Mick Schumacher (Ferrari): Chance auf Pole verloren

Von Mathias Brunner
Formel 1
Mick Schumacher

Mick Schumacher

​Mick Schumacher hat sich eine gute Ausgangslage fürs dritte Formel-2-Hauptrennen der Saison geschaffen. Der Ferrari-Junior fährt bei schwierigsten Bedingungen auf dem Hungaroring zum fünften Startplatz.

Die Ausgangslage für die 22 Formel-2-Fahrer mit dem Ferrari-Nachwuchsmann Mick Schumacher war denkbar schwierig: Beim freien Training auf nasser Bahn hatten die Teams so gut wie nichts gelernt. Am Freitagnachmittag begann es dann stärker zu regnen, damit war einem chaotischen Qualifying Tür und Tor geöffnet.

Für Mick Schumacher ging es um sehr viel: Der 21jährige Formel-3-Champion von 2018 liegt im Zwischenklassement nur auf dem zehnten Platz, mit 34 Punkten Rückstand auf Tabellen-Leader Robert Shwartzman. Mick hatte in Österreich die Chance auf mehr als einen vierten Platz durch eigene Fehler vertan, aber auch rabenschwarzes Pech – als im zweiten Sprintrennen unvermittelt der Feuerlöscher losging!

Unter schwierigsten Bedingungen war ein heikler Kompromiss zu finden aus Vorsicht und Aggressivität. Es war programmiert, dass wir einige Autos neben der Bahn wiederfinden würden.

Alle Fahrer gingen mit Regenreifen auf die Bahn. Bei 20 Grad Pistentemperatur mussten die Fahrer versuchen, die Reifen von innen heraus aufzuheizen, also über den klugen Gebrauch der Bremsen. Als Red Bull-Junior Jehan Daruvala Bestzeit erzielt hatte, kam die rote Flagge: Abbruch! Der Brasilianer Guilherme Samaia hatte sich gedreht, der Wagen blieb an einer gefährlichen Stelle stehen.

Nach fünf Minuten Pause wurden die Formel-2-Motorboote wieder zu Wasser gelassen. Nikita Mazepin drehte sich in der Schikane in den Kies, konnte sich aber befreien und weitermachen. Die Reihenfolge änderte ständig, der Westschweizer Louis Delétraz vorne, vor Renault-Zögling Christian Lundgaard, dann Mick Schumacher kurz auf Platz 2!

Guanyu Zhou beklagte sich, er sehe nichts. Die Fahrer kämpften nicht nur mit der von den Rädern aufgewirbelten Gischt, sondern auch mit beschlagenden Helmvisieren. Auch Alesi jammerte am Funk, er könne kaum etwas sehen.

Mick Schumacher ging nach 17 Minuten in Führung! Er fühlte sich auf der nassen Bahn sichtlich wohl. Dies eine Runde nach einem kurzen Ausflug im zweiten Pistensektor, der aber ohne Fahrzeugschaden blieb.

Formel-2-Routinier Luca Ghiotto unterbot in der Folge die Bestzeit von Mick um eine satte halbe Sekunde, auch Dan Ticktum schob sich vor den Deutschen. Mick Schumacher holte sich derweil eine frischen Satz Regenreifen ab, um sich die Bestzeit zurückzuholen.

Zehn Minuten vor Schluss schnappte sich Ferrari-Zögling Callum Ilott die Bestzeit (die Pole-Position zum Hauptrennen bringt zudem vier Meisterschaftspunkte). Reihe nun Ilott vor Ghiotto, Zhou, Ticktum und Schumacher.

Die Verhältnisse wurden nicht besser: Dreher von Matsushita, dann Dreher von Sato. Dann erneut rote Flagge, vier Minuten vor Schluss. Der Inder Jehan Daruvala hatte seinen Red Bull-Renner ins Kiesbette gesetzt, der Gesamtdritte der Formel-3-Meisterschaft 2019 musste aussteigen.

Die Uhr zeigte: Noch vier Minuten, aber die Rennleitung beschloss – die Quali wird nicht wieder begonnen! Die Rennkommissare waren der Ansicht, in vier Minuten hätte es kein Fahrer geschafft, die Reifen genug aufzuwärmen, um sich noch zu verbessern. Damit hatte auch Mick die Chance auf Pole verloren.

Damit Pole-Position für den Engländer Callum Ilott, vor Ghiotto, Zhou, Ticktum, Mick Schumacher auf dem fünften Platz, vor Lundgaard, Armstrong, Aitken, Gelael und Alesi. Nur Startplatz 11 für Tabellenführer Shwartzman.

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