Güstrow: Tobias Busch gab seinen Rücktritt bekannt

Von Manuel Wüst
Nach dieser Saison ist für Tobias Busch Schluss mit dem aktiven Sport

Nach dieser Saison ist für Tobias Busch Schluss mit dem aktiven Sport

Beim Pfingstrennen in Güstrow gab Tobias Busch bekannt, dass er zum Ende der Saison mit dem aktiven Sport aufhören wird. Der 34-Jährige sprach mit SPEEDWEEK.com über seine Karriere und warum er aufhört.

Am Pfingstsonntag beim Speedwayrennen in Güstrow schnappte sich Tobias Busch das Mikrofon und nutzte die Gelegenheit und auch die Bühne, die der Pfingstklassiker bot, für eine überraschende Aussage. Er werde zum Ende der Saison 2022 den Stahlschuh an den berühmten Nagel hängen und sich vom aktiven Sport verabschieden.

«Ich habe mir Güstrow bewusst ausgesucht, weil ich ja schon jahrelang dort gefahren bin und da kommt ja auch die ganze Ostgemeinschaft zusammen», begründete der gebürtige Stralsunder die Entscheidung, seinen Rücktritt vom aktiven Sport in der Barlachstadt bekannt zu geben und nicht auf seiner Heimbahn in Stralsund. «Fest stand es schon seit Anfang des Jahres und in Güstrow wollte ich es dann auch offiziell machen.»

«Auf der einen Seite werde ich immer älter und der sportliche Erfolg ist jetzt auch nicht mehr so da und dann habe ich inzwischen auch andere Prioritäten», sagte «Buscher», wie er von seinen Fans genannt wird. Welche Prioritäten das seien? Busch: «Es sind meine Familie, mein Sohn, der auch immer größer wird und auch meine Stieftochter. Wir stecken zudem mitten im Hausausbau und bei meinem Sponsor habe ich eine gute Arbeit gefunden, bei der ich mich auch weiterentwickeln kann. Es waren schöne 30 Jahre und jetzt ist die Zeit den Fokus auf andere Dinge zu legen.»

Als Profi bestreitet der mittlerweile 34-jährige, der in Dänemark, England, Deutschland und Polen Ligarennen fuhr, den Sport schon seit einer Weile nicht mehr. Busch: «Es ist ja jetzt schon mehr Hobby, den größten Knackpunkt hat mir aber die Corona-Pandemie gegeben, wo ich ein Jahr lang kein Rennen fahren konnte. Da habe ich mir einen Job gesucht und angefangen zu arbeiten. Wenn du das im großen Rahmen betreiben willst mit Speedway, Beruf und Familie, da bleibt was auf der Strecke. Ich hatte schon letztes Jahr das Gefühl, dass ich irgendwas abstoßen muss und das war jetzt eben der Sport.»

Tobias Busch kann in seiner Karriere auf 30 Jahre Rennsport zurückblicken. «Mit der PW 50 als kleiner Knirps hat alles angefangen, mit der 80er bin ich dann das erste Mal Vize-Jugendmeister geworden und dann hat sich das über die Jahre weiter entwickelt.»

Aber Schicksalsschläge blieben nicht aus. Busch: «Der größte Knackpunkt war der Tod von meinem Papa, damit hatte ich über Jahre sehr zu kämpfen, bis ich mich wieder gefangen hatte. Als dann Steffen Höppner in mein Leben kam, ging es wieder bergauf mit mir. Es gab immer mal kleinere Erfolge und auch die Bestpairs-Geschichte in Güstrow mit Kai war phänomenal. Es waren schon schöne Jahre und ich habe sie sehr genossen.»

Neben dem Speedway wagte Tobias Busch aber auch noch einen weiteren spannenden Schritt im Laufe seiner Karriere. Er ging für die Eisspeedway-Union aufs Eis, nahm an deutschen Meisterschaften teil und fuhr auch in der WM-Qualifikation mit. «Eisspeedway war eine hammermäßige Erfahrung und ich hätte das schon mehr betreiben können», so Busch, «im Sommer bis du Speedway gefahren und im Winter dann Eisspeedway. Da war man aber auch immer viel unterwegs in Russland und in Schweden, doch dabei kam die Familie zu kurz. Als Corona kam, hat sich die Geschichte mit Eisspeedway dann von selbst erledigt.»

In 30 Jahren Rennsport konnte sich Busch auf die Unterstützung anderer Menschen, ohne die es nicht geht, verlassen. Busch: «Über die ganzen Jahre waren da so viele, die mich begleitet und unterstützt haben. Die Sponsoren, die über Jahre an meiner Seite waren und die es mir auch zuletzt ermöglicht haben, zwei neue Motorräder für die Saison aufzubauen. Danken muss ich aber vor allem meiner Frau Jenny und meiner Mutter Viola und auch Basti Dürr, der jahrelang an meiner Seite war und jetzt auch selbst Familie hat. Ich muss darüber hinaus noch so vielen Leuten danken, die mich unterstützt und zu mir gehalten haben.»

Für die verbleibenden Rennen und auch für die Zeit nach der Karriere hat Busch bereits Pläne. «Meine letzten Rennen genieße ich jetzt und will da meinen Spaß haben. Güstrow habe ich so sehr genossen an Pfingsten. Auch ein Abschiedsrennen wird auf jeden Fall kommen. Wann, wie und wo steht noch nicht zu hundert Prozent fest, aber es wird was kommen», verriet Busch zum Schluss.

Tobias Busch will dem Speedway-Sport aber erhalten bleiben. «Der Sport lässt mich nicht los und es ist auch etwas im Nachwuchsbereich geplant. Auch wenn meine aktive Karriere zu Ende sein wird, ist da noch etwas in Planung.»

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