Jenson Button zum Ferrari-Zoff: «Viel zu kompliziert»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel und Jenson Button

Sebastian Vettel und Jenson Button

​Formel-1-Weltmeister Jenson Button spricht über das Vorgehen von Ferrari in Sotschi und darüber, wieso sich WM-Leader Lewis Hamilton im letzten Teil dieser Saison über Gegenwind freut.

Der Engländer Jenson Button, Formel-1-Champion des Jahres 2009, hat in Sotschi für die britische Sky gearbeitet. Auch der 39-Jährige traute seinen Ohren nicht, was er zu Beginn des Russland-GP in Sotschi von Ferrari hörte – als Leader Sebastian Vettel angewiesen wurde, seinen Platz an den dahinter fahrenden Charles Leclerc abzugeben.

Der 15fache GP-Sieger sagt zu den Vorkommnissen an der Schwarzen See: «Mir will nicht in den Kopf, wozu Ferrari für diese Situation eine Absprache für nötig hielt. Wenn ein Pilot wie Sebastian so locker führt, eine Führung, die er sich erkämpft hatte, die er nicht geschenkt erhielt, dann finde ich es schon merkwürdig, dass er diesen Platz preisgeben soll.»

«Ich glaube, Ferrari hat das komplett verkopft. Man kann über gewisse Zusammenhänge auch zu viel nachdenken. Dabei wäre das so einfach: Wenn Leclerc in Führung geht, dann bleibt er auch dort; und wenn es Sebastian schafft, die Führung an sich zu reissen, dann bleibt er auch dort und basta. Nichts hätte sich für Ferrari geändert, Doppelführung ist Doppelführung. Jetzt aber ist Ferrari in einer ganz seltsamen Situation.»

Formel-1-Champion Lewis Hamilton kann das alles recht sein: 82. Grand-Prix-Sieg, sein neunter in dieser Saison (nach Bahrain, China, Spanien, Monaco, Kanada, Frankreich, England und Ungarn), aber sein erster nach der Sommerpause, dazu sein vierter in Sotschi nach 2014, 2015 und 2018. Mercedes bleibt in Sotschi ungeschlagen, sechster Russland-Sieg in Folge!

Nach dem Rennen sagte der überlegende WM-Leader: «Ich versuche, nicht an einen weiteren Titel zu denken. Je länger die Saison dauert, desto schwieriger wird das allerdings. Ich will mich an meine bisherige Vorgehensweise halten, die lautet – eine Aufgabe nach der anderen, ein Rennwochenende nach dem anderen.»

Jenson Button ist bei McLaren neben Hamilton gefahren und weiss: «Es ist nicht nur für die ganze Formel 1 gut, dass wir wieder ein siegfähiges Ferrari haben. Es ist auch für Lewis gut. Denn wir erleben, wie er Herausforderungen annimmt und richtige Duelle um die Siege braucht. Da lodert so wahrhaftig Feuer in ihm.»

Der Vorsprung von Hamilton reicht nicht, um den Titel beim Grossen Preis von Japan (13. Oktober) sicherzustellen. Aber er ist üppig genug, um das beim darauffolgenden Rennen in Mexiko zu schaffen (27. Oktober) – so wie ihm das schon 2017 und 2018 gelungen ist!

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