Ruhetag: Positive Halbzeitbilanz für X-raid

Von Toni Hoffmann
Dakar Auto

Carlos Sainz führt nach der ersten Halbzeit der 42. Rallye Dakar die Gesamtwertung an, Rekordhalter Stéphane Peterhansel auf Rang drei weiter im Spiel, vier Mini Rennfahrzeuge in den Top 10.

Das X-raid Team kann auf eine erfolgreiche erste Dakar-Woche zurückblicken. Fünf der bisher sechs gefahren Etappen wurden durch von X-raid gebaute Fahrzeuge gewonnen. Zudem führen Carlos Sainz und Lucas Cruz (beide E) im Mini JCW Buggy die Gesamtwertung an. Ihre Bahrain JCW X-raid Teamkollegen Stéphane Peterhansel (F) und Paulo Fiuza (P) liegen auf Gesamtrang drei.

Die beiden Argentinier Orlando Terranova und Bernardo Graue gehen als Gesamtfünfte in die zweite Woche. Sie konnten zwischenzeitlich die Gesamtwertung sogar anführen. Mit Platz neun liegt der Saudi Yasir Seaidan mit seinem russischen Co-Piloten Alexey Kuzmich ebenfalls in den Top 10.

Für die größte Überraschung sorgten Vaidotas Zala und Saulius Jurgelenas gleich zu Beginn: Die beiden Litauer gewannen im Mini John Cooper Works Rally die erste Etappe der Dakar auf saudischem Boden. Momentan liegen sie auf dem 19. Gesamtrang.

Sven Quandt, CEO der X-raid GmbH: «Bisher kann man sagen: es ist eine echte Dakar mit sehr schwierigem Terrain und einer extrem anspruchsvollen Navigation. Aber ich denke, dass es genau deshalb allen so gut gefällt und zudem erinnert es an die ursprüngliche Rally damals in Afrika. An den Fahrern an der Spitze der Gesamtwertung sieht man mal wieder, wie wichtig Erfahrung bei der Dakar ist. Terranova zeigt eine sehr gute Leistung und Jakub Przgonski hatte leider gleich am ersten Tag ein Problem mit dem Getriebe. Wir hoffen, dass wir bis zum Schluss einen schönen Kampf um den Sieg sehen.»

Ein Ruhetag, der keiner ist

Zwar bestritten die Piloten und Navigatoren heute keine Wertungsprüfung, aber langweilig wurde ihnen trotzdem nicht. Natürlich konnten sie erstmal ausschlafen, aber im Biwak wurden sie von Journalisten und Sponsoren-Vertretern schon sehnsüchtig erwartet. Neben der Halbzeit-Pressekonferenz zusammen mit dem X-raid-Partner Kärcher sowie Red Bull standen weitere Medientermine auf dem Programm.

Doch auch den Mechanikern und Ingenieuren blieb keine Zeit zum Ausruhen. Alle Fahrzeuge wurden heute fast komplett auseinandergenommen, um perfekt für die zweite Woche vorbereitet zu werden. Schließlich steht in den nächsten Tagen auch die Marathonetappe an, bei der die Piloten eine Nacht ohne das Team auskommen müssen.

Neue Roadbookregeln kommen gut an

Die Navigation spielt bei der diesjährigen Dakar eine besondere Rolle. Im Vorfeld gab es einige Änderungen rund um das Roadbook. Die größte Neuerung war, dass die Co-Piloten es an den meisten Tagen erst kurz vor dem Verlassen des Biwaks erhalten. Für Lucas Cruz kein großes Problem: «Wegen den neuen Roadbook Regeln mussten wir die Arbeitsweise im Fahrzeug anpassen. Wir bekommen an einigen Tagen das Roadbook erst 15 Minuten bevor wir losfahren. Im Auto versucht man die schwierigen Passagen zu analysieren, um dann den richtigen Weg zu finden. Aber ich muss sagen, dass mir diese Änderungen gefallen und ich finde es gut, das Roadbook erst am Morgen zu erhalten. Zum einen kann ich so länger schlafen, da die nächtliche Vorbereitung wegfällt, und zum anderen ist es auch fairer, da jeder auf dem gleichen Stand ist und sich keine Zusatzinformationen besorgen kann.»

Auch Paulo Fiuza gefällt der neue Ablauf: «Bisher haben wir vier Mal das Roadbook erst am Morgen bekommen und ich finde das eine gute Idee. Ich bin viel ausgeruhter, auch wenn das vor dem Start natürlich mehr Stress bedeutet.»

Auch das Roadbook selbst hat sich gewandelt. Die Informationen sind jetzt bereits durch den Organisator farbig markiert und auch die Art der Navigation ist anders. «Dieses Jahr wird viel nach Kompassrichtung gefahren», so Cruz weiter. «Da muss man sehr aufpassen, denn wenn man nur um fünf Grad daneben liegt, ist der Weg völlig falsch.»

Landschaft begeistert Teilnehmer

Neben der guten Organisation sind alle von der Landschaft in Saudi Arabien begeistert. Zwar hatten die Fotos und Videos im Vorfeld schon für hohe Erwartungen gesorgt, die aber vor Ort übertroffen wurden. Das gilt auch für Stéphane Peterhansel: «Bisher war landschaftlich der Süden Algeriens mein Favorit, aber nach der ersten Woche hier, muss ich sagen, dass es hier noch schöner ist.» Sainz ist ebenfalls begeistert und lobt zudem die Organisation: «Der Veranstalter ASO hat wirklich tolle Strecke gefunden.»

Die Etappe am Montag bringt die Teilnehmer aus der Hauptstadt raus nach Wadi. Nach einer 128 km langen Verbindungsetappe steht den Piloten eine extrem lange Prüfung bevor: 546 km gilt es gegen die Uhr zu bewältigen. Danach sind es nur noch 67 Kilometer bis ins Biwak.

Rallye Dakar – Stand nach der 6. von 12 Prüfungen:

Pos

Team/Auto

Zeit/Diff

1

Sainz/Cruz (E), Mini Buggy

23:33:05

2

Al-Attiyah/Baumel (QA/F), Toyota

+ 7:36

3

Peterhansel/Fiuza (F/P), Mini Buggy

+ 16:18

4

Al Rajhi/Zhiltsov (KSA/RUS), Toyota

+ 36:46

5

Terranova/Graue (RA), Mini

+ 43:52

6

Serradori/Lurquin (F), Century

+ 50:19

7

De Villiers/Haro Bravo (ZA/E), Toyota

+ 55:39

8

Ten Brinke/Colsoul (NL/B), Toyota

+ 1:12:56

9

Seaidan/Kuzmich (KSA/RUS), Mini

+ 2:00:09

10

Vanagas/Palmeiro (LT/P), Toyota

+ 2:38:24

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