Matthias Walkner: Warum die Dakar interessant wird

Von Günther Wiesinger
Dakar Moto
Matthias Walkner auf der KTM

Matthias Walkner auf der KTM

Nach zwei zweiten Plätzen und einem Sieg zählt Matthias Walkner auch 2020 zu den Favoriten für die Dakar. Er freut sich auf die neue Strecke, die Fahrt ins Ungewisse und das neue Roadbook-System.

Der Österreicher Matthias Walkner hat die Dakar-Rallye in Südamerika in den letzten drei Jahren auf den Rängen 2, 1 und 2 beendet. Kein Wunder wenn er bei den Experten auch in diesem Jahr zu den Favoriten zählt. Nach der Dakar 2019 musste sich der Red Bull KTM-Werksfahrer einer Sprunggelenks-Operation unterziehen; er hat deshalb auf die ersten zwei Rallye-WM-Läufe der Saison verzichten müssen. Aber beim WM-Finale im Oktober in Marokko schaffte der 33-jährige Salzburger am letzten Tag Rang 4 und Platz 7 in der Gesamtwertung.

«Ich spüre zwar im Alltag die Beschwerden im operierten Sprunggelenk schon noch ziemlich, auf das Joggen und Berggehen muss ich vorläufig mich verzichten. Aber es wird tendenziell besser. Beim Motorradfahren halten sich die Nachteile in Grenzen. Natürlich fährt man ein bisschen anders, als wenn man ganz 100-prozentig schmerzfrei wäre. Aber wir reden vielleicht von einem halben Prozent. Es kann sein, dass ich beim Fuß-Runterstrecken ein bisschen zögerlicher bin. Aber eigentlich zählt das nimmer als Ausrede», sagt Walkner, der am 31. Dezember mit dem Team nach Riad in Saudi-Arabien geflogen ist.

Vor der Abreise befasste sich Walkner natürlich so gut wie möglich mit der Streckenführung. «Die Route besteht aus 70 Prozent Sand und eher wüstenähnliche Abschnitte, zu 30 Prozent werden wir auf Schotterpisten fahren», rechnet er vor. «Es sind extrem lange Etappen, es ist so gut wie jeder mehr als 400 km lang. Dazu kommen die Verbindungs-Etappen. Ich glaube, das wird eine richtig nachhaltige, intensive Dakar-Rallye. Ich freue mich darauf, denn wir kommen in ein neues Land. Jeden Meter, den wir zurücklegen werden, habe ich noch nie in meinem Leben gesehen.»

Zur Erinnerung: Von 1979 bis 2007 wurde die Dakar auf dem afrikanischen Kontinent durchgeführt, dann wurde sie 2008 wegen der Terrorgefahr abgesagt und nachher von 2009 bis 2019 in Südamerika abgewickelt. Jetzt wird sie mindestens fünf Jahre lang in Saudi-Arabien ausgetragen.

KTM peilt den 19. Sieg seit 2001 in Serie an. Neunmal gewannen die Innviertler nit der 690-ccm-Einzylinder, zuletzt neunmal mit der 450-ccm-Einzylinder-Viertakt-Maschine.

Beim Reglement gab es einige Änderungen. Die Massenstarts wurden gestrichen. Sie bildeten für die Motorradfahrer wegen des ewigen Staubschluckens eine ungesunde Zumutung. Walkner: «Das Roadbook bekommen wir neu an sechs von zwölf Tagen erst eine halbe Stunde vor dem Start, es ist schon gepaintet, also vorgemalt. Das wird schon zäh, denn wenn ein Fehler eingebaut ist, sind die Auswirkungen noch größer als bisher. Bisher haben wir das Roadbook am Vortag bekommen, so konnten wir alles ein bisschen nachkontrollieren, falls vom Veranstalter irgendetwas vergessen wurde. Ich hoffe, dass beim Roadbook alles passt. Für uns ist dieses neue System sicher eine Erleichterung, weil wir uns jeden Tag beim Roadbook drei Stunden ersparen.»

«Das Navigieren wird jedoch noch schwieriger, weil du jede Note zum ersten Mal siehst», weiß Walkner, der Dakar-Sieger von 2018. «Bisher hat man sich etwas auf diese Angaben vorbereiten und einstellen können. Man konnte Zusatz-Markierungen anfügen an Stellen, bei denen man besonders aufpassen musste, weil die Noten eng beisammen waren oder man in ein schwieriges Flussbett oder in ein Valley eingebogen ist. Für solche persönlichen Notizen ist jetzt keine Zeit mehr. Unser Trost: Den Konkurrenten geht es genau gleich. Darum ist es noch wichtiger, dass man beim Fahren im Wettbewerb nichts übersieht oder überliest. Die Dakar wird in diesem Jahr sicher schwierig. Man muss abwarten, wie hoch jeder Fahrer sein Tempo ansetzen wird. Es wird sicher wieder Topfahrer geben, die mit voller Attacke fahren, bis sie womöglich wieder einen Fehler machen. Und die andern Teilnehmer werden auf gute Navigation setzen. Das wird sicher interessant.»

Alle 19 Dakar-Sieger von KTM

2001: Fabrizio Meoni
2002: Fabrizio Meoni
2003: Richard Sainct
2004: Nani Roma
2005: Cyril Despres
2006: Marc Coma
2007: Cyril Despres
2008: abgesagt
2009: Marc Coma
2010: Cyril Despres
2011: Marc Coma
2012: Cyril Despres
2013: Cyril Despres
2014: Marc Coma
2015: Marc Coma
2016: Toby Price
2017: Sam Sunderland
2018: Matthias Walkner

2019:
Toby Price

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