Crash Fernando Alonso: «Du verdrängst das alles»

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Vor knapp einem Jahr hielten die Formel-1-Freunde den Atem an: Grauenvoller Überschlag von Fernando Alonso im McLaren-Honda. Heute sagt der Spanier: «Du verdrängst das alles.»

Kein Zweifel – vor zwanzig Jahren hätte Fernando Alonso einen Unfall wie am 20. März 2016 beim Formel-1-Saisonauftakt in Australien kaum überlebt: Kollision mit dem Haas-Renner von Esteban Gutiérrez vor der berüchtigten Kurve 3 des Albert Park Circuit, mit mehr als 300 km/h, dann links in die Mauer gekracht, Richtung Kiesbett getrudelt, beim Übergang vom Asphalt in den Kies ausgehebelt, zwei Überschläge, dann kopfüber an einer Begrenzungsmauer liegen geblieben – die Welt hielt den Atem an bei Alonsos fürchterlichem Crash.

Der McLaren-Honda: Ein zusammengeknüllter Haufen aus Metall und Verbundstoffen. Alonso krabbelte aus dem Wrack, blickte ungläubig zurück, stapfte dann davon.

Alonso sagte später: «Der Körper schmerzte. Als ob ich in einer riesigen Waschmaschine gewesen wäre. Man bekommt alles mit. Ich habe zunächst einen Reifen in die Luft fliegen sehen, dann habe ich die Kontrolle verloren. Ich habe die Mauer gesehen, das Tempo gespürt und gedacht: „Das wird ein heftiger Crash“. Instinktiv zog ich den Kopf ein, um mich vor dem Einschlag zu schützen. Du kauerst dich zusammen und versuchst, dich ganz klein zu machen. Ich habe Kies gesehen, dann den Himmel, dann den Kies, als das Auto auf dem Kopf stand.»

Alonso musste danach aus Sicherheitsgründen den Bahrain-GP auslassen, sein heutiger McLaren-Stallgefährte Stoffel Vandoorne kam so zu seinem Formel-1-Debüt.

Ein Jahr später im Yarra-Tal: Für McLaren-Sponsor Chandon (Schaumwein) treten Alonso und Vandoorne im Weinanbaugebiet auf. In einer kleinen Runde australischer Journalisten wird Alonso naheliegenderweise auf den fürchterlichen Crash von 2016 angesprochen.

Alonso sagt: «Es geht alles so schnell. Entweder du akzeptiert das oder du bekommst es mit der Angst zu tun. Du verdrängst das alles, wenn du wieder einsteigst. Selbst in den Tagen nach dem Crash war ich mental bereit, gleich wieder in mein Auto zu klettern. Ich hätte selbst am Renntag damals den Start aufgenommen, hätten wir ein Ersatzauto gehabt. Ich denke heute keine Sekunde mehr an den Unfall.»

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