Formel 1

Chandhok über Leclerc: «Ferrari reagierte zu spät»

Von - 08.07.2019 09:02

GP-Veteran und Sky Sports F1-Experte Karun Chandhok blickt noch einmal auf die fulminante Aufholjagd von Max Verstappen in Spielberg und erklärt, warum Ferrari nicht richtig darauf reagierte.

Damit hatte nach dem schwachen Spielberg-Start von Max Verstappen keiner mehr so richtig gerechnet. Selbst der schnelle Niederländer gestand nach dem Heimspiel seines Red Bull Racing-Teams: «Ich dachte schon, das Rennen ist gelaufen.» Doch dann zeigte der 21-Jährige eine unterhaltsame Aufholjagd, die im Spitzenduell mit Charles Leclerc gipfelte und die der junge GP-Star mit dem zweiten Heimsieg für Red Bull Racing und dem ersten Honda-Sieg in der aktuellen Turbo-Ära krönte.

Doch wie schaffte es Verstappen so weit nach vorne, nachdem er beim Losfahren vom zweiten auf den siebten Platz zurückgefallen war? Dieser Frage geht Karun Chandhok in seiner Kolumne auf «Skysports.com» nach. Der frühere GP-Pilot und heutige TV-Experte für den britischen PayTV-Sender Sky Sports F1 schreibt: «Nach dem schlechten Start zeigte Max ein grossartiges Tempo und pflügte sich durchs Feld. Er kann bis an Lewis Hamilton heran und legte erst spät seinen Stopp ein.»

«Sein Tempo war zu diesem Zeitpunkt des Rennens entscheidend», weiss der Inder. Denn Verstappen konnte zehn Runden länger draussen bleiben als Sebastian Vettel, was ihm am Ende einen guten Vorteil wegen der frischeren Gummis verschaffte. «Ferrari bremste Leclerc an der Spitze verständlicherweise ein, allerdings scheinen sie etwas zu träge auf den heranstürmenden Verstappen reagiert zu haben», kritisiert er mit Blick auf die Scuderia.

«Nach den Stopps war Valtteri Bottas auf der zweiten Position vor Sebastian Vettel unterwegs, und als Max nach dem Stopp auf den harten Reifen beste Sektorzeiten aufstellte, hätte das Team reagieren und Leclerc warnen sollen, dass er an Tempo zulegt», ist sich Chandhok sicher. «Hätte Charles sieben oder acht Runden früher Gas gegeben, dann wäre er vielleicht gar nicht mehr unter Druck geraten. Aber Ferrari reagierte zu spät und trieb ihn erst an, als Max an Vettel vorbeizog. Zu diesem Zeitpunkt war Verstappen aber bereits wie ein Besessener unterwegs.»

Der 35-Jährige schwärmt auch: «Es war ein grosses Vergnügen, das Spitzenduell zu sehen, das mich an Mansell und Piquet im Silverstone-Rennen von 1987 erinnerte. Die Zuschauer unterstützten den Jäger, während der Gejagte mit weniger Grip unterwegs war und die Rückspiegel im Auge behalten musste. Es war ein fesselndes Duell, und die Vorfreude stieg mit jeder Runde.»

«Ich habe mich sehr für Max und Red Bull Racing gefreut, da sie einen schwierigen Saisonstart erlebt haben, besonders gross war aber die Freude für Honda, denn seit der Rückkehr mussten die Japaner viele Enttäuschungen hinnehmen. Sie haben noch viel zu tun, wenn sie auf Mercedes und Ferrari aufschliessen wollen. Aber in Spielberg haben sie bewiesen, dass sie bereit sind, einzuspringen, wenn die Konkurrenz versagt», lobt Chandhok auch den Motorenlieferanten der Sieger von Österreich.

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Max Verstappen fuhr in Spielberg wie ein Besessener – und schnappte sich letztlich auch Leader Charles Leclerc © LAT Max Verstappen fuhr in Spielberg wie ein Besessener – und schnappte sich letztlich auch Leader Charles Leclerc
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