Scuderia AlphaTauri AT01: Neuer Look, grosse Ziele

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Der AlphaTauri AT01-Honda ist da: Mit diesem Auto, gesteuert von Daniil Kvyat und Pierre Gasly, will das zweite Red Bull-Team in der kommenden Saison am vorderen Ende des Mittelfelds kämpfen.

Aus Toro Rosso ist AlphaTauri geworden: Im Hangar-7 in Salzburg freuen sich die Piloten Daniil Kvyat (Russland) und Pierre Gasly (Frankreich) über ihren neuen Dienstwagen, die Premium-Modemarke von Red Bull zeigte zudem aktuelle Looks und bot einen Vorgeschmack auf die künftigen Kollektionen von AlphaTauri.

Bei AlphaTauri handelt es sich um ein 2016 von Red Bull gegründetes Mode-Label. Der Name lehnt sich so an Red Bull an wie zuvor Toro Rosso (die italienische Übersetzung des Energy-Drink-Namens). Alpha Tauri ist der hellste und energiereichste Stern im Sternbild des Stiers (Taurus). Der Stern liegt im Auge des Stiers und steht für den Fokus auf Präzision als auch für Perfektion und für die Energie der DNA, die in AlphaTauri steckt. AlphaTauri wurde von Red Bull als eigenständige Premium-Modemarke gegründet. Sie beschreitet neue Wege in der Bekleidungsindustrie, indem sie Mode und Funktion kombiniert. Zudem verbindet die Marke Design und hochwertige Materialien mit textilen Innovationen und kooperiert weltweit mit hochkarätigen Experten. AlphaTauri ist in Stores in Salzburg und Graz sowie in ausgewählten Geschäften und online unter www.alphatauri.com erhältlich.

Das frische Kapitel in der Geschichte des zweiten Red Bull-GP-Teams wird durch eine komplett neue Lackierung betont – eigenwillig, keck, aufregend anders – Navy blue und Weiss, das passt. Daniil Kvyat wird damit am 15. Februar in Misano (Italien) das Roll-out fahren.

Der Auftritt mag anders sein, das Ziel ist das gleiche geblieben: Der Rennstall von Teamchef Franz Tost soll sich im vorderen Mittelfeld der Formel 1 einnisten. 2019 hat das prima funktioniert, bis zum WM-Finale von Abu Dhabi hatte Toro Rosso sogar noch die Chance, den Werksrennstall von Renault hinter sich zu lassen und den fünften Schlussrang im Konstrukteurs-Pokal zu erobern! Am Ende wurde die tapfere Truppe aus Faenza Gesamtsechster, das beste Ergebnis des Rennstalls, gleich gut wie 2008. 2014 bis 2017 ist Toro Rosso überdies vier Mal in Folge beachtlicher WM-Siebter geworden.

Auch dank Motorpartner Honda und dem Fahrtalent von Daniil Kvyat und Pierre Gasly ist klar: AlphaTauri kann sich im stark umkämpften Mittelfeld prima zur Wehr setzen.

Teamchef Franz Tost sagt im Rahmen der Präsentation im Hangar-7: «Es war ein weiter Weg von jenem Rennstall, den wir 2005 von Minardi übernahmen zum heutigen Leistungsniveau. Wir durften uns 2019 über eine sehr erfolgreiche Saison freuen, mit Schlussrang 6 in der Weltmeisterschaft. Wir sind aber hungrig nach mehr. Wir haben grosse Fortschritte gemacht in der Art und Weise, wie wir ein Rennwochenende managen. Darauf wollen wir bauen.»

«Die Zahlen aus dem Windkanal sind sehr ermutigend. Honda hat erneut nachgelegt. Und wir haben zwei tolle Fahrer und einen grossartigen Partner, AlphaTauri. Wir wollen unter die ersten Fünf in der Weltmeisterschaft kommen!»

Reden wir einen Moment von der Technik, und aufmerksamen Fans entgeht nicht: Das Auto auf der Bühne in Salzburg schaut nicht aus wie der Wagen auf den Studiobildern. Der Grund ist einfach. In Österreich wird der neue Look in den Mittelpunkt gerückt, das Auto ist ein STR14. Den richtigen AT01 werden wir erst nach den Studiobildern dann in Misano zu sehen bekommen.

Der AlphaTauri AT01 ist vom Technik-Team unter der Leitung von Jody Egginton entworfen worden. Der Engländer sagt: «Es handelt sich um eine natürliche Evolution des Autos von 2019, denn die Änderungen im technischen Reglement sind minimal. Es gab keine Notwendigkeit, das Rad neu zu erfinden. Die Arbeit konzentrierte sich darauf, den Motor noch besser ins Chassis einzubetten, die Aufhängungen zu optimieren, im Hinblick auf Aerodynamik und Abstimmungs-Varianten. Generell wollten wir den Wagen so umgestalten, dass wir aerodynamisch mehr Freiheiten erhalten. Generell ist alles noch kompakter geworden. Das Auto soll auch bedienerfreundlicher sein, für den Fahrer und für die Mechaniker.»

«Beim Motor dreht sich alles um Kontinuität. Dies wird unser drittes Jahr mit Honda. Schon beim Modell von 2019 konnten wir Früchte unserer Arbeit aus dem Vorjahr ernten. Nun wollen wir den nächsten Schritt tun. Wir haben die Integration des Motors optimiert, dies in engster Zusammenarbeit mit Honda. Red Bull Technology und Honda sind echte Partner, wir erhalten nicht einfach einen Motor hingestellt und müssen dann damit leben. Wir übernehmen die komplette Hinterachse von Red Bull Technology.»

