Formel 1

Jean Alesi: «Tod von Hubert war eine Warnung»

Von Adam Cooper - 05.10.2019 14:35

​Der langjährige Formel-1-Pilot Jean Alesi findet, die FIA sollte nun endlich durchgreifen. «Der Tod von Anthoine Hubert in Belgien war eine Warnung. Wir müssen den Speed in Auslaufzonen senken.»

Die Erinnerung an die Tragödie von Spa-Francorchamps ist noch frisch; als am 31. August der Franzose Anthoine Hubert in Spa-Francorchamps bei einem fürchterlichen Unfall das Leben verlor und der US-Amerikaner Juan Manuel Correa lebensgefährlich verletzt wurde. In Sotschi ist die Formel 2 haarscharf an einem weiteren Drama vorbeigeschrammt, als in der Auslaufzone von Kurve 2 Jack Aitken und Nikita Mazepin kollidierten, und der Wagen des Russen ins Fahrzeug von Nobuharu Matsushita geschleudert wurde. Als danach minutenlang keine Bilder des Japaners zu sehen waren, ging die Angst um. Zum Glück blieben dieses Mal alle Fahrer heil.

Auch der frühere Formel-1-Star Jean Alesi hat sich erschrocken. Der 55jährige Franzose sagt: «Der Tod von Anthoine Hubert in Belgien war eine Warnung. Wir müssen endlich den Speed in Auslaufzonen senken. Ich mag keine Leute, die Schuldzuweisungen machen. Aber ich spüre deutlich, dass wir eine Warnung erhalten haben, und wir sollten darauf reagieren.»

«Die Entwicklung bei der FIA und den Rennstrecken lief in den vergangenen Jahren dahin, dass wir mehr und mehr Asphaltflächen haben, wo früher Kiesbetten lagen. Nun müssen wir damit aber richtig umgehen. Wenn ein Pilot von der Bahn gerät, müsste er seine Geschwindigkeit um die Hälfte drosseln. Fährt man an einer bestimmten Stelle also 240 km/h, dann dürfte ein Pilot in der Auslaufzonen nur 120 drauf haben. Und an einer Stelle mit 100 km/h wären es dann eben 50.»

«Wenn du von der Bahn gerätst wie es ein paar Fahrern in Sotschi passiert ist, dann sollte ein Fahrer einige Ränge einbüssen, er hat immerhin einen Fehler gemacht, und nicht volle Kanne durch die Auslaufzone heizen dürfen, um möglichst schnell wieder auf die Bahn zu kommen. Ich habe einen Piloten gesehen, der mit irrem Tempo durch die aufgestellten Poller wischte, der andere hat sich überhaupt nicht darum geschert, sich korrekt wieder einzufädeln, so kam es zur Kollision.»

Jean Alesi findet: «Wenn wir in der Boxengasse aus Sicherheitsgründen ein Tempolimit von 80 km/h haben, und ein Fahrer bekommt eine Strafe für 82, wieso ist es dann so schwierig, ein Limit in einer Auslaufzone zu schaffen?»

«Wenn man den Fahrern nur ins Gewissen redet, passiert gar nichts. Du musst schon mit harten Strafen drohen. So als würde ein Fahrer etwa bei der Waage nicht anhalten. Wenn du das machst, dann startest du automatisch von ganz hinten. Solch eine Strafe müssen wir für Speeding in der Auslaufzone verhängen. Und wenn einem Fahrer das ein oder zwei Mal passiert, dann löst das vielleicht in seinem Kopf tatsächlich etwas aus. In einem Rennen würde ich als Denkzettel eine Durchfahrtstrafe verhängen.»

Jean Alesi mit seinem Sohn Giuliano in Sotschi © LAT Jean Alesi mit seinem Sohn Giuliano in Sotschi

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