Daniel Ricciardo (Red Bull): «Das ist unser Problem»

Von Rob La Salle
Daniel Ricciardo in China mit seinen Fans

Daniel Ricciardo in China mit seinen Fans

​Viele Formel-1-Fans haben sich gewundert, dass Red Bull Racing in Australien nicht auf Augenhöhe mit Ferrari und Mercedes-Benz fahren konnte. Daniel Ricciardo sagt, was derzeit das grösste Problem ist.

Natürlich war das Australien-Wochenende von Daniel Ricciardo verpatzt: Unfall im Training, Strafversetzung, Auto bockig noch während der Runde zur Startaufstellung, dem Feld aus der Box hinterhergejagt, letztlich unbelohnt, denn am Ende blieb sein Renner ein weiteres Mal stehen. Aber selbst wenn der 27-Jährige hätte durchfahren können, so wie sein Stallgefährte Max Verstappen, so wäre ein Platz auf dem Siegerpodest ausser Reichweite gewesen.

Viele Fans wunderten sich über das Geschehen im Albert-Park. Sie hatten gehofft, dass Red Bull Racing dank des neuen Reglements die Lücke zu Mercedes schliessen kann und Ferrari erneut hinter sich hält, so wie 2016. Aber es kam ganz anders.

In China erklärt Daniel Ricciardo zu den Schwächen seines Autos: «Klar freuen wir uns darauf, wenn wir im Juni mehr Motorleistung erhalten. Aber es hat sich auch gezeigt – wir haben an der Hinterachse zu wenig Haftung, unser Auto baut gemessen an der Konkurrenz zu wenig Abtrieb auf.»

«Aber ich muss auch einschränken: Mir ist noch nicht klar, ob das ein grundsätzliches Problem ist oder ob die Abstimmung einfach nicht ideal war, so dass wir das Potenzial des Wagens gar nicht ideal nutzen konnten. Ich habe mir zahlreiche Bordkamera-Aufnahmen aus den Autos von Ferrari und Mercedes angeschaut. Da siehst du von freiem Auge, wie diese Autos sich mehr auf den Boden saugen. Jetzt müssen wir herausfinden, wie wir das hier in China besser machen können. Ob das letztlich auch ein Problem der Aufhängungs-Geometrie ist, liegt nicht in meinem Bereich. Als Fahrer habe ich einfach das Gefühl – da müsste mehr kommen.»

Auf der Piste wirkt sich das dann so aus: «Max und ich können die Kurven nicht so attackieren wie die Piloten von Ferrari und Mercedes. Am markantesten war eine Aufnahme von Kimi in Kurve 3 von Australien. Da musste er nicht mal die ganze Piste ausnutzen, um die Kurve voll zu fahren. Wir dachten – wow, der Wagen muss irre Abtrieb aufbauen! Da müssen wir nachlegen.»

Das tut Red Bull Racing schon in China, laufend kommen per Luftfracht neue Teile nach Shanghai. Red-Bull-Rennchef Dr. Helmut Marko hatte schon bei «Sport und Talk im Hangar-7» angekündigt, dass RBR in China mit Verbesserungen auftauchen werde.

Daniel bestätigt: «Ja, wir haben Einiges hier. Das sollte uns helfen, ein wenig mehr Abtrieb an der Hinterachse zu haben. Ich gehe davon aus, dass wir uns auf der Bahn wohler fühlen werden. Und das bedeutet auch, dass wir schneller werden.»

Und was ist mit dem Motor? Ricciardo: «Unser Rückstand ist gewiss nicht grösser geworden. In Australien haben wir errechnet, dass wir auf den Geraden 0,2 Sekunden pro Runde auf Ferrari einbüssen und 0,4 Sekunden auf Mercedes. Ja, wir sind von Motor her noch hinten, aber das hat nichts mit der Abstimmung oder mit der Fahrzeugbalance zu tun.»

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