Kimi Räikkönen: «Ferrari kann Mercedes bezwingen»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen

​Der Finne Kimi Räikkönen (40) ist der bislang letzte Fahrer-Weltmeister von Ferrari, das war 2007. Der heutige Alfa Romeo-Sauber-Pilot findet nicht, dass Ferrari gegen Mercedes chancenlos sei.

Da mussten die Tifosi ganz mutig sein: Die Erkenntnisse aus den Formel-1-Wintertestfahrten besagen – der Saisonanfang wird für Ferrari ein hartes Stück Arbeit. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto beschönigt nichts: «Ferrari ist nicht auf der Höhe, was den rohen Speed über eine Runde angeht. Wir haben in Sachen Standfestigkeit zugelegt, und wir sind mit den Dauerläufen recht zufrieden. Aber nicht zufrieden genug.»

Dauer-Weltmeister Mercedes-Benz hat im Testwinter den stärksten Eindruck hinterlassen, aber der Verlauf der Saison 2019 hat gezeigt: Es ist nicht unmöglich, den Silbernen den Glanz zu nehmen. Das findet auch Formel-1-Oldtimer Kimi Räikkönen, der vor dreizehn Jahren mit Ferrari Weltmeister geworden ist, als bislang letzter GP-Pilot in Rot.

Im Rahmen der Barcelona-Tests sagt der 21fache GP-Sieger in einer Medienrunde: «Ich halte Mercedes durchaus nicht für unschlagbar. Sie haben in den letzten Jahren immer wieder Rennen verloren. Es stimmt zwar, dass sie in den jüngsten Saisons meist die Nase vorn hatten, vor allem deswegen, weil sie konstant gute Leistungen zeigen.»

Was, so fragen die Tifosi bange, braucht Ferrari denn, um endlich ganz vorne zu sein und dort zu bleiben? Der 40jährige Räikkönen reduziert das auf zwei simple Punkte: «Sie müssen Tempo zulegen und standfester laufen. Wenn diese zwei Faktoren stimmen, dann reden sie auch ein Wörtchen mit bei der Vergabe des WM-Titels. Ich hoffe, sie schaffen es.»

«Natürlich gibt es immer viele Schlagzeilen und Geschichten über das angebliche Kräfteverhältnis, aber wenn man sich die letzten zehn oder fünfzehn Jahre anschaut, dann war der Testkönig nicht unbedingt der, der später auch den Titel geholt hat. Wir konzentrierten uns auf ganz darauf, möglichst viel über das Auto zu erfahren. Ein Wintertest ist Grundlagenarbeit.»

Verblüffende Statistik aus den vergangenen sechs Jahren: Kein einziger Fahrer, der schnellster Mann der Wintertests war, konnte sich später über die Pole-Position in Australien freuen. Und – kein einziger jener Piloten, die beim letzten Wintertest Bestzeit erzielte, konnte in der jeweiligen Saison Weltmeister werden.

Formel-1-Wintertests 2020

1. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W11, 1:15,732, Fr21 C5
2. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:16,269, Fr28 C4
3. Daniel Ricciardo (AUS), Renault RS20, 1:16,276, Fr28 C5
4. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF1000, 1:16,360, Fr28 C5
5. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W11, 1:16,410, Fr28 C5
6. Esteban Ocon (F), Renault RS20, 1:16,433, Fr28 C5
7. Sergio Pérez (MEX), Racing Point RP20-Mercedes, 1:16,634, Fr28 C5
8. Carlos Sainz (E), McLaren MCL35-Renault, 1:16,820, Fr28 C4
9. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF1000, 1:16,841, Do27 C5
10. George Russell (GB), Williams FW43-Mercedes, 1:16,871, Fr28 C5
11. Daniil Kvyat (RU), AlphaTauri AT01-Honda, 1:16,914, Fr28 C4
12. Robert Kubica (PL), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:16,942, Do27 C5
13. Romain Grosjean (F), Haas VF-20-Ferrari, 1:17,037, Fr28 C4
14. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT01-Honda, 1:17,066, Do27 C5
15. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:17,091, Do20 C5
16. Lance Stroll (CDN), Racing Point RP20-Mercedes, 1:17,118, Do27 C3
17. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43-Mercedes, 1:17,313, Do27 C5
18. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:17,469, Fr21 C5
19. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-20-Ferrari, 1:17,495, Fr28 C4
20. Alex Albon (T), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:17,550, Mi26 C2
21. Lando Norris (GB), McLaren MCL35-Renault, 1:17,573, Do27 C3

Reifenmischungen von Pirelli: C1 (hart) bis C5 (extraweich)

Mi19 = Mittwoch, 19. Februar
Do20 = Donnerstag, 20. Februar
Fr21 = Freitag, 21. Februar
Mi26 = Mittwoch, 26. Februar
Do27 = Donnerstag, 27. Februar
Fr28 = Freitag, 28. Februar

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