Mick Schumacher (Ferrari) in Mugello: Nur Platz 12

Von Mathias Brunner
Formel 1
Mick Schumacher

Mick Schumacher

​Spannende Ausgangslage in der Formel 2: Die Ferrari-Junioren Callum Ilott, Mick Schumacher und Robert Shwartzman liefern sich ein heisses Duell um den Titel und einen Platz in der Formel 1 für 2021.

Die Nachwuchsleute von Ferrari entwickeln sich prächtig: In der Zwischenwertung der Formel-2-Meisterschaft liegen drei von ihnen auf den ersten drei Rängen – der Engländer Callum Ilott führt mit 149 Punkten, vor Mick Schumacher mit 143 Zählern, der Russe Robert Shwartzman ist mit 140 Punkten Dritter. Für sie geht es nicht nur um den Formel-2-Titel, sondern auch um einen Platz in der Königsklasse 2021.

Mick Schumacher hat von den Spitzenpiloten derzeit den besten Lauf: fünf Podestplätze in Serie, gekrönt vom makellosen Sieg im Hauptrennen von Monza. Der 21jährige Deutsche soll gemäss Alfa Romeo-Teamchef Fred Vasseur noch in diesem Jahr an einem Formel-1-Freitagtraining teilnehmen.

Zuvor aber das Rennwochenende von Mugello, wie immer mit 45 Minuten freiem Training (die Qualifikation findet am 11. September um 17.00 Uhr statt).

Für die meisten Piloten jedoch war Mugello Neuland, so wie für die Grand-Prix-Fahrer, die zuvor ihr freies Training gehabt hatten. Mick Schumacher war in Mugello im Rahmen der italienischen Formel 4 des Jahres 2016 angetrete und erlebte damals in drei Rennen die ganze Bandbreite des Rennfahrerlebens: Podestplatz als Zweiter, punkteloser Elfter, Ausfall.

Ein frühes Ausrufezeichen an der Spitze von Red Bull-Junior Juri Vips, der bislang mit DAMS noch keine Punkte erobern konnte. Der Este wurde in vier Rennen drei Mal Elfter und einmal Neunter. Er hätte ja 2020 in der japanischen Super Formula fahren sollen, Quarantänevorschriften wegen Corona haben diesen Plan vereitelt.

Tabellenführer Callum Ilott geriet in der schnellen Casanova-Kurve kurz in Schwierigkeiten, konnte den Wagen aber meisterlich abfangen.

Schon in diesem Training wurde klar: Freie Bahn für eine schnelle Runde zu erwischen, wird im Qualifying eines der grössten Probleme sein. Auch klar wurde: Die Pirelli-Reifen sehen nach dem Dauerläufen ziemlich malträtiert aus, die Mailänder Techniker rechnen mit extremem Verschleiss bei heissen Temperaturen in der Toskana, höchstens noch zu vergleichen mit Bahrain, wo 2020 das Formel-2-Finale stattfinden wird.

Mick Schumacher tauchte in der Tabelle bei Trainingsmitte nur auf Rang 12 auf, hatte aber bei seinem Dauerlauf die Nase vor. Die Fahrer beklagten sich nach einem Dutzend Reifen schon über den Zustand ihrer Walzen. Im Hauptrennen vom 12. September werden sie aber mit der härteren Mischung doppelt so lang fahren müssen. Da sind Reifenflüsterer gefragt.

Elf Minuten vor Schluss des Trainings rutschte Williams-Zögling Jack Aitken in der letzten Kurve von der Bahn und prallte in die Pistenbegrenzung – Rad rechts vorne abgeknickt, Fahrer auch geknickt, virtuelle Safety-Car-Phase.

Vips blieb vorne, die Meisterschaftsfavoriten Schumacher, Shwartzman und Ilott liegen nur auf den Rängen 12, 13 und 14. Das wird im Abschlusstraining ganz anders aussehen.

Formel-2-Training in Mugello

1. Juri Vips (EST), DAMS, 1:31,474 min
2. Luca Ghiotto (I), Hitech Grand Prix, +0,089
3. Felipe Drugovich (BR), MP Motorsport, +0,231
4. Yuki Tsunoda (J), Carlin, +0,283
5. Dan Ticktum (GB), DAMS, +0,408
6. Marino Sato (J), Trident, +0.494
7. Jack Aitken (GB), Campos Racing, +0,587
8. Nikita Mazepin (RU), Hitech Grand Prix, +0,623
9. Christian Lundgaard (DK), ART Grand Prix, +0,627
10. Roy Nissany (IL), Trident, +0,743
11. Louis Delétraz (CH), Charouz Racing System, +0,822
12. Mick Schumacher (D), Prema Racing, +0,857
13. Robert Shwartzman (RU), Prema Racing, +0,934
14. Callum Ilott (GB), Uni-Virtuosi Racing, + 0,954
15. Marcus Armstrong (NZ), ART Grand Prix, +0,977
16. Pedro Piquet (BR), Charouz Racing System, +0,1,134
17. Guanyu Zhou (RCH), Uni-Virtuosi Racing, +1,208
18. Artem Markelov (RU), BWT HWA Racelab, +1,536
19. Jehan Daruvala (IND), Carlin, +1,542
20. Giuliano Alesi (F), BWT HWA Racelab, +1,669
21. Nobuharu Matsushita (J), MP Motorsport, +2,221
22. Guilherme Samaia (BR), Campos Racing, +2,547

Stand nach 16 von 24 Rennen

1. Ilott 149
2. Schumacher 143
3. Shwartzman 140
4. Tsunoda 123
5. Lundgaard 116
6. Zhou 102
7. Mazepin 102
8. Delétraz 93

9. Ticktum 77
10. Ghiotto 71
11. Drugovich 67
12. Matsushita 42
13. Aitken 35
14. Armstrong 34
15. Daruvala 23
16. Alesi 8
17. Nissany 5
18. Sean Gelael (RI) 3
19. Piquet 2
20. Markelov 1
21. Vips 0
22. Sato 0
23. Samaia 0

Mehr über...

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Lewis Hamilton: Hunger auf mehr als Formel 1

Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Mo. 23.11., 22:20, Motorvision TV
    Bike World
  • Di. 24.11., 02:45, Hamburg 1
    car port
  • Di. 24.11., 02:45, Motorvision TV
    Formula Drift Championship
  • Di. 24.11., 03:00, Eurosport 2
    Rallye: FIA-Europameisterschaft
  • Di. 24.11., 03:15, ORF Sport+
    Schätze aus dem ORF-Archiv: Formel 1 Saison 1996: Großer Preis von Monaco
  • Di. 24.11., 03:35, SPORT1+
    Motorsport - Porsche Carrera Cup, Magazin
  • Di. 24.11., 04:00, SPORT1+
    Motorsport - FIA WEC
  • Di. 24.11., 05:00, ORF Sport+
    Rallye Europameisterschaft
  • Di. 24.11., 05:15, Hamburg 1
    car port
  • Di. 24.11., 05:20, Motorvision TV
    Top Speed Classic
» zum TV-Programm
7DE