Christian Horner: «Auto reagiert nicht wie erwartet»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Max Verstappen auf dem Hungaroring

Max Verstappen auf dem Hungaroring

​Enttäuschende Darbietung von Red Bull Racing in Ungarn: Nur Startplatz 7 für Max Verstappen, Alex Albon sogar nur 13. RBR-Teamchef Christian Horner: «Das Auto reagiert nicht wie erwartet.»

2019 eroberte Max Verstappen auf dem Hungaroring die erste Pole-Position seiner Karriere, nach einem packenden Duell musste er sich nur Weltmeister Lewis Hamilton geschlagen geben. Ein Jahr später steht die Welt nicht nur wegen Corona Kopf: Max Verstappen Siebtschnellster, Alex Albon nur Dreizehnter, das ist ein Rückschlag, denn selbst Lewis Hamilton hatte erwartet, «dass Red Bull Racing hier stärker sein würde als in Österreich».

Red Bull Racing-Honda hat den Anspruch, erster Herausforderer von Mercedes zu sein und ein Wörtchen um Siege und Titel mitzureden. Stattdessen liegt Verstappen im Ungarn-Abschlusstraining hinter Racing Point und Ferrari und nur knapp vor dem McLaren-Duo. Wie kann das sein?

Max Verstappen und Alex Albon haben beide eine unzulängliche Fahrzeugbalance moniert, das ganze Wochenende lang, teilweise mit urplötzlichem Grip-Verlust. Wir haben selten so viele Ausrutscher der RBR-Renner erlebt. Es war offensichtlich, wie der Niederländer und der Thai-Brite alle Hände voll zu tun hatten.

Red Bull Racing brach die Nachtruhe, um den Wagen wieder auf den Stand des ersten Österreich-Wochenendes zurückzubauen. Aber noch immer kippt das Handling von Unter- zu Übersteuern, entweder der Wagen schiebt zu stark über die Vorderachse hinaus, oder das Heck bricht schlagartig aus.

Zum problematischen Handling kamen auf dem Hungaroring taktische Fehler. Für Alex Albon wurde keine Lücke im Feld gefunden, damit der Londoner eine freie Runde zeigen kann. Das kostete einen Platz in den Top-Ten. Am Ende fehlte Albon knapp zwei Zehntelsekunden auf den zehntplatzierten Pierre Gasly (AlphaTauri).

Teamchef Christian Horner: «Das ist keine Leistung, wie wir sie üblicherweise zeigen. Wir hatten einfach den Speed nicht. Das Auto reagiert nicht wie erwartet, und dem müssen wir auf den Grund gehen.»

Red Bull-Chefberater Dr. Helmut Marko wittert den Fehler irgendwo im heiklen Einklang von Chassis und Aerodynamik. Der Grazer bei Sky: «Vielleicht hat ein Teil nicht die notwendige Festigkeit, vielleicht verwindet es sich, und das führt dann zu Strömungsabrissen. Wir gingen davon aus, dass wir dem Problem dank des Umbaus auf die Spur kommen, aber leider war das nicht der Fall.»

Was schon bei den Wintertests in Barcelona aufgefallen war: Der Wagen liegt recht nervös. Ex-GP-Pilot Martin Brundle: «Vielleicht ist es mit diesem Wagen so, dass er nur in einem verhältnismässig engen Betriebsfenster ideal arbeitet. Gerät das Auto aus diesem Fenster, haben es die Fahrer schwer.»

Fakt ist: Verstappen und Albon haben mit ihren Renningenieuren grosse Mühe, mit der Abstimmung ein aerodynamisch konstant gut arbeitendes Auto zu erarbeiten. Die neuen Teile scheinen das Problem nicht gelöst zu haben. Es scheint sich um ein altes Problem bei der Arbeit mit einem Rennwagen zu handeln: Um das Auto zu verbessern, muss man zunächst einmal verstehen, woran es hapert. Es ist ungewöhnlich, dass Red Bull Racing Schwierigkeiten mit der Aerodynamik hat; normalerweise ist genau dies eine Stärke der vierfachen Weltmeister.

Der Verlust ist gleichmässig: je rund eine halbe Sekunde in allen Pistensektoren. Marko spricht von einem fundamentalen Problem und macht den Fans von Max Verstappen wenig Hoffnung: «Von einem Sieg oder einem Podestplatz brauchen wir gar nicht zu träumen.»

Eine leise Hoffnung ist das launische Wetter im Grossraum Budapest. Jeder weiss, welch fabelhafter Regentänzer Max Verstappen ist.

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