Der AlphaTauri AT01 folgt dem grössten Trend, den wir bislang bei den 2020er Autos entdeckt haben: Alles wird noch kompakter, die Verkleidungen schmieden sich noch enger an die Innereien, die Techniker vollbringen kleine Wunder, so viel High-Tech auf kleinstem Raum unterzubringen. Und immer wenn wir denken, jetzt sind wir an den Grenzen des Möglichen angekommen, schaffen die hellsten Köpfe der GP-Teams das scheinbar Unmögliche.

Gleichzeitig, und auch das liegt im Trend: So schön der neue Rennwagen ist – bei den Tests in Spanien und zum Saisonbeginn werden wir noch jede Menge frischer Teile am neuen Auto erkennen.

«Wir konnten 2019 tüchtig zulegen, was die Konkurrenzfähigkeit angeht – dank Fortschritten von Honda und dank aerodynamischer Verbesserungen. Wir haben gezeigt, dass wir fähig sein, das Auto über die ganze Saison stetig zu optimieren. Im Mittelpunkt steht ein weiteres Mal die aerodynamische Entwicklung. Das wollen wir auch 2020 schaffen. Aber die Entwicklung des AT01 wird nicht vergleichbar sein mit jener des STR14 von 2019 – denn wir müssen auch daran denken, dass wir einen 2021er Wagen zu entwerfen haben, wenn die Formel 1 komplett anders wird.»

Was sagen die Fahrer zur kommenden Saison?

Der 25jährige Daniil Kvyat: «Ich gehe in meine sechste Formel-1-Saison, und auch wenn ich zehn Mal in die Punkte fahren konnte und in Hockenheim auf dem Podest stand – es geht immer noch besser! Ich will kein bestimmtes Ziel nennen, was Zahlen angeht, ich will am Ende der Saison einfach sagen können, dass ich in allen Belangen noch besser gewesen bin.»

«Ich sehe einen Rennstall, der ständig wächst, und das wollen wir auch 2020 tun. Wir wollen den Aufwärtstrend von 2019 fortsetzen. Ich habe einen guten Winter hinter mir und freue mich darauf, dass es endlich wieder losgeht. Morgen früh gehe ich mit diesem Auto in Misano zum Roll-out auf die Bahn. Findet Ihr den Wagen nicht gut? Das Weiss und Blau ist doch der Hammer!»

Und Pierre Gasly (am 7. Februar 24 Jahre jung geworden) ergänzt: «Wir dürfen wirklich stolz darauf sein, was wir 2019 erreicht haben. Und alle sind top-motiviert, 2020 noch einen draufzusetzen. Die Winterpause ist für jeden Rennfahrer immer zu lang. Wir brennen alle darauf, wieder auf die Bahn zu gehen. Und wir wollen natürlich den Schwung aus den letzten Rennen 2019 mitnehmen.»

Beide Piloten erhielten nach einer ersten Phase bei Toro Rosso die Gelegenheit, zu Red Bull Racing aufzusteigen. Beide konnten diese Chance nicht wie erhofft nutzen und kehrten ins weniger grosse Red Bull-Team zurück. Es ist bezeichnend, dass Red Bull nicht auf sie verzichten wollte. Kvyat und Gasly wissen: Wenn sie gute Leistungen zeigen, dann ist eine erneute Beförderung zu RBR nicht ausgeschlossen.

Die Testarbeit für AlphaTauri beginnt am 19. Februar, wenn auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya die Formel-1-Wintertests beginnen.

Die Formel-1-Termine 2020
Weitere Präsentationen und Roll-outs
17. Februar: Racing Point (Mondsee)
17. Februar: Williams (online)
19. Februar: Alfa Romeo Sauber (Barcelona)
19. Februar: Haas (Barcelona)

Wintertests
19.–21. Februar: Montmeló, Circuit de Barcelona-Catalunya/E
26.–28. Februar: Montmeló, Circuit de Barcelona-Catalunya/E

Rennen
15. März: Melbourne, Albert Park Circuit/AUS
22. März: Bahrain, Bahrain International Circuit/BRN
5. April: Hanoi, Street Circuit Hanoi/VN
19. April: Shanghai, Shanghai International Circuit/RCH
3. Mai: Zandvoort, Circuit Park Zandvoort/NL
10. Mai: Montmeló bei Barcelona, Circuit de Barcelona-Catalunya/E
24. Mai: Monte Carlo, Circuit de Monaco/MC
7. Juni Aserbaidschan, Baku City Circuit/AZ
14. Juni: Montreal, Circuit Gilles Villeneuve/CDN
28. Juni: Le Castellet, Circuit Paul Ricard/F
5. Juli: Spielberg, Red Bull Ring/A
19. Juli: Silverstone, Silverstone Circuit/GB
2. August: Mogyoród bei Budapest, Hungaroring/H
30. August: Francorchamps, Circuit de Spa-Francorchamps/B
6. September: Monza, Autodromo Nazionale/I
20. September: Singapur, Marina Bay Street Circuit/SGP
27. September: Sotschi, Sochi Autodrom/RUS
11. Oktober: Suzuka, Suzuka Circuit/J
25. Oktober: Austin, Circuit of the Americas/USA
1. November: Mexico City, Autódromo Hermanos Rodríguez/MEX
15. November: São Paulo, Autódromo José Carlos Pace/BR
29. November: Abu Dhabi, Yas Marina Circuit/UAE


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