Schweden-Sieg: Rovanperä und Toyota in WM vorne

Von Toni Hoffmann
Kalle Rovanperä hat mit seinem ersten Sieg im Toyota GR Yaris Rally1 bei der Rallye Schweden, dem zweiten Lauf zur Weltmeisterschaft, und dem dritten Triumph wie im Vorjahr die Tabellenführung übernommen.

Wie im Vorjahr wird Rallye Rovanperä wieder als Tabellenführer zum dritten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft in Kroatien (22. - 24. April) reisen. Auf der ersten Asphaltrallye 2021 schied er allerdings schon auf der ersten Prüfung aus. Das soll diesmal nicht geschehen. Nach 17 gewerteten Prüfungen, zwei Entscheidungen wurden wegen der Rentierwanderung abgesagt, lag der 21 Jahre alte Finne im Toyota GR Yaris Rally1 gut 22 Sekunden vor Thierry Neuville im Hyundai i20 N Rally1 und 30,6 Sekunden vor seinem neuen Teamkollegen Esapekka Lappi. Er führt nun mit 45 Punkten vor Neuville (32). Titelverteidiger Toyota setzte sich bei den Herstellern mit 83 Punkten 24 Zähler vor M-Sport Ford.

«Ich bin sehr zufrieden. Ich hätte nicht gedacht, dass wir so gut sein können, vor allem nicht, weil wir am Freitag als Erster unterwegs waren», freute sich Rovanperä- «Es war eine ziemliche Arbeit, aber ich muss sagen, ich bin wirklich glücklich. Das Team hat einen großartigen Job gemacht und das Auto hat die ganze Zeit super funktioniert. Ich fühle mich jetzt viel selbstbewusster.» Er ergänzte: «Ich habe jetzt keine Lust zu feiern. Es war eine wirklich schwierige Woche für die Menschen in der Ukraine und ich hoffe, dass sie in diesen schwierigen Zeiten Kraft und Hoffnung finden. »

Wie der Vater, so der Sohn…

Rovanperä übernahm auf der achten Prüfung nach wechselnden Positionen die Führung und baute diese mit sechs Bestzeiten zum dritten Laufsieg aus. Er sorgte zudem für ein Novum. 2001 erzielte sein Vater Harri Rovanperä im Peugeot 206 WRC in Schweden seinen einzigen Sieg. Schweden ist die Rallye, die jeweils Vater und Sohn gewonnen haben.

Neuville, der 2018 in Schweden gewonnen hatte, meinte: «Es sollte ganz normal sein, aber nach Monte Carlo hatten wir viel zu tun. Alle haben sehr hart gearbeitet, trotz einiger schwieriger Zeiten. Wir sind hier und zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich freue mich auf die kommenden Veranstaltungen. Es gibt noch viel zu tun, aber wir werden es schaffen.»

Toyota Rückkehrer Lappi führte an: «Es war zu riskant, gegen Thierry zu kämpfen, aber ich freue mich sehr, auf dem Podium zu stehen. Das war das Ziel, und wir haben es geschafft. Vielen Dank, dass wir zurückkommen konnten!»

Der vierte Rang (+ 2:19,4) ging an Takamoto Katsuta in einem weiteren Toyota.

Der 20 Jahre junge Oliver Solberg hatte sich bestimmt mit seinem ersten Auftritt als Hyundai-Werksfahrer bei seinem Heimspiel ein besseres Ergebnis als Rang sechs (+ 5:39,3) gewünscht, was auch durchaus möglich gewesen wäre. Doch sein Problem mit dem Gaspedal auf dem Weg zur letzten Prüfung am Samstag zwang ihm zu einem Halt, weswegen er wegen Verspätung mit 2:40 Strafminuten belegt wurde und er seinen fünften Platz verlor. Am Freitag kämpfte er noch dicht an dicht mit Rovanperä um die Führung.

Nach dem ausgezeichneten Ergebnis beim Auftakt in Monte Carlo mit dem Sieg des Gastarbeiters Sébastien Loeb, in Schweden nicht am Start, und dem dritten Rang von Ford-Neuling Craig Breen musste der bisherige Tabellenführer M-Sport Ford in Schweden Federn lassen. Schweden war diesmal kein Terrain für Breen. Auf der zweiten Prüfung blieb er mit seinem Ford Puma Rally1 wegen einer undurchsichtigen Windschutzscheibe in einer Schneebank stecken. Auf der 14. Prüfung setzte ihn ein Motorproblem schachmatt. Seine Schweden-Ausbeute war ein Bonuspunkt aus der Power Stage.

Während Adrien Fourmaux wegen seines Motorproblems am Ford Puma auf der 15. Prüfung auf den Re-Start am Sonntag verzichten musste, rückte Gus Greensmith nach einem eher schwachen Start im besten Puma auf den fünften Rang (+ 3:20,4)vor.

