Lukas Fienhage: Duell mit Werkzeug statt auf der Bahn

Von Manuel Wüst
Speedway
Lukas Fienhage

Lukas Fienhage

Um diese Jahreszeit würde sich Lukas Fienhage normal packende Duelle mit seinen Kontrahenten auf der Speedwaybahn liefern. Da sämtliche Rennen abgesagt sind, fordert er seine Fahrerkollegen zum virtuellen Duell heraus.

Ende Februar lief für Lukas Fienhage noch alles normal. In Südfrankreich konnte er das Roll-out absolvieren und eine Woche lang trainieren. Zum Abschluss fuhr Fienhage in zwei Rennen der französischen Speedway-Liga für Morizes mit und startete so intensiv in die Saisonvorbereitung. Mit je acht Punkten zeigte sich der Deutsche U21-Meister wenig zufrieden und haderte nach guten Tests unter der Woche in den Rennen mit dem Maschinenmaterial, das nicht wie gewünscht funktionierte.

Seitdem herrscht Stillstand für die Motorräder des 20-Jährigen, denn Trainings und Rennen wurden allesamt aufgrund der Corona-Pandemie gecancelt. Unberührt blieben die Bikes nicht, denn vor einigen Tagen forderte Fienhage per Video Fahrerkollegen und Mechaniker zu einer Speed-Challenge heraus. Im auf Facebook geposteten Video wird, wie im Rennstress üblich, das Hinterrad am Speedway-Bike ausgebaut, gedreht, Ritzel und Hinterradscheibe getauscht und das Rad wieder eingebaut. Die Uhr lief mit, Fienhage schaffte die Aufgabe in 1 Minute und 25 Sekunden.

«Mein Papa, mein Mechaniker und ich haben diese Challenge unter uns gemacht und so kam ich auf die Idee, das Video zu posten», erklärte der Norddeutsche. «Die Reaktionen waren durchweg positiv und witzig, auch wenn es bisher noch keine Nachahmer gibt.»

Die schnellste Zeit im teaminternen Duell lieferte nicht Lukas sondern Vater Uwe Fienhage, der früher selbst Motorradrennen fuhr und stets an der Seite seines Sohnes zu finden ist.

Um die derzeitige Zwangspause, die durch das Coronavirus entstanden ist, zu überbrücken, geht Fienhage arbeiten: «Ich habe wieder meinen alten Beruf als Werkzeugmechaniker angefangen und arbeite ganz normal, bis die Saison endlich anfängt. Irgendwie muss ja Geld ins Haus kommen.»

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