Ferrari-Junior Mick Schumacher: Training fast nutzlos

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Ferrari-Nachwuchspilot Mick Schumacher braucht auf dem Hungaroring ein gutes Ergebnis: Er liegt in der Formel-2-Zwischenwertung auf Rang 10. Das erste Training war dazu wenig hilfreich.

Nach vier Rennen zur Formel-2-Saison 2020 kann Mick Schumacher erst 14 Punkte vorweisen, der 21jährige Sohn der Rennfahrerlegende Michael Schumacher ist damit im Zwischenklassement auf Rang 10 zu finden. Eine Kette von Fehlern und Pech (Stichwort explodierter Feuerlöscher auf dem Red Bull Ring) hat dazu geführt, dass der Ferrari-Nachwuchspilot weit unter Wert geschlagen worden ist.

Der Speed von Mick stimmt, das Reifenmanagement auch, jetzt müssen alle Puzzle-Teile einfach mal ans richtige Ort kommen. Und das muss bald passieren, denn die Konkurrenz ist bärenstark: Meisterschafts-Leader ist ausgerechnet Micks Prema-Stallgefährte Robert Shwartzman aus Russland, sein Nachfolger als Formel-3-Meister; Mick holte den Titel 2018, Robert dann 2019.

Schumacher muss sich auch gegen die schnellen Renault-Junioren Christian Lundgaard und Guanyu Zhou bewähren, ganz zu schweigen von der Konkurrenz jener Piloten, die neben Shwartzman ebenfalls aus dem Ferrari-Kader stammen und sich in der Formel 2 für einen Formel-1-Platz empfehlen wollen – der Engländer Callum Ilott und der Neuseeländer Marcus Armstrong, Dritter und Fünfter im Klassement, dazu Giuliano Alesi, Sohn des früheren GP-Piloten Jean Alesi.

Am Hungaroring soll für Mick Schumacher alles besser werden, aber die Verhältnisse sind bislang tückisch und ungeeignet, um viel über den Wagen zu lernen: Nach einem Schauer war die Piste nass, einige Fahrer zeigten auf ihren Erkundungsrunden mit Slicks prompt Dreher, die Rennleitung erklärte daraufhin die Piste offiziell für nass, die Fahrer holten sich Regenreifen ab. Zur Erinnerung: Intermediates für feuchte oder leicht nasse Bahn gibt es in der Formel 2 nicht. Ergebnis: zu nass für Slicks, zu wenig Wasser für die schnell überhitzenden Regenreifen. Der obere Pistenteil war nasser als der Bereich bei Start und Ziel.

Nach Halbzeit des Trainings hatten erst drei Fahrer eine fliegende Runde zurückgelegt (Artem Markelow, Giuliano Alesi und Roy Nissany), aber langsam dämmerte den Piloten – diese Verhältnisse könnten wir am späteren Freitagnachmittag auch in der Qualifikation haben, also wagten sich mehr F2-Fahrer auf die Bahn.

Acht Minuten vor Schluss ging auch Mick Schumacher nochmals auf die Bahn, der vor einem Jahr hier das Sprintrennen gewonnen hat. Der Deutsche wollte ein Gefühl für die Bahn erhalten. Aber der Formel-3-Champion von 2018 kam gleich wieder an die Box. Robert Shwartzman wagte sich sogar mit Slicks auf die Bahn. Sein Wagen schlug überall quer, es war offensichtlich: Das geht nicht.

Am Ende war die Reihenfolge eher Lotterie als Spiegelbild des Kräfteverhältnisses im Formel-2-Feld: Giuliano Alesi vor Jack Aitken, dann Marino Sato, Markelow, Louis Delétraz, Guilherme Samaia, Nissany, Felipe Drugovich, Nobuharu Matsushita und Jehan Daruvala. Acht dieser zehn Fahrer liegen im Formel-2-Zwischenklassement nicht in den Top-Ten. Nur neun Fahrer haben überhaupt eine fliegende Runde gezeigt.

Auf die Fahrer kommt jetzt eine ganz schwierige Aufgabe zu: Sie haben ab 17.00 Uhr ganze 30 Minuten Zeit in der Qualifikation, und die meisten Fahrer haben so gut wie keine Abstimmungsarbeit erledigt.

Die Wetterprognose für den späteren Freitagnachmittag, bedeckter Himmel, Regenwahrscheinlichkeit 50 Prozent, fifty-fifty. Das kann ja lustig werden.

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