Luca Montezemolo: «Hamilton mit Ferrari Weltmeister»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Luca Cordero di Montezemolo

Luca Cordero di Montezemolo

​Der langjährige Ferrari-Präsident Luca Cordero di Montezemolo ist voll des Lobes über den alten und neuen Weltmeister Lewis Hamilton. «Ein wahrlich grosser Champion, ich sähe ihn gerne bei Ferrari.»

Als Valtteri Bottas den Grossen Preis der USA in Austin gewann und Lewis Hamilton in Texas seinen sechsten Titel sicherstellte, da musste Luca Cordero di Montezemolo zuhause in der guten Stube ein wenig schmunzeln. In der Sendung «La Politica nel Pallone» sagt der frühere Ferrari-Präsident: «Das hat mich sehr an Monza 1975 erinnert, als Clay Regazzoni das Rennen gewann und Niki Lauda für uns den ersten WM-Titel in elf Jahren holte.»

Der 72jährige Italiener weiter: «Lewis Hamilton verdient es, unter die ganz Grossen des Sports eingereiht zu werden, mit Michael, Fangio, Senna, Lauda, Clark, Stewart. Er hat nun sechs Titel geholt, die meisten davon vorzeitig. Ich glaube, an jenem Sonntag in Amerika hätte sich mein Freunde Niki wahnsinnig gefreut, er fehlt mir sehr.»

«Ich glaube, Hamilton ist aus drei Gründen ein so erfolgreicher Formel-1-Fahrer. Er fährt immer korrekt, er ist blitzschnell und er kann sich veränderten Situationen anpassen, sei dies nun in Bezug auf sein Auto oder auf die Piste. Er ist einer jener Fahrer, die auch mit einem unterlegenen Rennwagen gewinnen können.»

«Ich würde nicht so weit gehen und behaupten, dass Lewis in diesem Jahr mit Ferrari den Titel geholt hätte. Aber ich glaube, 2018 hätte er das geschafft.»

«Es schmerzt mich zu sehen, dass Ferrari drei oder vier Rennen vor Schluss aus dem Titelrennen gewesen ist. Zu meinen Zeiten haben wir den Kampf wenigstens bis zum Schluss der Saison offenhalten können. Ich hoffe mir sehr, dass Ferrari das bald wieder schafft. Die geduldigen Tifosi hätten es verdient.»

Anfang September hat sich Hamilton in Monza so über die Tifosi und über Ferrari geäussert: «Ich habe in Italien viele Fans. Ich verkaufe in Deutschland, dann in Italien an meisten meiner Klamotten. Im Laufe der Jahre habe ich hier viele Anhänger gewonnen. Ich hatte das Privileg, hier oft auf dem Siegerpodest zu stehen, und auch wenn neunzig Prozent oder mehr hier einen Ferrari-Sieg wollen, erhalte ich von den Italienern sehr nette Nachrichten. Sie schreiben im Sinne von: ‘Gut, unser Herz schlägt für Ferrari, aber wir respektieren deine Leistungen.’ Grundsätzlich etwas ändern würde sich aber erst dann, wenn ich einen Ferrari fahren würde. Und die Tifosi sagen immer wieder: ‘Komm doch endlich zu Ferrari!’»

Hand aufs Herz: Ist Hamilton versucht? «Ich weiss nicht, ob es um die Versuchung geht. Heute bin ich gefragt worden, ob ich am Ende meiner Karriere nicht bezweifelt würde, sie sei komplett, ohne dass ich je für Ferrari gefahren wäre. Aber ich sehe das so: Wenn du Teil der Mercedes-Familie bist, dann ist das fürs ganze Leben. Schaut euch Stirling Moss an oder Juan Manuel Fangio. Du bist Teil der reichen Mercedes-Historie, und sie kümmern sich um dich. Wenn der Tag kommen sollte, an dem ich entscheide, dass ich eine neue Herausforderung brauche, dann könnte sich das ändern. Aber derzeit erkenne ich das nicht.»

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