Europäische Speedway-Ligen: Saisonstart liegt auf Eis

Von Manuel Wüst
Speedway-Bundesliga

Wegen der Virus-Pandemie ist neben dem öffentlichen Leben auch der Profisport zum Stillstand gekommen. Das merken auch deutsche Speedway-Fahrer mit internationalen Liga-Verpflichtungen.

Um die Ausbreitung des Coronavirus’ zu verlangsamen, sind die Staaten in Europa und der Welt zu drastischen Mitteln gezwungen. Das öffentliche Leben wird eingeschränkt und macht auch vor dem Sport nicht halt. Auch zahlreiche Bahnsport-Veranstaltungen bis in den April hinein sind in Deutschland und den Niederlanden abgesagt, die europäischen Speedway-Ligen finden auf unbestimmte Zeit nicht statt.

Die größte Liga in Polen, die Ekstraliga, hat die ersten beiden Rennwochenenden abgesagt und will, sofern es die Situation zulässt, Mitte April mit der eigentlich dritten Runde in die Saison starten. Angesichts der derzeitigen Situation erscheint dieses Vorhaben utopisch, auch wenn Polen mit 251 nachweislich Infizierten und fünf Toten bislang glimpflich davonkam.

«Wir sitzen alle auf heißen Kohlen. Der Winter war teuer, was Investitionen ins Material angeht, das steht jetzt alles zuhause rum und wird nicht benützt», so Max Dilger, der bei Kolejarz Rawitsch unter Vertrag steht. «Der April ist schon mal komplett gestrichen, mit sechs oder sieben Rennen. Und es weiß keiner, wie es weitergeht. Ob die Rennen wiederholt werden oder komplett gestrichen sind. Ein Rennen wie das Osterrennen in Neuenknick wird wohl nicht gefahren werden und fällt somit komplett aus.»

Der Badener saß bislang nur einmal zum Training in Kroatien auf dem Motorrad und musste einen Trainingstrip nach Polen abblasen. Dass es kurzfristig mit der Saison losgeht, erwartet Dilger nicht: «Ich denke, vor Mai wird sich kein Rad drehen.»

Rennen und Trainings fanden zuletzt in Großbritannien statt, wo am vergangenen Wochenende in Scunthorpe das «Ben Fund Bonanza» gefahren wurde, das Daniel King gewann. Michael Härtel, der in King’s Lynn unter Vertrag steht, war bereits in Großbritannien. Doch der «Press and Practice Day» wie auch das erste Rennen wurden abgesagt und der Bayer ist inzwischen wieder zurück in Deutschland. Die britische Speedway-Vereinigung BSPA gab bekannt, dass auch der Liga-Auftakt bis mindestens 15. April verschoben ist.

In der deutschen Bundesliga ist das erste Rennen auf den 1. Mai in Brokstedt terminiert. Der MSC Brokstedt hat bis dato diverse Veranstaltungen, die vor dem Rennen stattfinden sollten, abgesagt und es wird von der weiteren Entwicklung in Sachen Coronavirus abhängen, ob dieser Termin gehalten werden kann oder auch abgesagt werden muss. Ähnlich verhält es sich in der höchsten schwedischen Liga, deren Beginn auf den 5. Mai angesetzt ist.

Entscheidend wird nicht nur sein, wie die Lage in den Liga-Ländern ist, sondern auch in der Heimat der Fahrer. In Italien, Spanien, Österreich, der Schweiz und Belgien gibt es bereits Ausgangsbeschränkungen, weitere Länder werden nachziehen, um die Verbreitung von SARS-CoV-2 zu bremsen.

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