Das Pech war auch in Schweden der Begleiter im Toyota GR Yaris Rally1 von Elfyn Evans, der 2020 die Rallye Schweden gewonnen hatte. Als Gesamtzweiter setzte er den Yaris neben die Piste ins Rallye-Aus. Schon beim Jahresauftakt verspielte der Vizechampion wegen eines Fahrfehlers den sicheren dritten Platz und rettete nur vier Bonuspunkte für die zweitschnellste Zeit in der Power Stage.

Ohne Fortüne blieb auch Ott Tänak, der im Vorjahr die Winterrallye im Lappland gewonnen hatte. Nach dem Unfall im Hyundai i20 N Rally1 beim Saisonauftakt verließ er Monaco ohne Punkte. In Schweden kämpfte er am Freitag noch um die Führung, dann spielte die Hybrid-Einheit verrückt und stoppte den Weltmeister von 2019. Wenigstens heimste er für die schnellste Zeit in der Power Stage seine ersten fünf Punkte 2022 ein.

Nach dem Sieg beim Saisonstart in Monte Carlo gewann der norwegische Titelverteidiger Andreas Mikkelsen im Skoda Fabia Rally2 auch die zweite Runde beim schwedischen Nachbarn. Er lag 23,2 Sekunden vor seinem Landsmann Ole-Christian Veiby im VW Polo GTi und 1:03,1 Minuten vor Jari Huttunen im Ford Fiesta MKII.

Gelungener Umzug

Der Umzug vom bisherigen traditionellen Rallye-Zentrum in Karlstad ins 700 km nördlicher gelegene Urmea garantierte mit wirklich verschneiten Pisten wieder eine echte Winterrallye in Schweden. Der Umzug fand die absolute Zustimmung und Lob der Beteiligten. Auch 2022 zählte Schweden wieder zu den Hochgeschwindigkeitsrallyes mit einem Speed bis 195 km/h. Nach der Aufhebung Corona-Restriktionen in Schweden säumten wieder wie früher in den schwedischen Wäldern unzählige Zuschauer ohne Maske und dicht an dicht die Pisten.

 

Endstand nach 17 Prüfungen

 

Pos.

Team/Nat/Fahrzeug

Zeit

1

Rovanperä/Halttunen (FIN), Toyota

2:10:44,9

2

Neuville/Wydaeghe (B), Hyundai

+ 22,0

3

Lappi/Ferm (FIN), Toyota

+ 30,6

4

Katsuta/Johnston (JP/IRL), Toyota

+ 2:19,4

5

Greensmith/Andersson (GB/S), Ford

+ 3:30,4

6

Solberg/Edmondson (S/GB), Hyundai

+ 5:49,4

7

Mikkelsen/Eriksen (N), Skoda

+ 7:11,1

8

Veiby/Skjaemoden (N), VW

+ 7:34,3

9

Huttunen/Lukka (FIN), Ford MK II

+ 8:14,2

10

Kaur/Simm (EE), VW

+ 8:24,8

 

 

Fahrer-WM Stand nach 2 von 13 Läufen

 

Pos.

Team/Nat/Fahrzeug

Punkte

1

Kalle Rovanperä (FIN), Toyota

46

2

Thierry Neuville (B), Hyundai

32

3

Sébastien Loeb (F), Ford

27

4

Gus Greensmith (GB), Ford

20

5

Sébastien Ogier (F), Toyota

19

6

Takamoto Katsuta (J), Toyota

18

7

Craig Breen (GB), Ford

16

8

Esapekka Lappi (FIN), Toyota

15

9

Andreas Mikkelsen (N), Skoda Rally2

12

10

Oliver Solberg (S), Hyundai

8

 

 

Hersteller-WM Stand nach 2 von 13 Läufen

 

Pos.

Team/Nat/Fahrzeug

Punkte

1

Toyota Gazoo Racing WRT

83

2

M-Sport Ford WRT

59

3

Hyundai Shell Mobis WRT

47

4

Toyota Gazoo Racing WRT NG

21

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Ferrari: Wer soll auf dem Schleudersitz Platz nehmen?

Mathias Brunner
Es ist einer der reizvollsten Posten in der Königsklasse, aber ein Job mit Stress-Garantie: Teamchef bei Ferrari. Mattia Binotto hatte davon die Nase voll, aber wer soll folgen? Erneut gibt’s bei Ferrari viel Unruhe.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Mo.. 05.12., 06:00, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:00, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:18, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:18, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:18, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:39, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:39, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:39, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:55, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 05.12., 06:55, ORF Sport+
    silent sports +
» zum TV-Programm
6