Berger: Was die Coronakrise mit Senna zu tun hat

Von Andreas Reiners
Formel 1
Gerhard Berger

Gerhard Berger

Der frühere Formel-1-Star Gerhard Berger glaubt, dass die Coronakrise auch eine Chance für die Formel 1 sein kann. Wenn auch eine teuer erkaufte.

Die Coronakrise hat auch die Formel 1 noch fest im Griff. Noch, denn angeblich soll es Anfang Juli in Spielberg hinter verschlossenen Türen weitergehen.

Der erste Grand Prix des Jahres soll bereits am 5. Juli über die Bühne gehen, und zwar auf dem Red Bull Ring, auf dem am 12. Juli dann auch der zweite Saisonlauf ausgetragen werden soll. Fix ist das noch nicht, doch klar ist, dass die Verantwortlichen hoffen, dass es bald weitergeht. Vor allem aus finanziellen Gründen.

Aber: Für die Formel 1 kann die Krise auch eine Chance sein, glaubt zum Beispiel der frühere Ferrari-Star Gerhard Berger. Eine Gelegenheit, den ganzen Zirkus auf ein monetär gemäßigtes Niveau gesundzuschrumpfen.

«Das ist natürlich eine Chance, aber in Wirklichkeit auch eine teuer erkaufte», sagte der heutige DTM-Chef bei auto motor und sport.

Ihn erinnert das an die 90er Jahre. «Vergleichbar mit dem Kampf um mehr Sicherheit in der Formel 1 in den 90er Jahren. Max Mosley wollte immer abrüsten, aber keiner hat zugehört. Die Teams wollten die Autos nicht verändern, die Rennstrecken wollten nicht so viel Geld in Sicherheitsmaßnahmen stecken», erinnert er sich.

Bis der 1. Mai 1994 alles veränderte. «Dann geschah der schreckliche Unfall von Ayrton Senna in Imola. Letztendlich hat dieses Ereignis Mosley die Tür geöffnet, seine Pläne durchzuziehen. Genauso ist es jetzt mit der Krise», so Berger.

Wie weit sollte der Budgetdeckel gesenkt werden? «Auf 100 Millionen ohne Ausnahmen. Die erste Frage, die sich jetzt aber alle erst einmal stellen müssen, lautet meiner Ansicht nach: Wie überstehen wir die Krise?»

In der DTM wurden bereits vor der Krise Maßnahmen getroffen, um zu sparen. So wurde vor 2019 die Zahl der Einheitsbauteile noch einmal erhöht, mehr als 400 sind es inzwischen.

«Wir haben vernünftigerweise schon vor der Krise massiv abgerüstet und arbeiten heute mit sehr vielen Standardteilen. Deshalb sind wir in der Technik bereits nahe am Kostenlimit», sagte er.

Das Ziel: «Im Grunde darf ein Team mit zwei Autos pro Saison nicht mehr als vier, maximal fünf Millionen Euro kosten. Wir dürfen allerdings nicht vergessen, dass wir zwei Hersteller haben, die jeweils mehrere Autos einsetzen. Wir würden gerne mit einer Obergrenze arbeiten. Über den richtigen Schlüssel dazu denken aber nicht nur wir, sondern alle Serien nach.»


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