ihm. Mit Troy Corser und Ruben Xaus sind wir im Moment sehr zufrieden. Wie das in zwei Jahren aussieht, kann ich noch nicht sagen.»

Der Hauptgrund Neukirchners bei Suzuki zu bleiben war, dass ihm Alstare ein siegfähiges Motorrad hinstellt. Oder wie er sagt: «Dort weiss ich, dass ich 2009 Weltmeister werden kann.»

Hauser versteht die Argumentation des Sachsen: «Neukirchner ist noch sehr jung, er muss auf die Leistungen von 2008 aufbauen.»

Weshalb sich Troy Corser und Ruben Xaus für BMW entschieden haben, weiss Hauser nicht genau. Er mutmasst: «Nach meinem Gefühl wollte Xaus einfach gerne zu uns. Er hatte sicher das Ziel in ein Werksteam zu kommen. Auch Corser hat an unserem Projekt Gefallen gefunden. Er kann bei uns Sachen machen, an denen er Spass hat. Corser sieht bei uns so viel Potenzial, dass er sich vorstellen kann, auch noch mit einer dritten Marke Weltmeister zu werden. Wir wollten die beiden nicht zu einem Rückschritt in ihrer Karriere vergewaltigen.»

Wobei Hauser das Wort Rückschritt ausdrücklich auf die Anfangszeit bezieht. «Wir sind nicht in der Superbike-WM, um nur mitzufahren», sagt er.

Besonders zu Anfang des Projekts kassierte BMW viel Kritik. Wie wurde damit umgegangen? «Wir hören uns Kritik an und gehen offen mit ihr um», so Hauser. «Wenn wir Infos erhalten würden, bei denen alle roten Warnlampen angehen, dann müssten wir reagieren. Es gab kritische Anmerkungen, die wir uns angehört haben. Intern und extern haben wir uns in Gesprächen mit gewissen Dingen auseinandergesetzt.»

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