HRC-Teamchef erklärt die Probleme von Ken Roczen

Von Thoralf Abgarjan
Ken Roczen haderte seit Saisonbeginn mit gesundheitlichen Problemen

Ken Roczen haderte seit Saisonbeginn mit gesundheitlichen Problemen

Das Engagement von Ken Roczen bei Honda läuft Ende dieses Jahres aus. Im Moment scheint völlig offen zu sein, ob er eine Vertragsverlängerung angeboten bekommt. Roczens Team-Manager erwartet den Gewinn der US Nationals.

Seit diesem Jahr ist Lars Lindström Team-Manager des Honda-Werksteams in den USA und damit der Chef von Ken Roczen. Der deutsche HRC-Star gewann im Januar den Saisonauftakt der US-Supercrossmeisterschaften. Im Interview mit PulpMX erklärte Lindström die Situation um Ken Roczen, seine Einschätzungen und Erwartungen an den Deutschen.

«So wie es in diesem Jahr gelaufen ist, hat das niemand von uns gewollt», erklärt Lindström mit Blick auf das vorzeitige Saisonaus, das am 9. März bekanntgegeben wurde. «Ken hat viel Zeit und Geld investiert, damit er wieder dorthin kommt, wo er sein will. Von Dezember letzten Jahres bis zum heutigen Tage haben wir aber eine schwere Zeit durchgemacht. Ken hatte einen guten November und auch der Anfang vom Dezember verlief gut. Doch dann wurde er krank. Vor dem Ausbruch seiner Krankheit hat er sich wirklich wie der alte Ken gefühlt. Diese erste Erkrankung war aber kein Corona, das bekam er erst später. Bevor die Saison begann, musste er sich erst einmal von dem Dezember-Infekt erholen.»

Roczen war also schon vor dem Saisonstart im Januar nicht wirklich fit und trotzdem konnte er den Saisonauftakt in Anaheim gewinnen. «Niemand von uns hat das für möglich gehalten», erinnert sich Lindström. «Das war unglaublich. Es hat gezeigt, dass Ken Roczen nach wie vor ein unglaublich guter Fahrer ist und dass er über ein enormes Talent verfügt. Aber bereits von seiner ersten Erkrankung konnte er sich nicht richtig erholen, weil die Saison schon begonnen hatte. Dieser Umstand hat vielleicht auch mit seinen vielen Verletzungen und den Operationen zu tun, die er über sich ergehen lassen musste. Dann kam noch der Zwischenfall von Oakland dazu, wo er heftig gestürzt ist. Das verschärfte die ganze Situation noch einmal und es gab in der Folge so etwas wie einen Schneeballeffekt. Er fühlte sich selbst nicht gut und haderte dazu noch mit dem Material. Es kamen zu diesem Zeitpunkte sehr viele Sachen zusammen. Leider wurde es im Laufe der Zeit nicht besser und so ging es statt dessen immer weiter bergab.»

Roczen klagte nach jedem Rennen über Setup-Probleme. Das Team kehrte zum Vorjahres-Setup zurück, doch auch das brachte nicht den gewünschten Erfolg. «Wir haben dann gemeinsam entschieden, dass es eine gute Zeit wäre, dass er seine Ärzte aufsucht, um alles zu tun, um einfach schneller wieder gesund und fit zu werden. Wir haben das Ziel, dass er bis zu den Nationals wieder gesund und fit ist und bei den Nationals um den Titel kämpfen kann. Wir sind definitiv hungrig auf den Gewinn der Nationals und auch er will den Titel für uns holen.»

Ob Roczen von Honda eine Option auf Verlängerung erhält, ließ der Teamchef offen: «Das ist das letzte Jahr unseres Deals und niemand weiß, was nächstes Jahr passieren wird. Er will weitermachen und ich denke, dass er auch dazu imstande ist. Doch er muss die Sachen aussortieren, die ihn daran hindern. Für dieses Jahr ist das Ziel, die Outdoors zu gewinnen. Dazu muss er jetzt auf die Bremse treten und alles tun, was zu tun ist, um sich auf die Outdoors vorzubereiten. Das scheint die beste Lösung für uns alle zu sein.»

Die technischen Probleme, über die Roczen immer wieder klagte, kamen für das Team überraschend, denn das 22er Bike ist nur eine geringfügige Modifikation des Vorjahresmodells. «Es ist sein zweites Jahr mit diesem Chassis. Letztes Jahr hatten wir aber damit viel Erfolg, ohne viel Entwicklungsarbeit leisten zu müssen. Nachdem Ken in diesem Jahr den Saisonauftakt gewonnen hatte, wähnten wir uns auf dem richtigen Weg. Wir hatten unsere Hausaufgaben gemacht. Trotzdem möchte man sich natürlich immer weiter verbessern und kein Bike ist perfekt. Er fühlte sich nicht mehr wohl auf dem Motorrad. Das Bike-Setup von Ken unterscheidet sich stark von dem anderer Fahrer. Das Motorrad hätte sicher auch besser sein können, aber trotzdem konnte Ken in Training ja auch immer wieder überzeugen und war in der Spitzengruppe dabei. Aber im Rennen schien das einfach nicht mehr zu funktionieren. Es war wirklich schwer für uns alle.»

Die Entscheidung, ob und wie es mit Ken Roczen und Honda weitergeht, wird vermutlich erst nach dem Beginn der US Nationals fallen, die am 28. Mai in Pala beginnen.

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