BMW-Stars übergangen: Scheider versteht den Unmut

Von Andreas Reiners
DTM
Philipp Eng und Lucas Auer

Philipp Eng und Lucas Auer

Die Verpflichtung von Jake Dennis für die kommende Formel-E-Saison hat viele Beobachter überrascht, dazu auch die Werksfahrer, die leer ausgingen. Timo Scheider kann den Ärger verstehen.

Wie reagiert man als Werksfahrer, wenn einem ein Pilot von außen vor die Nase gesetzt wird? Verschnupft, würde man vermuten. Immerhin war es auch nach außen eine Überraschung, dass BMW für die Formel E Jake Dennis verpflichtet hat.

«Sie sind Profis und haben das akzeptiert», verriet Jens Marquardt, der zum 1. November als BMW-Motorsportdirektor aufhörte. «Sie wissen, dass die Entscheidungen immer transparent und fair getroffen werden.»

Philipp Eng nahm es sportlich, auch wenn er nie einen Hehl daraus gemacht hat, dass er nach dem Ende der DTM-Ära als Werkssport gerne in der Formel E weitergemacht hätte.

«Mir wurde gesagt, dass es eine Entscheidung für Dennis und nicht gegen mich sei», sagte Eng SPEEDWEEK.com. Er sei nicht sauer, so Eng: «Mir wurde nichts versprochen. Es gibt also auch keinen Grund, enttäuscht zu sein.»

Hinter den Kulissen wurde die Entscheidung, den letztjährigen Aston-Martin-Piloten nach einem intensiven Auswahlprozess den aktuellen Werksfahrern wie Eng, Lucas Auer oder Sheldon van der Linde vorzuziehen, aber weniger locker aufgenommen, deutete Scheider an.

«Ich verstehe den aktuellen Unmut und dieses komische Gefühl der BMW-Piloten», stellte der frühere BMW-Fahrer Timo im ran.de-Podcast klar: «Die haben mit Sicherheit keine Luftpumpe eingestellt, aber die Frage ist: Hätte man nicht mindestens genauso gutes Material in den eigenen Reihen gehabt und hätte nicht noch mal Geld ausgeben müssen?»

Dennis überzeugte die Verantwortlichen sowohl durch seine Leistungen bei Testfahrten im BMW iFE.20 als auch im BMW Motorsport Simulator.

Trotzdem versteht Scheider die Enttäuschung, «ob bei Philipp Eng, Wittmann oder Glock».

Marquardt verwies auf das Auswahlverfahren und vertraut darauf, dass man wie in der Vergangenheit bei Antonio Felix da Costa, Alexander Sims und Maximilian Günther richtig liegen wird.
«Wenn wir uns anschauen, welche Fahrer wir in der Vergangenheit geholt haben, dann habe ich vollstes Vertrauen, dass auch diese Entscheidung richtig war», so Marquardt. Mini-Trost: Allzu langfristig ist das Werkscockpit nicht: BMW hat inzwischen verkündet, nach der kommenden Saison werksseitig aus der Formel E auszusteigen.


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