Motocross-Skandal: Hund auf der Strecke

Kuriositäten-Kabinett: Spiegelverkehrt und Auto-Segen

Von Andreas Reiners
Ferdinand Habsburg

Ferdinand Habsburg

Ferdinand Habsburg gehört zu den Typen in der DTM, die frei Schnauze die eine oder andere Geschichte liefern. Am Nürburgring waren es gleich zwei.

Auch in der DTM gibt es immer wieder Dinge oder Geschichten, die man noch nicht gesehen, gehört oder gelesen hat. Wie die von Ferdinand Habsburg, der beim fünften Rennwochenende auf dem Nürburgring einer spiegelverkehrt eingestellten Rückfahrkamera auf den Leim gegangen ist.

Was sich witzig anhört, hätte auch böse ins Auge gehen können. Doch tatsächlich greifen die DTM-Fahrer für den Blick nach hinten auf eine Rückfahrkamera zurück, die bei dem Österreicher aufgrund eines Einstellungsfehlers das spiegelverkehrte Bild zeigte. Im Qualifying wäre der WRT-Pilot deshalb fast mit seinem Audi-Kollegen Loic Duval kollidiert, er kassierte dafür eine Strafversetzung um fünf Plätze.

Und er hatte lange keine Ahnung, warum das überhaupt passiert war.

«So etwas kannst du dir gar nicht vorstellen. Mir ist es dann im Rennen aufgefallen, weil ich wieder Kontakte hatte mit Fahrern, bei denen ich nicht wusste, wo sie waren und in die falsche Richtung gefahren bin. Ich hatte keine Ahnung, warum das so war», sagte Habsburg.

Aufgefallen ist es ihm konkret, als BMW-Konkurrent Lucas Auer hinter ihm war. «Ich bin in die Schumacher-S reingefahren und bin links abgebogen und habe gesehen, dass Lucas scharf rechts abgebogen ist. Ich dachte nur: ‚Bist du narrisch, das wird ein riesiger Crash. Dann bin ich rausgekommen und er war direkt hinter mir und ich dachte: ‚Das macht gar keinen Sinn.‘»

Klar wurde es dann, als er nach dem Rennen in die Box fuhr und einen Mechaniker bat, hinter dem Auto mal den rechten Arm zu heben.

Es ist eine Episode aus einer für Habsburg sowieso sehr wilden Saison, mit Highlights, aber auch Rückschlägen. Angefangen beim Auftakt in Spa, als er ein klaputtes Gaspedal hatte und seinen WRT zerlegte. «Wir musste das Auto komplett neu aufbauen und hatten dann sofort drei Rennwochenenden. Es ist dann nicht so leicht, das Auto perfekt auf die Reihe zu bekommen. Wir hatten schreckliche Boxenstopps. Hinzu kamen technische Probleme», so Habsburg.

Es sei eine unfassbar schwierige Zeit gewesen, gab Habsburg zu, «ich habe das aber durchgezogen. Ich habe viel gelernt, als ich beim Bundesheer Klos geputzt und Regale aufgefüllt habe während der Coronazeit», so der Urenkel des letzten österreichischen Kaisers.

Am sechsten DTM-Rennwochenende in der Eifel hatte er dann wieder mal eines seiner Highlights, als er sich am Sonntag im Qualifying zwischen die etablierten Titelkandidaten setzte und Startplatz zwei herausfuhr.

Das Geheimnis: «Ein Segen vor dem Qualifying für meinen Audi von meinem Priesterfreund. Er ist ein entfernter Cousin, der vor ein paar Wochen zum Priester geweiht wurde. Es war der größte Setupwechsel, den wir hatten», scherzte Habsburg.

Ein weiterer Grund: «Ich hatte mal keine Probleme, hatte meine Abläufe, konnte darauf aufbauen und habe dann in die Hosentasche gegriffen, Talent gesucht und reingeworfen.»

Das klappt nur nicht immer. 35 Punkte hat er 2020 gesammelt, er lässt damit seine WRT-Kollegen Harrison Newey und Fabio Scherer deutlich hinter sich, dazu auch Robert Kubica und BMW-Talent Jonathan Aberdein, der 2019 im WRT saß.

«Es ist so leicht, einen kleinen Fehler zu machen, und in der DTM sitzt das dann eben nicht perfekt. Man kann es nicht ganz erklären, es muss alles perfekt sein. Man benötigt ein perfektes Auto und ein perfektes Wochenende, um die Jungs wie René Rast und Nico Müller zu schlagen», sagte Habsburg.

Im Motorsport gehe es darum, klar im Kopf zu sein, so Habsburg: «Wenn dann das Auto sitzt, bist du vorne dabei. Wichtig ist, dass ich nicht den Kopf habe hängen lassen. Dass ich nicht vergesse, dass ich gegen die Besten fahre. Dass ich nicht vergesse, dass ich als Profi-Rennfahrer zehn, 15 Jahre weniger Erfahrung habe und für ein Kundenteam fahre. Ich habe die ganze Saison hart gekämpft, damit es läuft», sagte er. «Und es ist perfekt, dass es eine längere Pause bis zum Rennwochenende in Zolder gibt. Damit es einsinken lassen kann und in Zolder wirken lassen kann.»


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