Ross Brawn: Weniger Übersee-GP, mehr in Europa

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ross Brawn 2019 in Australien

Ross Brawn 2019 in Australien

​Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn (65) bestätigt: Es ist mit weiteren Absagen von Überseerennen zu rechnen, dafür werden zu den bisher geplanten acht Grands Prix mehr aus Europa hinzukommen.

Der US-Amerikaner Chase Carey und der Engländer Ross Brawn haben die wenig beneidenswerte Aufgabe, in der Coronakrise einen Formel-1-Terminkalender aufstellen zu müssen. Von Anfang Juli bis Anfang September wird in Europa gefahren, mit acht Rennen innerhalb von zehn Wochenenden. Aber die teilweise dramatische Situation rund um den Virus SARS-CoV-2 in zahlreichen Ländern macht die Planung von Überseerennen ganz schwierig. Formel-1-CEO Carey musste zugeben: «Wir befinden uns in unerforschtem Gebiet. Wir wissen nicht, wie sich die Situation entwickelt. Bis Ende Juni sollten wir schlauer sein.»

Ross Brawn ergänzt: «Wenn wir davon ausgehen, dass die letzten Rennen in Bahrain und Abu Dhabi gefahren werden, mit vielleicht sogar drei Rennen, so kämen wird auf zehn oder elf. Wir müssen also nur noch fünf oder sechs zusätzliche finden.» Das Ziel von Brawn und Carey: auf 15 Rennen kommen – damit das Geld aus dem Verkauf von Senderechten vollumfänglich fliesst.

Ross Brawn: «Wir haben sehr viele verschiedene Möglichkeiten, was wir alles tun können, und wir bleiben überzeugt davon, dass wir eine schöne zweite Saisonhälfte auf die Beine stellen werden. Eine Variante besteht darin, den WM-Teil in Europa um ein oder zwei Läufe auszubauen.» Hockenheim steht als Reservist bereit, ein zweiter Lauf in Italien ist angedacht (in Mugello, eine Woche nach Monza, überaus passend auch zum 1000. GP von Ferrari), und auch die portugiesische Rennstrecke von Portimão ist als Austragungsort denkbar.

Der Brite bestätigt auch, dass erwogen wird, zwei Mal in Bahrain zu fahren, auf zwei verschiedenen Pistenvarianten. «Bahrain ist unter anderem deshalb so attraktiv, weil wir sehr viel verschiedene Variationen der Strecke nutzen können.»

Die Formel 1 könnte einmal am Tag und einmal in der Nacht fahren, zudem bietet der «Bahrain International Circuit» verschiedene Pistenvarianten. Der ursprüngliche Grand-Prix-Kurs (15 Kurven) ist 5,417 Kilometer lang. Er wurde bei der Premiere von 2004 befahren. Ein Jahr darauf war die Piste geringfügig geändert (5,412 km), so wurde von 2005 bis 2009 sowie seit 2012 bis heute gefahren. Auf dem so genannten Langstreckenkurs (6,299 km, 23 Kurven) begann die Formel-1-WM von 2010. Variante 3: Den äusseren Ring nutzen, der fast nur aus schnellen Bögen besteht, mit einer Querspange von den Kurven 4 bis 13. Damit entsteht ein ultraschnelles Rechteck.

Ross Brawn: «Wir arbeiten weiter am Überseeprogramm. Wir warten weiter ab, weil wir keinen Plan verkünden und ihn dann wieder ändern wollen. Die Menschen müssen die Zeit zum Planen haben. Und wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass im weiteren Verlauf der Saison auch wieder Zuschauer zugelassen werden.»

Formel-1-WM 2020

5. Juli: Grand Prix von Österreich (Red Bull Ring)
12. Juli: Grand Prix der Steiermark (Red Bull Ring)
19. Juli: Grand Prix von Ungarn (Hungaroring)
2. August: Britischer Grand Prix (Silverstone)
9. August: 70th Anniversary Grand Prix (Silverstone)
16. August: Grand Prix von Spanien (Circuit de Barcelona-Catalunya)
30. August: Grand Prix von Belgien (Circuit Spa-Francorchamps)
6. September: Grand Prix von Italien (Autodromo Nazionale di Monza)

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