10 Tage nach Horrorcrash: Thomsen siegte im Gorzow-GP

Von Manuel Wüst
Im fünften Grand Prix der Saison gab es den fünften Sieger, für den Dänen Anders Thomsen war es der erste Triumph. Bartosz Zmarzlik baute auf seiner Heimbahn in Landsberg (Gorzow) die WM-Führung weiter aus.

Zum Qualifying direkt nach dem Mittag war es brütend heiß, zur Fahrerpräsentation vor dem Rennen am Samstagabend um 19 Uhr setzten in Landsberg an der Warthe starke Regenfälle ein. Die ersten Läufe auf nasser Bahn fanden mit Verspätung und bei schwierigen Verhältnissen statt, die Fahrer hatten mit Race-Director Phil Morris deswegen angeregte Diskussionen.

Das Rennen wurde jedoch zügig durchgezogen und der spätere Sieger Anders Thomsen kam mit fünf Punkten aus den ersten beiden Durchgängen gut hinein. Im dritten Durchgang musste der Däne einen letzten Platz hinnehmen, fuhr dann aber zu vier weiteren Punkten und stand mit neun in den Halbfinals.

Thomsens Landsmann Mikkel Michelsen, der die Dänische Meisterschaft in der vergangenen Woche verletzungsbedingt abgesagt hatte, begann ebenfalls stark, konnte die Leistung aber nicht halten. Er gehörte wie der Engländer Tai Woffinden, der Pole Maciej Janowski und Warschau-Sieger Max Fricke zu den Fahrern, die den Einzug in die Top-Acht verpassten.

Aus dem ersten Semifinale setzten sich mit Patryk Dudek und Martin Vaculik die Sieger der Rennen in Teterow und Prag durch, während Robert Lambert und Leon Madsen einpacken mussten.

Im zweiten Halbfinale fuhr Thomsen vom blauen Startplatz begleitet von Lokalmatador Bartosz Zmarzlik ins Finale, der sehr starke Dan Bewley schied ebenso aus wie Jason Doyle.

Im Finale wählte Thomsen erneut den blauen Startplatz und konnte von dort seinen ersten GP-Sieg einfahren. Als Zweitplatzierter preschte der Slowake Vaculik vor Zmarzlik aufs Siegerpodest und ist jetzt WM-Dritter.

Die Leistung Thomsen kann kaum hoch genug gewürdigt werden. Zehn Tage vor dem Grand Prix war der 28-Jährige in Vojens in einen Crash mit Michelsen verwickelt, nachdem er 15 Minuten ohnmächtig war und für zwei Tage ins Krankenhaus musste. Dort wurden neben einer schweren Gehirnerschütterung ein Blutgerinsel im Gehirn sowie zwei gebrochene Wirbel diagnostiziert. Seine Ehrenrunde in Landsberg drehte er vor lauter Euphorie nur in Unterhose!

In der Gesamtwertung baute Zmarzlik die Führung von elf Punkten gegenüber Janowski auf 18 zum jetzt zweitplatzierten Madsen aus. Der zweifache Weltmeister aus Polen schaffte als Einziger in dieser Saison drei Finalteilnahmen in fünf Rennen. Janowski versagte im Landsberg-GP kolossal und wurde mit vier Punkten Vorletzter.

Im Gegensatz zu den Vorjahren qualifizieren nicht mehr die Top-8, sondern nur noch die besten sechs Fahrer für den nächstjährigen Grand Prix. Aktuell trennen Vaculik auf WM-Rang 3 und Michelsen auf Position 12 nur elf Punkte, zwischen dem Dritten und Neunten sind es gar nur sechs.

Wegen der Absage des Rennens in Russland legt der Speedway-GP jetzt eine Sommerpause ein und geht erst nach dem Speedway der Nationen Ende Juli in Dänemark mit Cardiff am 13. August weiter.

Ergebnisse Speedway-GP Landsberg/PL:

1. Anders Thomsen (DK), 9 Vorlaufpunkte / 20 WM-Punkte
2. Martin Vaculik (SK), 13 / 18
3. Bartosz Zmarzlik (PL), 11 / 16
4. Patryk Dudek (PL), 11 / 14
5. Daniel Bewley (GB), 12 / 12
6. Robert Lambert (GB), 9 / 11
7. Leon Madsen (DK), 8 / 10
8. Jason Doyle (AUS), 8 / 9
9. Mikkel Michelsen (DK), 7 / 8
10. Tai Woffinden (GB), 7 / 7
11. Jack Holder (AUS), 6 / 6
12. Fredrik Lindgren (S), 5 / 5
13. Pawel Przedpelski (PL), 5 / 4
14. Szymon Wozniak (PL), 4 / 3
15. Maciej Janowski (PL), 4 / 2
16. Max Fricke (AUS), 1 / 1

Stand nach 5 von 11 Rennen:

1. Bartosz Zmarzlik (PL), 78 WM-Punkte
2. Leon Madsen (DK), 60
3. Martin Vaculik (SK), 53
4. Maciej Janowski (PL), 53
5. Fredrik Lindgren (S), 51
6. Tai Woffinden (GB), 50
7. Anders Thomsen (DK), 49
8. Patryk Dudek (PL), 49
9. Robert Lambert (GB), 47
10. Jason Doyle (AUS), 44
11. Daniel Bewley (GB), 44
12. Mikkel Michelsen (DK), 42
13. Max Fricke (AUS), 33
14. Jack Holder (AUS), 32
15. Pawel Przedpelski (PL), 19
16. Matej Zagar (SLO), 11
17. Kai Huckenbeck (D), 7
18. Maksym Drabik (PL), 4
19. Szymon Wozniak (PL), 3
20. Jan Kvech (CZ), 1

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