McLaren: Ressourcen-Mangel oder Missmanagement?

Von Rob La Salle
Formel 1
McLaren-CEO Zak Brown und Sportchef Gil de Ferran

McLaren-CEO Zak Brown und Sportchef Gil de Ferran

Die McLaren-Krise hält trotz des Wechsels von Honda auf Renault an. Die Situation wird sich auch nicht so schnell ändern, warnt GP-Veteran David Coulthard, der mit dem Rennstall aus Woking zwölf GP-Siege feierte.

Immerhin: Nach den ersten zwölf Saisonläufen des Jahres belegt McLaren in der Team-Wertung den siebten Zwischenrang. Dieser ist in erster Linie Superstar Fernando Alonso geschuldet, der in sieben Rennen WM-Punkte ergatterte. Seinem Teamkollegen Stoffel Vandoorne gelang dieses Kunststück erst drei Mal in dieser Saison. Dennoch hat der Sportwagenbauer aus Woking bereits 52 WM-Zähler auf dem Konto.

Auf das sechstplatzierte Force India-Team fehlen der britischen Mannschaft gerade einmal sieben Punkte, von der US-Truppe Haas auf Position 5 trennen es deren 14. Dennoch täuschen die Zahlen nicht darüber hinweg, dass die Truppe von Zak Brown auch in diesem Jahr unter den Erwartungen blieb. Schliesslich hatte man sich durch den Wechsel von Honda zu Renault als Motorenpartner einen grösseren Leistungssprung erhofft.

Die schwache Form forderte bereits ihre Opfer, so musste erst Star-Designer Tim Goss seinen Hut ziehen, dann gab auch Sportdirektor Eric Boullier seinen Posten ab. An seine Stelle trat Gil de Ferran, der seitdem zusammen mit CEO Zak Brown und Technikguru Andrea Stella die Geschicke der britischen Mannschaft leitet. Und dieses Führungstrio lässt viele McLaren-Fans und Experten auf bessere Zeiten hoffen.

Auch der frühere McLaren-Star David Coulthard gesteht im Gespräch mit Autosport, dass er durchaus Mitgefühl für Boullier habe, dennoch betont der Schotte auch: «Es ist schon befremdlich, McLaren eine derart harte Krise durchleben zu sehen. Letztlich hat das immer mit den Leuten zu tun, die die Macht haben, das Auto zu konstruieren und bauen zu lassen. Entweder fehlte es ihnen an Ressourcen oder diese wurden falsch eingesetzt.»

Deshalb hofft auch er, der zwölf seiner 13 GP-Siege mit McLaren feiern durfte, auf Besserung. Coulthard weiss allerdings, dass dies dauert. Er betont: «Ich denke, dass Zak zusammen mit Gil das Ruder rumreissen kann, denn Gil ist ein echter Racer. Allerdings braucht es Zeit, bis sich Besserung einstellt.»

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